Blühende Wiesen und die Graslands von Xiahe

Montag – Glücksmomente (KW13)

Die Frage nach dem, was mich auf Reisen glücklich macht, lässt mich nicht los. Deshalb habe ich beschlossen, einmal pro Woche einen meiner Glücksmomente zu beschreiben, von denen es unterwegs aber auch Zuhause so viele gibt.

Warum ausgerechnet am Montag? Viele fokussieren darauf, dass wieder eine Arbeitswoche beginnt und man eigentlich das Wochenende gerne noch verlängern möchte. Der Montag scheint der Tag zu sein, an dem man sich am liebsten vom Wochenende erholen möchte und an dem man sich schon nach dem nächsten Wochenende sehnt. Viele Menschen scheinen gerade am Montag am wenigsten im Hier und Jetzt zu sein.

Margeriten

Margeriten

 

Um mich – und vielleicht Euch – positiv auf die Woche einzustimmen, gibt es jetzt also einen Glücksmoment.

Eine meine frühesten Kindheitserinnerungen ist der wunderbare Garten, den wir hatten. Dort gab es im hintersten Eck eine kleine Wiese, die nie gemäht wurde. Apfelbäume, Johannisbeer- und Stachelbeersträucher umrahmten den winzigen Grasfleck. Ich liebte es, mich an warmen Sommertagen in das Gras zwischen die Gänseblümchen und Butterblumen zu legen und in den Himmel hinein zu träumen.und den Wolken zu folgen. Die Insekten summten um mich herum und ich war eins mit mir, meiner Umwelt und meinem Leben.

Wiese mit blühendem Klatschmohn

Wiese mit blühendem Klatschmohn

Blumen auf den Graslands bei Xiahe

Blumen auf den Graslands bei Xiahe

Seitdem liebe ich blühende Wiesen, auch wenn ich nicht immer die Möglichkeit habe, mich ins Gras zu legen. Doch einmal, damals unterwegs in China, habe ich dies Glücksgefühl meiner Kindheit genauso noch einmal empfunden. Ich war mit Freunden in Xiahe, einem wunderbaren Ort in der Provinz Gansu mit einem großartigen tibetischen Tempel. Zusammen hatten wir Fahrräder gemietet und fuhren hinaus in die Graslands. Nomadengebiet, endlose grüne Hügel, Schafherden..Wenn man genau hinsah, waren die grünen Grasflächen eine einzige bunte Wiese mit nie gesehenen Blumen und einem tollen Duft. Sogar wilde Erdbeeren entdeckte ich dort! Da konnte ich nicht anders, da musste ich mich für einige Minuten ins Gras legen. Ich schickte meine Freunde voraus, denn dies musste ich alleine genießen. Vorsichtig suchte ich mir mein Plätzchen, wollte ja keine der prächtigen Blumen zerdrücken. Die Vielfalt der Blüten, das Summen der Insekten, der leichte Wind, der mir einen ganz speziellen Duft zutrug! Ich war sehr, sehr glücklich in diesen Minuten! Doch die Wolken, denen ich hinterher träumte, waren dunkel und von den nahen Bergen ertönte ein leises Grollen. Ich hätte noch Stunden hier liegen können, doch das nahende Gewitter scheuchte uns eilig zurück in unser Hotel.

So, und wenn ich es schaffe, kommt jetzt jeden Montag ein Glücksmoment.

Gänseblümchenwiese beim Gallarus Oratory in Irland

Gänseblümchenwiese beim Gallarus Oratory in Irland

 

Zum Artikel: Was macht glücklich auf Reisen?

2 Kommentare

  • Hinter meinem Elternhaus gab es natürlich auch einen Garten. Er war Sinnbild der Ideen meines Vaters, wie sie nur ein Japaner hat. Meine Mama sah das viel praktischer und pflanzte Blumen an. Es war immer lustig zu sehen, wie sie gegen seine Kunst gewann. Letztlich gab es auf der einen Seite Wiese und Blumen, daneben dann seine Steingartenkunst. 😉

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