Exotischer Blitzurlaub in Hannover

Vesakh - ein buntes vietnamesisches Fest in Hannover

Vesakh – ein buntes vietnamesisches Fest in Hannover

Am Wochenende (Mai 2014) wurde in der Pagode in Hannover das Vesakh-Fest gefeiert. Das ist eine bunte exotische Feier mit einem vietnamesischen Markt, vielen leckeren exotischen Genüssen und natürlich vielen buddhistischen Zeremonien. Es wurde Sonne erwartet und viele tausend Vietnamesen aus Norddeutschland strömten nach Hannover.

Die Pagode Vien Giac

Die Pagode Vien Giac

Die Pagode Vien Giac in Hannover ist einer der größten vietnamesisch buddhistischen Tempel in Nordeuropa und erfreut sich als solcher großer Beliebtheit. Die Mönche der Pagode gehören überwiegend der Lehre des Reinen Landes an, der in Vietnam gepflegt wird. Die Lehre des Reinen Landes kam von China nach Vietnam. Man verehrt den Bodhisattva Amitaba und erhofft sich die Wiedergeburt im „Reisen Land“. Der Tempel wurde 1993 fertig gestellt. Die Pagode selbst ist mit 24m Höhe weithin sichtbar. Deshalb wird der Tempel einfach „die Pagode“ genannt. Zu dem Tempel gehören einige Gebetshallen, ein Raum für feierliche Essen und Kulturprogramme und einem klösterlich abgeschiedenen Wohnbereich für die Mönche. Manchmal übernachten auch Mönche anderer buddhistischen Richtungen hier. Auch eine Tibetisch-Buddhistische Gruppe, Chöling e.V., hat in dem Tempel ihre Räume.
Zum Vietnamesischen Buddhismus: Link
Zum Vesakh-Fest: Link

An mehreren Feiertagen im Jahr erwacht die Pagode zu buntem exotischen Leben. So eben auch an Vesakh, dem Vollmond im Mai, an dem traditionsgemäß Buddhas Geburt und Buddhas Erleuchtung gefeiert werden. In bunten Zelten werden traditionelle Speisen und Getränke angeboten. Die Vietnamesen können nach herzenslust einkaufen: Videokasetten, Musik-CDs, Gemüse, Schmuck, Kleidung. Natürlich kommen auch die buddhistischen Zeremonien und Rituale nicht zu kurz.

An Vesakh hängt der Duft von allerlei exotischen Gewürzen in der Luft, gemischt mit dem Rauch der Räucherstäbchen. Aus der großen Gebetshalle ertönt das Beten der Gläubigen. Der Abt gibt seine Unterweisungen. Alle lachen und freuen sich. Man bekommt reichlich Gelegenheit, für ein gutes Karma zu sorgen: Den Buddhastatuen werden Äpfel, Eier und Obst zu Füßen gelegt. In dem Teich im Hof stehen Figuren des Baby-Buddhas. Diese Kinderfiguren kann man mit Wasser übergießen und auch so sein Karma positiv beeinflussen. Für die Kinder ist das ein großer Spaß!

Hannover 2014 Vesakh

Hannover 2014 Vesakh

Für mich bedeutet die Feier hauptsächlich ein kurzer Urlaub in Südostasien. Ich stürze mich voller Begeisterung ins Gewühl, schnuppere all die fremdartigen Gerüche und kaufe mir als erstes eine Kokosnuss. Was für ein köstlicher, lange nicht mehr erlebter Genuss, die Kokosmilch! Am Nachbarstand kaufen Vietnamesinnen Pak Choy und anderes Gemüse. Als ob es das nicht in jedem Asia-Markt gäbe! Ich setze mich zu den Nudelsuppen essenden Familien und schlabbere meine Nudeln mit Gemüse und Tofu. Alles natürlich vegetarisch!

An einer Stelle haben tibetische Mönche einen kleinen Stand und verkaufen Gebetsfahnen und anderes Tibetisches. Ein Stand bietet Buddha-Statuen in jeder Größe an und natürlich kann man auch Räucherstäbchen kaufen. Überall sehe ich Papas, die ihre Sprößlinge vor der Pagode, vor dem Teich oder einfach so fotografieren. Die Mädchen balanzieren mit ihren Miniröckchen auf ihren Highheels, die atemberaubend hohe Absätze haben.Welch ein Fest für die Augen!

Hannover 2014 Vesakh

Hannover 2014 Vesakh

Im Inneren des Tempels leuchtet die Haupthalle in goldener Pracht, während der Abt irgendetwas auf Vietnamesisch spricht. In einem Nebenraum wird der Ahnen, der Verstorbenen gedacht. Hier ist es ruhig, feierlich. Ich muss daran denken, dass ich hier damals eine kurze Totenfeier für meinen Mann gehalten habe. Sehr ernsthaft, sehr traurig, sehr schön. Aber auch ganz lustig in der Erinnerung an den deutschen Mönch, der hinter mir stand und mir einen Schupps gab: „Tee“, „Verbeugen“, „Reis“, flüsterte er mir zu. damit ich immer die richtigen Handlungen vollzog.

In mir kommt die Sehnsucht hoch, mal wieder nach Asien, am liebsten nach China, zu reisen. Doch das wird wohl noch warten müssen. Bis dahin muss dieser Blitzurlaub reichen.

9 Kommentare

  • Hallo Ulrike,
    ich lebe nun seit 8 Jahren in Hannover und hatte bis gerade keinen Schimmer, dass es hier eine vietnamesische Pagode gibt. Die werde ich mir demnächst mal angucken. 🙂

    Viele Grüße
    Christin

  • Warum heißt das Kloster (der Tempel) Vien Giac in Hannover die „Pagode Vien Giac“? Aus dem einfachen Grund, dass in Vietnam alle buddhistischen Tempelanlagen Pagoden genannt werden! Ebenso auch die vietnamesisch-buddhistischen Klöster außerhalb Vietnams, etwa die Pagode Phat Hue in Frankfurt oder die Pagode Phat Dao (Buddhas Weg) im Odenwald. Letztere ist baulich eine ehemalige Klinikanlage, wo weit und breit keine Pagode im engeren Sinne zu sehen ist.

  • Da will ich auch mal hin! Danke fürs Teilen, wusste nicht, dass es das so nah gibt 🙂

  • Deine Beschreibung des Festes erinnert mich an die vietnamesisch-katholische Wallfahrt hier im Land. Auch dort stolzieren die Mädchen auf atemberaubenden Highheels – und wir sagen dann immer scherzhaft, dass es der asiatische Heiratsmarkt ist. Und da ist was dran. Genauso wichtig wie die Wallfahrt, ist das sich treffen, gemeinsam essen. Rituale und Ausschau halten nach einem Freier! 🙂

  • Klein-Asien ist auf der ganzen Welt zu finden. Mir fällt auf, dass ich nicht viel von Vietnam weiß. Nur, dass es dort früher Krieg(e) gab.

    Düsseldorf hat die größte japanische Gemeinde Deutschlands 😉 Und wenn alles klappt, so wollen wir dort auch wieder leben. Dank dem 370Z sind Blitzbesuche drin. Davon die Tage mehr. Und ich freue mich mehr von deinen Reisen und Urlauben zu lesen.

    • Düsseldorf ist auch sehr schön. Hier in Hamburg liegt der Schwerpunkt bei den Chinesen. Ich war leider auch noch nicht in Vietnam. Mal sehen!. Bin schon gespannt auf Deine nächsten Artikel.

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