Reisevorbereitungen 1. Schritt: Ideen sammeln

Bei meiner Beschäftigung mit China-Reiseführern (DuMont China und Lonely Planet) ist mir wieder mal bewusst geworden, wie wichtig eine gründliche Reisevorbereitung für mich ist. Und wie sehr es mir Spaß macht, eine Reise zu planen! Nun wage ich langsam, wieder an eine China-Reise zu denken. Meine Reisevorbereitungen sind schon voll im Gange. An diesen Vorbereitungen möchte ich Euch teilhaben lassen. Vielleicht bekommt Ihr ja auch die eine oder andere nützliche Idee dabei mit. Voraussetzen muss ich, dass ich gelernte Reiseverkehrskauffrau bin und lange bei einem großen China-Reiseveranstalter gearbeitet habe. Da gehörte das Ausarbeiten von Reiserouten ganz nach den Wünschen der Kunden zu meinen täglichen Aufgaben. Also habe ich eine gewisse Routine. Wenn Ihr Fragen oder Anmerkungen zu meinem Artikel habt, dann beantworte ich diese sehr gerne. Und wenn Ihr einen Routenvorschlag für China haben möchtet, entwerfe ich den auch gerne und kostenlos. Schreibt mir dazu einfach, wann, wie lange und was Eure absoluten Mustsee’s oder Lieblingsthemen sind.

Und noch eins: Es ist mir so selbstverständlich geworden, dass ich es einfach vergessen habe zu erwähnen: Ich reise gerne alleine und meine Planung kann ich so unabhängig von den Wünschen möglicher Mitreisender machen. 😉 Mehr dazu: Alleine – mit dem Rucksack

So, nun aber zu meiner geplanten Reise!

1. Schritt
Was will ich sehen? Welche Ideen habe ich schon gesammelt?

Irgendwo auf meinem Computer befindet sich ein Ordner „Reiserecherche“. Dort sammle ich Artikel und Links zu interessanten Orten und Sehenswürdigkeiten, die ich irgendwann einmal gerne sehen möchte.

Ein Beispiel (allerdings damals noch ganz ohne Computer): Irgendwann in den 1980er Jahren habe ich in einer Illustrierten einen Bericht über das Tal der Dong gesehen mit fantastischen Fotos. Die Dong sind eine Minderheit in Südchina und berühmt für ihre schöne Holzarchitektur. Die wollte ich unbedingt mal sehen! Jahrelang ergab sich das nicht. Auch fühlte ich mich unsicher, so wirklich abseits der Touristenpfade in China zu reisen. In keinem Reiseführer gab es irgendetwas über das Tal der Dong. 1993 war es dann so weit! Aber davon berichte ich ein andermal.

Und jetzt? Ich will nach Fujian an der Pazifik-Küste. Da war ich noch nicht. Natürlich habe ich für Kunden schon die eine oder andere Reise nach Fujian ausgearbeitet. Deshalb stehen auf meiner Ideenliste vor allem die Hafenstadt Xiamen und die interessanten Bauten des Hakka-Volkes.

Reiseplanung 1. SchrittAus meinem Ordner „Reiserecherche“ sind die relevanten Dateien in den neuen Ordner „China 2014“ umgezogen. Darunter das Dokument „China Reiseideen“ mit einem Link zu einem interessanten Tempel in der Nähe des mir völlig unbekannten Ortes Ningde. Einige weiteren Stichworte betreffen Sehenswürdigkeiten in Shanghai und ein kleiner Ort bei Hangzhou. Das sieht im Moment (04.08.2014) so aus wie das Bild links.

Und eigentlich wollte ich schon längst mal nach Nanjing. Auch eine Idee: der alte Ort Shaoxing zwischen Ningbo und Hangzhou. Da wäre ich 1991 gerne ausgestiegen, habe dann aber keine Lust dazu gehabt. Der Wuyi-Shan mit beeindruckender Natur und schönen daoistischen Tempeln ist eine wichtige Sehenswürdigkeit in Fujian und reizt mich auch.

So entsteht mein erster Routenentwurf:

Shanghai – Nanjing – Shanghai – Hangzhou – Shaoxing – Ningde – Fuzhou – Xiamen – Hakka-Dörfer – hmm, und weiter?

Jetzt stellt sich die Frage nach der Zeit, die ich habe. Wenn ich nur knappe zwei Wochen unterwegs sein kann, dann sollte ich an dieser Stelle zusehen, dass ich wieder nach Shanghai komme, um von dort aus zurück zu fliegen.

Also weiter: Xiamen – Wuyi-Shan – Shanghai Rückflug

Oder wenn ich mehr Zeit hätte:

Xiamen – Guangzhou – Kaiping – Guangzhou Rückflug

Das ist ja wirklich erst der Entwurf.

Aber der Weg zu weiteren Recherchen ist vorgezeichnet:

Was gibt es außer dem interessanten Tempel noch in Ningde und Umgebung zu sehen? Wie viel Zeit brauche ich für die einzelnen Etappen? Nanjing? Shaoxing? Wie wichtig sind mir diese Orte? Passen die überhaupt zeitlich in die Route? Doch das ist schon der nächste Schritt.

Reisevorbereitungen 2. Schritt: Der Reisetermin

17 Kommentare

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  • Kommt natürlich ganz darauf an, wie du dich zwischen den einzelnen Destinationen fortbewegen möchtest. Wie du sicherlich weißt, kannst du Hangzhou von Shanghai in 1 Stunde erreichen, aber auch in 8.

  • Oh ja, hier finde ich mich an vielen Stellen wieder. Ein Freund hat neulich völlig ungläubig geschaut, als er unsere Google Tabelle für die Planung einer der letzten Reisen gesehen habe – mit Flügen, Fähren, Zugnummern, Übernachtungen, Kursen, Hochrechnungen, fiktiven Bausteinen, potentiellen Alternativen, und natürlich alles vorher zig mal umgewürfelt. Vielleicht weil ich eigentlich auch gar kein Planertyp bin, aber bei der Routenplanung macht es eben auch tatsächlich Spaß, zumal die eigentliche Reise in der Regel immer viel zu schnell vorbei ist. Bin gespannt auf die Umsetzung!
    LG Till

  • Ein ganz unmaßgeblicher, persönlicher Kommentar: Ich reise meist – abgesehen von der Buchung eines Flugs und eines ersten Hotels – weitgehend unvorbereitet, höchstens mit groben (oft durchaus falschen) Vorstellungen über das Zielgebiet. Ich möchte spontan in der jeweiligen Situation entscheiden, wie ich meine Reise gestalte, mich überraschen lasssen und meine Vorurteile vor Ort korrigieren.

    Extrembeispiel: 2011 bin ich nach Xiamen geflogen, um die Provinz Fujian zu erkunden, habe mich dann aber entschieden, den größten Teil der Zeit dort auf der Gulang-Insel auf der Terrasse eines kleinen Hotelrestaurants zu sitzen, aufs Meer zu sehen, zu lesen, Menschen zu beobachten und die dort immer zahlreichen Brautpaare zu fotografieren. Zwischendurch bin ich immer mal wieder mit dem Bus zum Nanputuo-Tempel gefahren und habe den Tempelberg erstiegen. – Das war eine der schönsten und beglückendsten und erholsamsten Reisen, die ich je unternommen habe (vgl. https://chinaetc.wordpress.com/2011xiamen/ und http://kleinereime.wordpress.com/2012/04/10/sonnige-tage-in-xiamen/).

    Warum ich nicht gern plane ist aus einer Äußerung meines rheinischen Doppelgängers Jupp Schmitz zu entnehmen: „Un in die POLYCOLOR-Reisebüchsken, da waren früher immer nur so paar Strichskes, dat de, saren wer mal, in Paris de Eiffelturm nisch mit Notre Damm verwechseln tus oder in Äjypten schommal weiß, wie so en Pyramid aussieht. Joot. Aber heut, da hamse doch schon alle Fottos drin, schön in bunt, wat de jesehen haben muss, damit de da wars. Brauchste doch eigentlich jar nich mehr selbs hinfliejen und kucken un knipsen, eijentlich musste nur buchen un zuhaus bleiben, sach ich immer.“ 😉

    Kurz: Ich möchte FÜR MICH Neuland entdecken und nicht nur nachvollziehen, was mir Reiseführer, sogenannte Insidertipps (die mit ihrer Veröffentlichung natürlich gar keine mehr sind) und andere Quellen vorgeben. Noch provozierender: Ich möchte auf einer Reise in einer fremden Umgebung meine Augen und Ohren offen halten; wenn möglich auf neue Gedanken kommen; und – wenn’s gelingt – heiter sein.

    Die Reise findet, trotz der veränderten Umgebung, immer im eigenen Kopf, in der eigenen Seele statt: Auf zwei drei Flüsse oder Tempel oder andere ***-Sehenswürdigkeiten mehr kommt es mir dabei nicht an.

    • Sehr, sehr interessant und gut nachvollziehbar.Doch ich wäre nicht Reiseverkehrskauffrau geworden, wenn mir das Planen nicht großen Spaß machen würde. Und es gibt einfach Orte, die ich gesehen haben MUSS! Und die finde ich vielleicht nicht, wenn ich mich nicht darauf vorbereitet habe. 😉 Damit ich weiß, ob ich mein „Programm“ schaffe, brauche ich einen Plan.Die Vorstellung, von 14 Tagen Urlaub eine Woche irgendwo in China auf einer Hotelterrasse abzuhängen, treibt mir Schauer der Angst über den Rücken. Ich könnte ja was versäumen! Wenn ich einen Plan habe, dann weiß ich wenigstens, was ich versäume. 😉 Und kann das dann in Ruhe entscheiden.
      So ist jeder anders und darüber freue ich mcih.
      LG
      Ulrike

      • Ja, natürlich sollen die Menschen das so machen, wie es ihnen entspricht. Und die Angst, etwas zu versäumen, kenne ich gut, auch wenn ich sie in mir bekämpfe: Ich habe darüber in dem oben verlinkten Xiamen-Bericht unter dem Datum 17.10.2011 (und in mehreren anderen Berichten dort) einige natürlich wieder völlig unmaßgebliche Gedanken aufgeschrieben. Liebe Grüße Klaus

      • Diese Gedanken lese ich gerade. Sehr interessant. Regt mich zum Nachdenken an.
        LG
        Ulrike

  • Da lese ich interessiert mit, wie deine Reisen entstehen. Bist du eigentlich üblicherweise allein unterwegs ?

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