Tibetische Nonnen, Widerstand und Mitgefühl

Ausstellungseröffnung

Im Rahmen der Tibetischen Woche des Völkerkundemuseums wurde am Donnerstag, 14.08.2014, die Fotoausstellung „Tibetische Nonnen, Widerstand und Mitgefühl“ feierlich eröffnet. Die Fotos des französischen Fotografen Olivier Adam zeigen eindringliche Aufnahmen aus dem Leben tibetischer Nonnen in Nordindien und Nepal.Fotos Ausstellung

Das Fotoprojekt begann 2008, als Olivier Adam lange in Dharamsala, Nordindien, lebte. Ihn beeindruckten die Geschichten der Frauen, die unsägliches Leid durchlebt hatten, eine lange Flucht aus Tibet gemeistert hatten und nun im Kloster zur Ruhe kamen.

Frauen hatten es in Tibet niemals leicht. Sie waren traditionell aufs Haus beschränkt und hatten nur selten die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Im Gegensatz zu den Söhnen, die gerne in die Klöster geschickt wurden und dort eine ausgiebige Ausbildung erhielten, waren Töchter, die ins Kloster gingen, ein Verlust für die Familie. Als Nonnen wurden sie im tibetischen Buddhismus kaum wahr- oder ernstgenommen. Deshalb war auch in Tibet ihre Ausbildung bei weitem nicht so umfassend wie die der Mönche. Trotzdem schafften es einige starke Frauen immer wieder, sich zu bilden und ihre Lehren weiterzugeben.

Unterstützt vom Tibetan Nuns Project entstehen jetzt besonders in Nordindien Nonnenklöster und Mädchenschulen.   Kelsang Tsültrim, eine deutsche Nonne des tibetischen Buddhismus aus Bremen, betonte, wie wichtig eine gute Ausbildung für die Frauen ist.

Im Rahmen der Ausstellungeröffnung kamen vor allem die Geschichten und die Herausforderungen für die tibetischen Nonnen zur Sprache. Es gab einen Vortrag von Dr. Rotraut Wurst, der sich mit der Frage nach dem Selbstverständnis tibetisch-buddhistischer Nonnen befasste. Die Verwendung von Sprache und Veränderungen hinsichtlich der klösterlichen wie auch schulischen Bildung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der französische Fotograf Olivier Adam

Der französische Fotograf Olivier Adam

Die Fotos von Olivier Adam sind eindringlich. Mal nachdenklich, mal spielerisch erhält man einen Einblick in das Leben der Nonnen. Schule, Landschaft und immer wieder die Gesichter! Die Fotos berühren, machen aufmerksam und wach. Zu jedem Gesicht gibt es eine Geschichte, die in kurzen Sätzen vorgestellt wird.

Leider wurde die Ausstellung erst sehr kurzfristig möglich, wie Julia Dombrowski vom Völkerkundemuseum sagte. Man sei froh und dankbar, dass man die Fotos zeigen kann. Doch hatte man keinen Platz mehr, so dass die Fotos nun in dem Gang hängen, der zur Bibliothek führt, ganz weit hinten, nur durch die Südamerika-Ausstellung zu erreichen oder durch eine kleine Tür vom Restaurant aus. Merkwürdigerweise teilen sich die Fotos den Gang mit einer Vitrine, in der einige Stücke zur Kultur der Inuit ausgestellt sind, und einem uralten Tresor. Schade!

Museum für Völkerkunde

Tibetische Woche

Tibetan Nuns Project

 

Die Ausstellung „Tibetische Nonnen – Widerstand und Mitgefühl“ wird noch bis zum 23.11.2014 gezeigt.

 

Am Sonntag eröffnet eine weitere Foto-Ausstellung zu Tibet: „Tibet – Nomaden in Not“, die bis zum 23.11.2014 zu sehen sein wird.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.