LieblingsChinesisch: Mapo Doufu

“Mapo Doufu”: Die Schriftzeichen erzählen die Geschichte des beliebten chinesischen Gerichts:

麻 „ma“ setzt sich aus dem Radikal „Weit, breit, ausgedehnt“ und dem Zeichen für 林 „Wald“ zusammen. Eigentlich heißt das Schriftzeichen „Hanf“. Auch wird so ein alter Familienname geschrieben. Doch wenn man „mazi“ sagt, dann meint man die Narben, die die Pocken auf der Haut hinterlassen.

婆 „po“ bzw. 婆婆Popo ist die liebevolle Bezeichnung für eine alte Frau. Eigentlich reicht schon „po“. Die Wiederholung der Silbe klingt freundlicher. Das Schriftzeichen setzt sich aus 女 „Frau“ (unten) und „jene, andere (Seite)“ zusammen. Jaja, merkwürdig. Man soll auch die Schriftzeichen nicht immer so im Detail auseinander nehmen. Ich hab keine Erklärung.Mapo Doufu

Also: 麻婆 Mapo heißt genau übersetzt „pockennarbige Oma“. Damit wird dieses spezielle Tofu-Gericht zum „Tofu nach Art der pockennarbigen Oma“. Es soll tatsächlich einst ein kleines Restaurant in Chengdu gegeben haben, wo eine alte Frau den Tofu als erste mit Hackfleisch zubereitet hat.

Für Vegetarier:
Mala Tofu: Die erste Silbe ist klar: 麻 „Ma“ = pockennarbig. Die 2. Silbe ist 辣 „la“, was“scharf“ bedeutet. Es ist aber nicht einfach nur „scharf“ damit gemeint, sondern das Schriftzeichen steht auch für „feurig“, „gepfeffert“. Das Radikal links ist recht selten und bedeutet auch „scharf“. Den anderen Teil habe ich nicht gefunden.Mala Doufu

Also: Mala setzt sich aus der ersten Silbe des Mapo-Doufu zusammen, lässt die Oma weg und betont dafür noch mal die Schärfe des Gerichts.

So, und nun seid Ihr gerüstet für die Bestellung in einem chinesischen Restaurant. Aber passt auf: Die Chinesen nehmen mehr als nur einen Löffel von getrocknetem Chili, um dem Mapo-Doufu die gewünschte Schärfe zu geben.

Zum Rezept: Mapo Doufu

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