Blogparade: Reiseplanung – die Auswertung

Reiseplanung: Mit oder ohne Reiseführer?
Sage und schreibe 18 Beiträge habe ich zu meiner Blogparade erhalten. Eine solche Resonanz auf meine erste Blogparade hatte ich nicht erwartet. GANZ, GANZ HERZLICHEN DANK!!! Mich hat es glatt umgehauen. Aber nun wird es höchste Zeit für eine Auswertung bzw. Zusammenfassung meiner Blogparade.Reiseführer

Das Thema war „Mit oder ohne Reiseführer“ und meine Fragen lauteten:

  1. Schafft Ihr Euch noch Reiseführer in Buchform an? Oder als eBook?
  2. Informiert Ihr Euch auch oder ausschließlich im Internet?
  3. Was muss ein guter Reiseführer Eurer Meinung nach unbedingt enthalten?

Mich hat es sehr überrascht, dass sich die Mehrheit der Teilnehmer ganz entschieden für den Reiseführer in Papierform aussprachen. Ich bin in Zeiten gereist, als von Internet und eBook niemand auch nur zu träumen gewagt hätte. Deshalb hatte ich gedacht, dass Menschen, die mit all den technischen Möglichkeiten aufgewachsen sind, sich nicht mehr mit einem Papier-Reiseführer befassen.

Die Vorteile eines Reiseführers in Buchform:

  • Seiten über Seiten zum Stöbern und Träumen
  • Schöne Fotos
  • Man kann Zettelchen reinkleben
  • Man kann Notizen in dem Reiseführer machen
  • Man hat alles kompakt an einer Stelle zusammen

Die Nachteile:

  • Das Gewicht. Das ist besonders unterwegs oft hinderlich.
  • Papierende Reiseführer sind häufig veraltet, Tipps für Unterkünfte oder Restaurants stimmen nicht mehr. Preise haben sich erhöht

In einem LonelyPlanet-Führer, der für viele Rucksackreisende der wichtigste Reiseführer ist, findet man Empfehlungen für Unterkünfte. Diese werden dann von den Backpackern aufgesucht. Für manche (mich z.B.) ist das ein Vorteil, denn dort trifft man immer auch nette Reisende zum Gespräch, interessante Tipps oder auch für eine gemeinsame Weiterreise. Doch es gibt auch Backpacker, die sich zwar informieren, welches die beliebtesten Unterkünfte laut LP sind, diese dann aber meiden, weil sie eben nicht den Reisenden auf dem LP-Trail begegnen möchten.

Das Buch in der Hand stellt auch schon mal einen ersten Kontakt mit anderen Reisenden her. Man kommt über den Reiseführer oder das gerade aufgeschlagene Kapitel manchmal schon im Flugzeug ins Gespräch.

In einem anderen Beitrag wurde auch darauf hingewiesen, dass ein Reiseführer in der Hand, wenn man vor einer Sehenswürdigkeit steht oder sich orientieren will, weniger Begehrlichkeiten als ein Tablet-PC oder ein teures Handy weckt.

Reiseführer in Form eines eBooks scheinen für die meisten kaum eine Rolle zu spielen. Da kann man schlließlich keine Zettelchen reinkleben. 😉

Das Internet als Recherche-Grundlage spielt bei allen eine große Rolle. Man schätzt die Aktualität und die Vielfalt der Informationen, die man sich im Internet holen kann. Trotzdem haben sich nur drei Teilnehmer dahingehend geäußert, dass sie sich ausschließlich übers Internet informieren. Das mag dann auch an den Reisezielen liegen. In Deutschland und Europa ist die Vielfalt der Informationen übers Internet enorm. Für viele Orte gibt es Apps, in denen man die aktuellsten Informationen findet, Stadtspaziergängen folgen kann oder genaue Wegbeschreibungen hat. Und das bequem und einfach auf dem Smartphone. Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Doch in manchen Ländern geht das (noch) nicht.

In einem guten Reiseführer erwartet man sich Informationen über Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Kultur. Do’s und Don’t’s sollten nicht fehlen. Ohne Bilder, die den Leser zum Träumen verführen und einen ersten Eindruck bieten, kann kein Reiseführer auskommen. Auch das ein Argument für das Papierbuch. In einem eBook kommen Bilder gar nicht gut heraus. Auch ein kleiner Sprachführer kann sehr nützlich sein. Wenn dann noch Hinweise auf weiterführende Informationen drin stehen, dann ist der Reiseführer ein perfekter Reisebegleiter.

Ein Reiseführer in Buchform scheint auch eine emotionale Entscheidung zu sein. Man liebt seinen mitgereisten Reiseführer mit all seinen Notizen und Eselsohren. Er ist ein lieb gewonnenes Andenken an die Reise und bietet auch nach der Reise noch eine spannende Lektüre, wenn man dann sagt: „Ja, da war ich! So war das dort!“

Und was denke ich? 

Ich finde all die Aspekte sehr nachdenkenswert und habe mich noch einmal gefragt, wie ist das bei mir? Meine Reisevorbereitungen für meine Reise nach Fujian schreiten voran. Dabei habe ich ganz deutlich die Grenzen eines analogen Reiseführers zu spüren bekommen. Der Lonelyplanet „China“ bringt genau 22 Seiten über die Provinz Fujian. Das ist sehr, sehr wenig. Das liegt sicherlich auch daran, dass Fujian insgesamt etwas abseits der Backpackerpfade liegt. Auch für andere Orte und Provinzen gilt das. Es werden in einem Reiseführer nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgeführt. Vieles, was ich unter der Überschrift „Abseits der Touristenpfade“ schildere, findet keine Erwähnung im LP oder anderen Reiseführern. Also greife ich auf das Internet zurück. Sehr hilfreich ist mir übrigens die Touristenkarte des chinesischen Fremdenverkehrsamtes zu Fujian. Die meisten eingetragenen „Attraktionen“ sind mir so gut wie gar nicht bekannt. Also schaue ich mal, was das Internet dazu bietet. Und gehe in den Weiten des WWW schon mal auf Reisen. Mal sehen, was ich da noch so entdecke!

Für unterwegs habe ich mir schon mal die wichtigsten Links notiert bzw. per Clipix gespeichert. So brauche ich keinen Reiseführer mitzunehmen und kann vor Ort auf die Infos zurück greifen. Hab ja schließlich mein Chrome-Book dabei.

Ich hebe übrigens die meisten alten gebrauchten Reiseführer auf. Das hat dazu geführt, dass ich mehrere LonelyPlanet „China“ aus unterschiedlichsten Jahren habe. Und den Reiseführer meiner ersten China-Reise von Doris Knop habe ich auch immer noch. Auch wenn ich früher immer gedacht habe „Was soll ich mit diesen alten Büchern? Die nutzen doch gar nicht mehr für unterwegs!“, so sind mir gerade die alten Reiseführer eine wichtige Recherche-Quelle, wenn ich über meine Erlebnisse in China vor 25 Jahren schreibe Ich sehe, was damals beschrieben wurde, und kann so die Veränderungen und Fortschritte in China erkennen.

Zur Zeit liegen folgende Reiseführer ständig auf meinem Schreibtisch, neben meinem Computer: Der aktuelle LonelyPlanet China, der aktuelle Dumont „China“ und der Doris Knop-Führer „China“ von 1986. Und natürlich die Fujian-Landkarte.

Wer die einzelnen Beiträge zu meiner Blogparade nachlesen möchte, findet diese hier noch einmal aufgelistet:

Sarah vom Blog sarahchangesherlife würde nie auf einen Reiseführer verzichten: Zum Artikel von Sarah geht es hier.

Myriade vom Blog  LA PAROLE A ÉTÉ DONNÉE À L´HOMME POUR CACHER SA PENSÉE liest häufig ihren Reiseführer erst nach der Reise. Zum Artikel von Myriade geht es hier.

Ulrike vom Blog Zypresse unterwegs hält mindestens einen Reiseführer für jede Reise zur Planung und unterwegs unentbehrlich. Zum Artikel geht es hier.

Ivana vom Blog Weltenbummlerin hat eine wunderbare Liste “Pro und Contra” aufgestellt. Zum Artikel geht es hier.

Thomas vom Blog Reisen-Fotografie hält es für Old School, dass er immer noch an dem papierenden Buch zur Reiseplanung festhält. Seinen Artikel findet Ihr hier.

Sandra von Tripp-tipp meint: Eine gute Mischung aus Buch und Internet ergibt mit ziemlicher Sicherheit einen tollen Urlaub!. Ihren Beitrag findet Ihr hier.

Susanne vom Blog wortgestalten schreibt, dass ihr ein Reiseführer in Buchform am liebsten ist. Ihren Beitrag findet Ihrhier.

Andreas vom USA-Reiseblog  MyCanUSA fasst zusammen: “Reiseführer haben genauso ihre Daseinsberechtigung wie die digitalen Medien. es kommt darauf an, das man das optimale zur richtigen Zeit zu nutzen.” Seinen Beitrag gibt es hier.

Lothar vom Blog av100 ist der erste, der davon berichtet, dass er ganz ohne Reiseführer in Buchform auskommt. Hiergeht’s zu seinem Beitrag.

Bettina vom Blog opjueck.de meint schlicht und ergreifend “Vergesst Reiseführer!”. Warum, das erfahrt Ihr hier.

Martin vom Reisemagazin Lateinamerika lebt seit 12 Jahren in Uruguay und schreibt mit Überzeugung, dass ein papierener Reiseführer für Lateinamerika keinen Sinn macht. Lest mehr darüber hier.

Carolin vom Blog fernweh.katzelin.de ist davon überzeugt: “Die Mischung macht’s!” Lest ihren Beitrag und spannende Geschichten rund um ihre Reiseplanung hier.

Stephie von Lieblingsplätze.com zieht ein eindeutiges Fazit: “Für mich – ganz klar – gehört der Reiseführer als wichtige Informationsquelle einfach dazu!” Mehr lest Ihr hier.

Gigi von gigis-erlebnisse.ch reist viel in den USA. Sie und ihre Familie nutzen alle Resourcen, vor allem auch etwas weniger bekannte Reiseführer für die Fahrten abseits der asphaltierten Straßen. Leider hat Gigi ihren Blog neugestalten müssen, dank einem Hacker-Angriff. Deshalb ist ihr Artikel zur Zeit nicht mehr auffindbar (August 2015)

Nike von parkvogel.de kauft sich Reiseführer aus überwiegend emotionalen Gründen. “Ich mag die Dinger einfach.” sagt sie. Und hier findet Ihr ihren Beitrag.

Miriam von buecher-fuer-alle.de liebt Bücher. So ist es kein Wunder, wenn sie sich Reiseführer am liebsten in Buchform kauft. Warum sie auch sonst Bücher dem eBook vorzieht erfahrt Ihr hier.

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