Fußmassage – In China unterwegs

Eine Massage ist wohltuend und entspannend. Eigentlich genau das richtige, wenn man in China unterwegs ist und der Rücken den endlosen Busfahrten ausgesetzt ist. Aber Massage ist nicht gleich Massage. Besonders, die Mädels, die im Hotel an die Zimmertür einzelnder männlicher Reisender klopfen, bieten häufig noch etwas anderes an als „nur Massage“. Auch bei den Empfehlungen des Hotelpersonals sollte man vorsichtig sein. Die haben meist besonders gute Beziehungen zu „Massageinstituten“. Vielleicht sollte man (s)eine Frau vorschicken für die Frage nach einer guten Massage. Man kann auch versuchen, von anderen Reisenden eine Empfehlung zu erhalten. Ich weiß es nicht. Wenn ich in China eine schöne entspannende Massage erhalten habe, dann hatte ich das entweder dem Zufall oder dem guten Reiseleiter zu verdanken.

Meine erste Erfahrung mit chinesischer Massage machte ich 1987 in Kunming. Hier ein kurzer Absatz aus meinem damaligen Reisebericht.
„Am Kreisverkehr fallen uns die blinden Masseure auf, die in einem Park in der Nähe stehen. Mit einem Schemel vor sich warten sie auf Kundschaft. Ein großes Plakat kündet auf Chinesisch und Englisch von den Wohltaten einer Massage. Ein junges Mädchen spricht uns auf Englisch an, als wir neugierig näher kommen. Wir sollten es doch mal ausprobieren! Wir lassen uns gerne zu einer Kopfmassage überreden. Es ist herrlich wohltuend, die erfahrenen Finger des Masseurs zu spüren, besonders weil ich schon seit Tagen häufig Kopfschmerzen habe. Entspannt schliesse ich die Augen. Als ich sie wieder öffne, sehe ich eine große Menschenmenge vor mir. Wir bieten den Chinesen wieder einmal eine große Gaudi: Westler, die sich den Kopf massieren lassen!“

Zu meinem allergrößten Entzücken, gab es 2011 zwar den Kreisverkehr, aber die blinden Masseure hatten ihren Platz in der Fussgängerzone von Kunming gefunden. Auf einigen Metern steht ein Stuhl neben dem anderen. Die Masseure in ihren weißen Jacken warten auf Kundschaft. Ich bin 2011 leider nur vorbeigelaufen. Aber wenn Ihr in Kunming und Zeit habt, dann setzt Euch doch einfach mal auf einen solchen Stuhl und lasst Euch den Kopf oder den Nacken massieren!

2011 hatte ich dann die Gelegenheit, in Kunming eine wohltuende Massage zu genießen. Mittlerweile haben sich vor allem in den großen Städte Massageinstitute etabliert, die alles anbieten von Fuss bis Kopf-Massage. Diese Institute sind sehr seriös und werden gerne von Geschäftsleuten für eine angenehme Zusammenkunft genutzt. Es gibt einige große und kleine Räume, die den Besuchern die Möglichkeit bieten, unter sich zu bleiben. Was in den kleineren Separees passiert, weiß ich nicht. Doch diese Institute legen großen Wert auf ihre Seriosität – nur Massage.

Als wir, also die Reisegruppe, die ich damals begleitete und ich, die große Empfangshalle betraten, fand gerade ein Appell statt. In Reih und Glied standen die Angestellten und Masseure in ihren netten Uniformen vor dem Chef, der an die Benimmregeln und Hygienevorschriften erinnerte. Anschließend ging er noch mal kurz durch die Reihen, um die Vollständigkeit und Sauberkeit der Ausrüstung zu inspizieren. Wir Westler standen staunend daneben. Wir konnten im Hintergrund eine Bar sehen. Ein wenig wirkte das Ganze wie ein Fitnessstudio.

Dann wurden wir in zwei größere Räume geführt und suchten uns unsere Massageliege aus. Dann wurden helle „Pyjamas“ verteilt. Ein paar Minuten hatten wir Zeit, um uns unter großem Gekicher in diese Massageanzüge zu kleiden. Dann kamen die Masseure und Masseurinnen zurück, ausgerüstet mit einem Eimer heißen Wassers und es ging los. Wir brauchten alle einige Zeit, bis das Kichern aufhörte und wir uns der Massage überlassen konnten. Unsere Füsse wurden in warmen Wasser gebadet. Währenddessen wurde der Nacken durchgeknetet. Arme, Beine, alles wurde geschüttelt, geklopft und gelockert. Eine gründliche Massage der Füsse schloss die Massage ab. Das Ganze dauerte fast eine Stunde. Am Schluss waren wir alle so entspannt, dass wir am liebsten noch lange weitergemacht hätten.

Auf einer Info-Reise nach Hongkong 2009 hatte ich die Gelegenheit, eine Fußmassage zu genießen. Diese Massagen werden mit einem gewissen therapeutischen Anspruch in Kowloon an jeder Ecke angeboten. Auch hier muss man aufpassen, dass man ein seriöses Institut mit ausgebildeten Masseuren findet. Eine unsachgemäße Massage kann auch Schaden anrichten. Da fragt man am besten im Hotel oder anderen Reisende.

Bei der Fußmassage in Kowloon, die mit einigen medizinischen Erklärungen einherging, erfuhren wir auch so einiges über das Leben der Masseure. Durch die Massagen, die zum Teil mit großem Druck ausgeführt werden, bilden sich dicke Schwielen an den Fingern der Masseure. Diese schmerzen sehr und deshalb müssen die Masseure immer wieder tage-/wochenlange Pausen einlegen, in denen sie nichts verdienen. Man sollte auch nicht erwarten, dass man in ein glitzerndes Schönheitsinstitut eintritt. Mehr als einen Sessel, ein paar Handtücher und einen Eimer heißes Wasser braucht man nicht für die Massage. Das Drumherum scheint nicht so wichtig.

Fussmassage in Kowloon

Fußmassage in Kowloon

Ob die Fußmassage in irgendeiner Form sich auf die Gesundheit auswirkt, wage ich anzuzweifeln. Eine einzige Massage hilft nichts. Das müsste man einige Male wiederholen. Eine tolle Sache ist die (Fuß-)Massage in jedem Fall! Vor allem, wenn man nicht alleine hingeht, sondern die Möglichkeit hat, zusammen mit Freunden die Verlegenheit wegzulachen und gemeinsam dieses Erlebnis zu genießen.

6 Kommentare

  • Wir genossen damals auch eine Massage in China. Als wir beim Hotel zwei Masseure bestellen wollten, griff zum Glück unser Reiseleiter ein, und hat uns zwei voll nette (und günstiger als die vom Hotel) vermittelt. Die kamen dann aufs Zimmer und haben mich und meine Zimmerpartnerin eine Stunde lang durchgeknetet. Und das hat so gutgetan. An dem Tag waren wir nämlich auf der grossen Mauer. Und um den Touristenmassen zu entkommen, war das zuerst eine 4-stündige Busfahrt hin, dann herumkraxeln auf der Mauer und dann wieder 4 Stunden Bus zurück. Der Tag war also lang und anstrengend.

    Hast du mir evtl. für Peking noch gute Empfehlungen? Bin ja im September für 2 Nächte in Peking 🙂

    • bambooblog

      Hallo Sarah,
      ja, bei der Auswahl seines Masseurs muss man vorsichtig sein!
      Da Du schon in Peking warst, kennst Du wahrscheinlich die Top Sehenswürdigkeiten schon. Gibt es ein Thema, das dich besonders interessiert? Ich schreib dir mal ne Email mit meine Vorschlägen…LG Ulrike

      • Hi Ulrike,

        Super. Danke vielmals. Ja, die Highlight habe ich bereits. Lama-Tempel und Konfuzius-Tempel will ich nochmals. Die haben mir damals sehr gut gefallen. Ansonsten evtl. in den Zoo. Unterm Strich bleiben mir ja nur zwei Tage und ein zusätzlicher Abend. Wobei ich für den Abend lieber noch nichts plane, man weiss ja nie, wie lange man zum Einreisen und in die Stadt rein fahren dann braucht.

      • bambooblog

        Liebe Sarah, geh nicht in den Zoo. Tu Dir das nicht an!. Ich schreib Dir in den nächsten Tagen ausführlich. LG Ulrike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.