Erste Hilfe bei akutem Fernweh

Diesen Artikel vom September 2013 habe ich nun (2014) zur Blogparade “Was bedeutet für dich Fernweh?“ von Sabine http://www.ferngeweht.de/ eingereicht. Dort gibt es sehr viele und interessante Antworten zu dem Thema.

Mein Blick streift in den trüben Hamburger Nachmittag. China ruft! Ich höre es ganz deutlich! Und ich sitze hier einsam und verlassen an meinem Schreibtisch und kann nur eines tun: Von China träumen, von China schreiben, Fotos gucken.

Fernweh ist ein Schmerz, den nur der wahre Reisende nachvollziehen kann. Wie gerne würde ich jetzt in einem Teehaus in Chengdu meinen Tee schlürfen und Leute beobachten! Oder endlos durch das fantastische Hauptstadt-Museum in Peking streifen! Die kleinen Gassen von Pingyao, die fröhlichen Naxi-Frauen in Lijiang, die Karstberge von Yangshuo. Ich gerate ins Träumen und mir steigen die Tränen in die Augen.

Doch ich weiß zwei Wege, um mich ganz wie unterwegs zu fühlen:

1. Western Breakfast

Schnell und einfach und jederzeit herzustellen: ein Western Breakfast wie ich es in China so oft erlebt habe: zwei angebrannte Toastscheiben, zwei in viel Fett gebratene Spiegeleier, InstantkaffeeMcD in Kunming

2. McDonald’s

Ja, in China und Asien gehe ich manchmal zu McDonald’s, um dort einen guten Kaffee zutrinken, einen Cheeseburger und ein Eis mit Schokosoße zu essen. Der Kaffee ist gut und preiswert und ich kann in Ruhe meine Zeitung lesen, mein Tagebuch schreiben und einfach ein wenig von dem Trubel der chinesischen Straßen Abstand gewinnen.
McDonald’s sieht überall auf der Welt gleich aus. Auch der Kaffee schmeckt überall gleich. Deshalb gehe ich, wenn’s Fernweh zu schlimm wird, in Hamburg zu McD, trinke einen Kaffee, esse ein Eis mit Schokosoße und träume von China.

Und jetzt mache ich mir erstmal ein Western Breakfast!

Nachtrag:
Fernweh ist für mich unabhängig vom Wetter. Ich träume nicht im deutschen Winter und seinem Schmuddelwetter von hellen Stränden unter tropischer Sonne. Überhaupt mag ich Strandurlaub ja nicht so gerne. Nach einem Weihnachten unter Palmen in Thailand 1991 weiß ich, dass ich das nicht will. Ich liebe die ausgeprägten vier Jahreszeiten in Europa. Deshalb habe ich auch keine Schwierigkeiten mit einem winterlich kalten China. Im Gegenteil! Im Winter ist China meistens ohne viele Touristen, der Himmel ist häufig klar. Man muss sich nur warm einmummeln. Dafür gibt es in China wunderbar kuschelige Daunenjacken ganz preiswert zu kaufen.

16 Kommentare

  • Pingback: 23.05. – 03.06.15 Meine letzten Abenteuer in Indien - Bambooblog Hamburg

  • Hallo Ulrike,
    die Kombi – China mit MC ist ja mal genial 😉
    Ich muss jetzt gerade an die leckeren Baguettes vom Paul denken in Paris hmmm lecker
    Liebe Grüße

    • bambooblog

      🙂 Bei Baguettes muss ich daran denken, wie glücklich wir waren, wenn in dem kleinen Laden auf dem Campus in Peking manchmal Baguettes kaufen konnten. Auch heute verbinde ich Baguettes eher mit Peking als mit Paris. LG Ulrike

  • Sarah ツ

    Sehr schöner Beitrag 🙂 Ich träume in meinem Alltag auch ganz oft bei verschiedenen Dingen. Wenn ich einen Kaffee genieße, stelle ich mir vor, dass ich gerade in einem tollen Pariser Café sitze oder wenn ich bei meinen Eltern auf dem Land bin und dann mein Blick über den trockenen Acker schweift, frage ich mich, ob das in Namibia wohl auch so aussehen könnte *lach*. Ja, etwas abstrakt, aber so habe ich tägliche Kurzreisen 😀

    Achja: Ich liebe auch die Jahreszeiten, auch wenn ich eher der Frühling- und Herbst-Typ bin und kaltes, nasses Wetter nicht mag. Ohne Jahreszeiten zu leben, fände ich äußerst komisch. Ich mag diese Mischung. Und Weihnachten irgendwo am Strand ist für mich momentan auch undenkbar. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass Menschen allgemein Rituale mögen und ich sitze halt gern mit Klößen, Rotkohl und Pute neben dem Weihnachtsbaum, wenn es draußen kalt ist.

    • bambooblog

      Klöße und Rotkohl! Ja, genau, das braucht man manchmal! Weihnachten selbst hat für mich keine Bedeutung. aber es geht doch nichts über Kerzen anzünden und gemütlich einen Glühwein zu schlürfen.
      Ich wünsche Dir noch eine schöne Vorweihnachtszeit! LG Ulrike

  • Zu McDonald’s zu gehen, um von China zu träumen, ist eine interessante Strategie 😉 Danke für deinen Beitrag zu meiner Blogparade!

    • bambooblog

      🙂 Ich gehe nicht oft zu McD aber wenn, dann bin ich mit meinen Gedanken in China. Jeder, der unter Fernweh leidet, hat solche kleinen Fluchten, denke ich.

  • Pingback: Wie umweltbewusst kann man durch China reisen?

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  • Ich würde lieber traditionelles Essen bevorzugen. Heimatliches Essen erhalte ich auch in meiner Heimat. Da muss ich nicht für nach China. Aber jedem das Seine. 😉

    • Fernweh ist ein Gefühl, das nichts mit Heimat zu tun hat. Es geht ja um das Gefühl des Reisens, des unterwegs seins. Es geht auch nicht um „heimatliches Essen“ sondern um Sehnsucht. China ist übrigens meine zweite Heimat.

      • Fernweh ist per Definition die Sehnsucht wieder in der Heimat zu sein, wenn man woanders ist. Das hat mit dem Reisen nichts zu tun, sondern mit dem wo man sich aktuell aufhält und wie heimatlich sich man dort fühlt. Die „Das ist meine 2. Heimat“-Floskel kann man sich bei solchen Gefühlen schenken, das wirkt unglaubwürdig.

      • WIKIPEDIA. „Heimweh ist die Sehnsucht in der Fremde, wieder in der Heimat zu sein. Das Gefühl ist verbreitet genug, um vielen Kunstwerken, zumal zahlreichen Liedern und Schlagern, Stoff gegeben zu haben. Für die Sehnsucht aus der Heimat in die Ferne wurde das Kunstwort Fernweh gebildet.“

  • Liebe Ulrike,
    das kann ich so nachvollziehen. Herrlicher Artikel! Angebrannten Toast habe ich in Indien auch gefunden 🙂 Liebe Grüße,
    Wasana

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