Das Bucerius Kunstforum

In Hamburg gibt es ein ganz besonderes Museum: Das Bucerius Kunstforum. Eigentlich ein kleines Museum, gleich neben dem prachtvollen Hamburger Rathaus. Aber absolut empfehlenswert!

Was ist das für ein Museum? Moderne Kunst? Antike Kunst? Gemälde? Plastik? Das kann man gar nicht so genau fest legen. Eigentlich ist es gar kein Museum. Es gibt keine Dauerausstellung, sondern vier Mal im Jahr werden großartige Kunstausstellungen gezeigt, die in ihrer kompakten Form immer etwas Besonderes bieten.

Das Bucerius Kunst Forum vermittelt Kunst von hoher Qualität in neuen Zusammenhängen. Das Augenmerk richtet sich auf Themen, Epochen oder Künstler. Die Ausstellungen zeigen künstlerische Zusammenhänge, Beziehungen zwischen Epochen und Disziplinen und Brücken zwischen der alten und modernen Kunst auf. Die Werke werden mit einer neuen These befragt und unter einem konkreten, neuen Aspekt betrachtet – eine Ausstellung zum Werk von Henri Matisse etwa versammelte erstmals seine Portraits, die Ausstellung über Frida Kahlo widmete sich erstmals den Verbindungen zwischen der mexikanischen und der europäischen Kunst. So gewinnt auch der Kenner neue Eindrücke und Erkenntnisse.

So beschreibt sich das Museum selbst. Also, eigentlich ist es gar kein Museum.

Ich habe schon einige hochinteressante Ausstellungen besucht, die mich vor allem wegen der einzigartigen Zusammenstellung der Objekte und/oder dem besonderen Thema beeindruckt haben. Da stehen für mich vor allem die Ausstellungen über Antike in Vordergrund.

Screenshot vom Archiv

Screenshot vom Archiv

Besonders in Erinnerung sind mir:
Die Etrusker – Bilder vom Diesseits, Bilder vom Tod (2004). Eine hochinteressante Ausstellung über die Begräbnisrituale der Etrusker mit Särgen, Fresken und Skulpturen.

Kleopatra und die Cäsaren (2006) Die Zusammenhänge zwischen Kleopatra und dem römischen Reich wurden anschaulich dargestellt. Ich erfuhr viel über die Geschichte und die Motive der Pharaonin

Malerei für die Ewigkeit – die Gräber von Paestum (2007) Sehr außergewöhnliche Ausstellung, die man so in ihrer Kompaktheit und Zusammenstellung nirgendwo sieht

Täuschend echt – Illusion und Wirklichkeit in der Kunst (2010) Da konnte ich mal wieder sehen, wie täuschend echt eine gemalte Marmorwand aussehen kann

Jetzt, wo ich mich noch einmal durch das Archiv des Bucerius Kunstforums klicke, stelle ich fest, dass ich doch einige grandiose Ausstellungen verpasst habe. Vom Mittelalter bis zur Moderne, die Themen sind vielfältig.

Diese Ausstellung habe ich kürzlich besucht:

Pompeji. Götter, Mythen, Menschen

Ausstellung Pompeji im Bucerius Kunstforum. Screenshot

Ausstellung Pompeji im Bucerius Kunstforum. Screenshot

So auch die Ausstellung über die Casa die Citarista, die gerade läuft (2014) und die ich kurz vor knapp noch besichtigt habe. Am 11.01. geht sie zuende. Die Funde aus einer der größten privaten Stadtvillen in Pompeji werden zum ersten Mal zusammen ausgestellt. Mit Wänden und Säulen hat man den Eindruck geschaffen, als bewege man sich wirklich durch die Villa. Da steht der guterhaltene Apollo in voller Lebensgröße in einer Nische, so wie er mal das Peristyl geschmückt hat. Bronzen, Schmuck und Wandmalereien – ein direkter Blick ins antike Pompeji. In einem weiteren Raum kann man den Fresken ganz nahe kommen. Die Villa wurde bereits 300 v. Chr. erbaut und spiegelt in ihren Wandmalereien die Entwicklung der römischen Malerei bis zur Katastrophe 79 n.Chr. wider. Ergänzt wird das durch ausführliche Erläuterungen, sowie einen eindrucksvollen Film über die Villa, so wie sie sich während der Ausgrabung darbot. Eine 3D-Animation lässt den Besucher eintreten in die bunten Räume der Villa mit ihren Säulen und Gärten. Dabei werden immer wieder geschichtliche und räumliche Zusammenhänge hergestellt. Für mich ganz neu: Aktuelle Forschungen kommen zu dem Schluss, dass die Zimmer einer solchen antiken Villa in ihrer Funktion nicht festgelegt waren. Was morgens als Büro genutzt wurde, konnte abends einem Festgelage dienen oder nachts als Schlafzimmer. Leichte Möbel aus Holz (die in Pompeji leider nicht erhalten sind) ließen sich immer wieder neu arrangieren. Für mich war der ausgezeichnete Ausstellungskatalog mit sehr viel weiterführender Information ein Musthave (€ 29,00)

Als nächstes wird es wieder modern: Miro – Malerei als Poesie (31.01. bis 25.05.2015)

Info (Stand 01.2015):
Öffnungszeiten: Täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr donnerstags bis 21:00 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene € 8,00
Fotografieren ist nicht erlaubt

Internet: www.buceriuskunstforum.de

4 Kommentare

  • mei-mei

    Das Bucerius Kunstforum ist eine wunderbare kleine Insel in der Hamburger City! Ich habe dort schon viele tolle Austellungen gesehen, auch die beeindruckenden Pompeji-Wandbilder. Unbedingt empfehlenswert!
    Sehr angenehm ist auch das Café im Keller. Allerdings habe ich öfter den Verdacht, dass viele der Café-Besucher gar nicht in die Ausstellung gehen, sondern sich dort zwischendurch von den Anstrengungen ihrer Shopping-Tour erholen. Bei der Gelegenheit nutzen sie auch gern die Waschräume und die Schließfächer, um ihre vielen Einkaufstüten vorübergehend zu parken, denn in diesen Bereich gelangt man auch ohne Eintritt zu bezahlen …

  • Ich mag Geschichte. Sehr.

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