Laba-Fest: Bald ist Chinesisch Neujahr

AKTUALISIERT 27.01.2015
Das Laba-Fest wird am achten Tag des letzten Mondmonats gefeiert. Im Chinesischen bedeutet „la“ der 12. Mondmonat und „ba“ heißt acht. In diesem Jahr fällt das Laba-Fest auf den 27.Januar 2015. Die chinesischen Zeichen für „Opfer“ und „der zwölfte Monat“ nach dem Chinesischen Mondkalender waren austauschbar (腊 là = Gepökeltes/Opfermonat) und seitdem wird „là“ auf beides bezogen. Da das Fest am achten Tag des letzten Monats abgehalten wird, fügten die Menschen später die Zahl acht (八 bā) hinzu. So entstand das heutige „laba“. Da dieser Tag kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest liegt, gilt das Laba-Fest als Auftakt zu den Feierlichkeiten.

Die Tradition, am Laba-Tag Reisbrei zu essen, ist seit der Song-Dynastie (vor rund 900 Jahren) bekannt. Bei den Han-Chinesen ist dies eine buddhistische Tradition. Sakyamuni, der erste Buddha und Gründer der Religion, gewann Erleuchtung am achten Tag des zwölften Monats. Auf seinem Weg in die Berge, dort Einsicht und Erleuchtung zu suchen, wurde er müde und hungrig. Erschöpft von langen Tagesmärschen, brach er ohnmächtig an einem Fluß in Indien zusammen. Eine Schäferin fand Sakyamuni  und überließ ihm ihr kärgliches Mahl: Brei aus Bohnen und Reis. Er konnte die Reise fortsetzen und nach sechs Jahren erlangte er schließlich Erleuchtung am achten Tag des zwölften Monats. Seitdem bereiten Mönche am Vorabend dieses Tages Reisbrei, singen Sutras und bringen Buddha Opfergaben. In großen Buddha-Tempeln wird Laba-Reisbrei an Arme ausgeteilt. In der Ming Dynastie (vor etwa 500 Jahren) galt der Brei als eine so heilige Speise, dass Kaiser sie an hohen Festtagen ihren Beamten vorsetzten. Die feudale Oberschicht fand Gefallen an dieser Speise und rasch verbreitete sich die Sitte im ganzen Land.

Obwohl die Tradition, Laba-Reisbrei zu essen, religiösen Ursprungs ist, wurde im Laufe der Zeit, besonders im Norden, daraus ein beliebter Winternachtisch. In der Regel enthält der Brei acht Zutaten: Klebreis, rote Bohnen, Datteln, Lotuskerne, Walnuskerne, Mandeln, Maronenmus und Erdnüsse.

Gebackene Nüsse und getrocknete Früchte gelten als besonders gut, die Nerven zu beruhigen, Lebenskraft zu spenden, Herz und Milz (Sitz der Temperamente) zu stärken. Vielleicht ist dies der Grund, warum der Reisbrei auch Babao genannt wird: acht Schätze.

Auch heute wird an vielen buddhistischen Tempeln der Laba-Brei an Bedürftige verteilt.

Siehe auch: Laba–Fest auf Peoples Daily

4 Kommentare

  • Ich fand es auch hochinteressant! Speziell die Geschichte des Laba-Reisbreis. Seine Zutaten sind wirklich durchdacht und beeinflussen das Befinden schon erheblich – im positiven Sinn. Ulrike, hattest du schon einmal die Gelegenheit ihn selbst zu probieren?

    LG Michèle

  • Vielen Dank für diese profunde und für mich vollkommen neue Information. Hier sieht man mal wieder, wie beschränkt der deutsche Horizont ist, was Länder wie China angeht. Während in der englischen Wikipedia das „Laba Festival“ beschrieben ist, schweigt sich die deutsche darüber aus. Hat nicht jemand Lust, dies zu ändern?

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