Rom – Hotel Virginia und Umgebung

Nachdem ich den günstigen Flug mit Easyjet nach Rom gefunden hatte, brauchte ich noch ein Zimmer. Meine Anforderungen: zentral gelegen, sauber, Zimmer mit Dusche/WC, preiswert. Dann machte ich mich auf die Suche auf den einschlägigen Internetportalen. Zunächst fand ich nur Hotels, in denen das Einzelzimmer rund €60,- pro Nacht kostete. Ich hätte das auch noch akzeptiert. Schließlich war das Rom, eine der Touristenhochburgen der Welt. Ich habe die verschiedensten Internetseiten ausprobiert. Schließlich wurde ich fündig – auf expedia.de:

Hotel Virginia lautete meine Wahl. Zentral gelegen, unweit vom Bahnhof Roma Termini. Das Zimmer mit Dusche/WC kostete nur € 32,- pro Nacht- Das fand ich gut. Die Bewertungen erschienen auch in Ordnung. Ein wenig war ich noch skeptisch, denn es lag in einer Gegend, die mir als sehr dunkles Stadtviertel von Rom bekannt ist: Nordöstlich von der Via Marsala. Doch ein Blick in Google-Streetview zeigte eine enge Straße mit alten Häusern rechts und links, nichts auffälliges. Ich buchte das Hotel!

Als ich ankam und mir meinen Weg vom Bahnhof zum Hotel suchte, war mir natürlich ein kleiner ausgedruckter Plan eine Hilfe. Die Via Marsala, die vom Bahnhof zur Piazza delle Finanze führt, habe ich schnell gefunden. Von dieser geht die Via Montebello ab, an der das Hotel liegt. Straßen in diesem Viertel zu finden, wird einem nicht leicht gemacht. Die Straßenschilder bestehen aus Marmor und dem eingekerbten Straßennamen, der sich durch nichts vom weißem Untergrund unterscheidet. Man muss schon ziemlich genau hingucken, um den Straßennamen zu erkennen.

Die Via Montebello begrüßte mich mit einem bunten Markt. Kleidung, Obst und Gemüse wurden an einigen Ständen verkauft. Hmmm, lecker Obstsalat! Das war der richtige kulinarische Auftakt für meinen Rom-Besuch! In der Via Montebello gibt es etliche kleine Hotels und Restaurants.

Hotel Virginia

Hotel Virginia

Da liegt auch das Hotel Virginia. Es hat keine großartige Empfangshalle, ein alter Aufzug bringt mich in den ersten Stock, wo die kleine Rezeption liegt. Ich werde freundlich begrüßt, bekomme mit dem Zimmerschlüssel auch gleich einen Stadtplan in die Hand gedrückt. Das Hotel hat laut Internet 14 Zimmer. Meines ist im 3. Stock und geht nach hinten raus. Es ist recht klein. Neben dem großen Kingsize-Bett hat nur noch ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen Platz. Einen Schrank gibt es im Eingangsbereich. Ausreichend Kleiderbügel, eine kräftig pustende Klimaanlage ist auf 29 Grad eingestellt. Doch ich finde schnell den Aus-Knopf und das kleine Fenster hinter den Vorhängen, das ich schnell öffne. Das Bad, äh die Nasszelle, ist winzig aber mit allem ausgestattet, was man so braucht. Die Handtücher scheinen relativ neu, sie sind strahlendweiß und sehr kuschelig. Die Duschkabine ist ziemlich eng. Jemand, der etwas mehr wiegt als ich, hätte sicherlich seine Schwierigkeiten, sich umzudrehen. Aber für mich reicht es. Die Rezeption ist übrigens rund um die Uhr besetzt.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Hotelchen. Es wird auch in der Nacht nicht übermäßig laut. Die Leute sind wirklich sehr freundlich und auskunftsbereit. Im 4. Stock soll es einen Kaffee-Automaten geben, den ich aber nicht ausprobiere. Es gibt überall im Hotel kostenfreies WLan.

Und die Umgebung? Ich bin nun mehrfach gefragt worden, ob die Gegend nicht ein wenig anrüchig sei. Nein, mir ist eigentlich nichts aufgefallen. Es gibt ein Kino ein wenig die Straße runter, das anscheinend überwiegend „Adult“-Movies zeigt. Aber sonst: wunderbar! Ein wenig Multi-Kulti: Die vielen Minimärkte, die es hier überall gibt, werden anscheinend überwiegend von Menschen vom Indischen Subkontinent betrieben. Als ich mir eine – ziemlich teure – Flasche Rotwein in einem dieser Läden kaufe, berät mich ein Muslim aus Bangladesh bei der Auswahl. Nebenan gibt es einen Laden, der neben Pizza auch Döner anbietet. Ein paar Meter weiter leuchten chinesische Schriftzeichen und machen auf ein chinesisches Restaurant aufmerksam.

Die Lage ist das Beste: 5 Minuten zum Bahnhof, 5 Minuten zu den Diokletians-Thermen und zu Fuß ca. 10 Minuten bis zur Piazza Venezia und dem Forum Romanum.

Ich esse an einem Abend in dem italienischen Restaurant „La Famiglia“, offensichtlich auch von jemandem aus Asien geführt mit Kellnern aus vielen Ländern, nur nicht aus Italien. Das Essen ist toll und ich empfehle es gerne weiter. Die Preise sind moderat, das Essen ausgezeichnet und sehr italienisch. Nicht nur Pizza sondern auch tolle Salate, Fleisch- und Fischgerichte stehen zur Auswahl. Ich habe Kalbsschnitzel mit Pilzsoße gegessen – ein Gedicht! Die Soße war leicht und aus säuerlich eingelegten oder marinierten Pilzen gemacht. Wirklich toll! Auf dem Heimweg entdecke ich an der Via Montebello ein afrikanisches Restaurant, das Äthiopische Küche anbietet. Ich liebe diese exotisch gewürzten Gerichte. In Hamburg habe ich, außer auf Straßenfesten solche Speisen noch nicht erlebt! Ich gönne mir also noch eine Kleinigkeit, obwohl ich gar nicht mehr hungrig bin. Lecker!

Fazit: Hier würde ich gerne noch ein paar Tage bleiben, mich durch die exotischen Restaurants durchfuttern und mit den liebenswürdigen Menschen in den Minimärkten, an den Obstständen und in den Restaurants plaudern!

Infos:

Virginia Hotel
Via Montebello 94
Roma, RM 00185
Tel: +39 06 4457689
http://www.hotelvirginiaroma.com/de/index.php

La Famiglia
Ristorante * Pizzeria
Via Gaeta 66
Roma, 00185
Tel: +39 06 4940622
Ristorante La Famiglia

13 Kommentare

  • Nette Infos von dir zu Rom – wir waren dieses Jahr dort, Unsere Unterkunft lag nur wenige hundert Meter vom Colosseum entfernt und war auch nicht sehr teuer. Wir haben € 40,00 pro Nacht / Person (Nebensaison) bezahlt. inkl. Fühstück in einer naheliegenden Bar. Rom ist einfach fantastisch und immer eine Reise wert.
    Ich habe gesehen, du hast keine weiteren Reisen in Italien unternommen. Scheinbar überragt deine Passion für Asien. 🙂

    • 🙂 Sagen wir mal so: Meine Reisen nach Italien sind einfach schon zu lange her. Heute ist China der Schwerpunkt meines Blogs. Aber wenn man mir die Gelegenheit gibt, fahre ich auch gerne wieder nach Italien oder sonstwo in Europa.

  • Danke für die Tipps, werd ich mir notieren! Mensch, der Preis ist ja unschlagbar! Ich hätte nicht mal gedacht, dass man für 60 Euro ein Einzelzimmer bekommt, nach dem, was das Hotel, in dem wir damals mit der Gruppe waren, regulär gekostet hätte (über 200 €). Und das war total außerhalb und soooooo toll jetzt auch wieder nicht! Schönen Sonntag! 🙂

    • bambooblog

      Ja, danke, das Hotelchen war wirklich preiswert. Auf jeden Fall gibt es noch reichlich Hotels mit Preisen um die 60,- pro Nacht/Zimmer in der Gegend. Und in der Hochsaison ist es sicherlich teurer. Liebe Grüße
      Ulrike

  • Danke für den Tipp, ist abgespeichert!
    Will im Frühjahr selbst möglichst kostengünstig ein paar Tage Rom genießen.
    Da klingt das „Hotelchen“ echt gut.

  • Das sieht ja wirklich nett aus, auch die Umgebung und der Preis klingt gut. Nur die altmodische rosa Einrichtung gefällt mir nicht so, passt aber irgendwie gut zu Rom.

    Warum soll es da anrüchig sein? Wegen dem Porno-Kino und dem Multi-Kulti? Oh Mann …

    • bambooblog

      🙂 Das war wohl einst das Viertel der Drogenhändler und Prostituierten. Jetzt ist es anscheinend richtig nett dort. Doch ein schlechter Ruf hält sich…

  • Danke für deine Mail, und für diesen sehr informativen Post. Ich werde mir diesen abspeichern, vielleicht klappt’s ja dieses Jahr endlich einmal wieder mit einem Trip in die Ewige Stadt.

  • Das klingt wirklich sehr gut.Einen schönen Aufenthalt noch! LG xeniana

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