Frauen in der Verbotenen Stadt

Der geheimnisvollste und abgeschlossenste Teil des Kaiserpalastes waren die Paläste der Kaiserin und der Konkubinen. Im Inneren Hof lebten zeitweise bis zu 9000 Frauen. Manch ein Kaiser hatte mehrere Kaiserinnen und viele Konkubinen, die einer strengen Rangordnung unterlagen. Hinzu kamen zahlreiche Dienerinnen. Auch die Kinder des Kaisers  lebten mit ihren Ammen und Betreuerinnen im Inneren Palast.

Alle führten ein äußerst zurückgezogenes Leben. Es war z.B. den Konkubinen nach dem Einzug in den Palast nur noch ein einziges Mal erlaubt, ihre Eltern zu besuchen. Es gab einige Möglichkeiten, sich die Zeit am Hof zu vertreiben, denn es gab eigene Opernhäuser und Theaterbühnen, kleine Tempel und ruhige Gärten. Die Damen widmeten sich ihrer Schönheit und bereiteten manchmal sogar selbst ihre Kosmetika zu, wie u.a. ein Rouge aus lange gepressten Rosenblättern. Manchen malten, stickten oder schrieben Gedichte. Die meiste Zeit aber wurde mit Kartenspielen und Klatsch und Tratsch verbracht. Höhepunkte im Jahr waren Feierlichkeiten und der Umzug zum Sommerpalast, wo man für einige Monate die Sommerfrische genießen konnte. Trotzdem: die meiste Zeit verbrachten sie in nicht enden wollender Langeweile.

Die Frauen in der Verbotenen Stadt unterlagen einer sehr strengen Hierarchie. Bis ins Kleinste war der Alltag geregelt. Kleidung und Schlafplatz hingen ganz und gar von dem Rang der Frau ab. Starb der Kaiser, mussten sie ihr Leben neu ordnen. Sie bekamen spezielle Paläste in der Verbotenen Stadt zugewiesen. Wichtig war für viele Frauen der Verbotenen Stadt auch das Essen: Je höher ihr Rang, desto mehr und besseres Essen gab es für sie.

Eigene Zimmer, Privatsphäre? Das gab es für Frauen der Verbotenen Stadt nicht. Die Frauen des Kaisers, seine Mutter und die Witwen vorangegangener Kaiser hatten eine Sonderstellung und ein bisschen mehr Platz. Überall gab es auch ein Plätzchen für die zahlreichen Hofdamen, Dienerinnen und Eunuchen. Trotzdem gab es Möglichkeiten für erotische Abenteuer und auch ernsthafte Beziehungen. Es soll auch sexuelle Beziehungen zu den Eunuchen gegeben haben. Durch die Abgeschlossenheit wurde viel in diese Beziehungen hineingeheimnisst und es gibt seit alten Zeiten zahlreiche erotische Erzählungen aus dem Kaiserpalast.
Frauen in der Verbotenen Stadt lebten sehr zurückgezogen

 

Die viele freie Zeit und auch die strenge Hierarchie führten zu zahlreichen Intrigen. Ziel war es, möglichst häufig vom Kaiser für die Nacht ausgewählt zu werden. So stieg die Chance, den ersehnten Sohn dem Kaiser zu schenken und damit in die höchsten Ränge aufzusteigen.

Interessante Eindrücke vom Leben der Frauen in der Verbotenen Stadt zum Ende der Qing-Dynastie bietet diese Geschichte:

Two Years in the Forbidden City
by the Princess Der Ling
First Lady in Waiting
to the Empress Dowager

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