Wechselkurse, Yuan, Dollar

Gute Nachrichten! China ist etwas preiswerter geworden! Stand März 2017

2015 stellte ich die Frage, warum China so teuer ist. 2016 wurde es nicht wirklich besser. Kein Wunder, dass die Nachfrage nach China-Reisen gering blieb. Dieses Jahr (2017) boomt China! Mag sein, dass es daran liegt, dass die Lust, in die USA zu reisen, nachgelassen hat, kann aber auch sein, dass es an dem im Verhätlnis zu den letzten Jahren deutlich günstigeren Wechselkurs liegt:

15.03.17
1 CNY = 0,136 €
1 € = 7,36 CNY

Man sollte also auch bei den aktuellen Reisepreisen immer mal nachfragen, ob man nicht einen Rabatt bekommen kann. Denn die Rundreisepreise sind schon im letzten Jahr mit einem wesentlich ungünstigeren Wechselkurs kalkuliert worden, mit viel Sicherheitsspanne für den Fall, dass sich der Kurs verschlechtert.

Warum ist China als Reiseland dieses Jahr (2015) so teuer?

Letztes Jahr wollte ich nach China reisen. Mein neuer Job machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ich habe das nicht bereut, der Job macht sehr viel Spaß. Aber es gibt einen Faktor, der mir nun von Berufs wegen und auch in Hinsicht auf eine mögliche China-Reise Sorgen macht: Die steigenden Wechselkurse.

Wir wollen doch alle möglichst preiswert reisen, oder?

Die Währung der VR China ist der Renminbi:

Renminbi

Abgekürzt wird die Währung mit RMB oder CNY (international nach ISO4217). Das Symbol ist 元 oder ¥.

Die Einheit ist der Yuan. 1 Yuan 元 ist unterteilt in 10 Jiao角 bzw. 100 Fen 分. Der Fen spielt kaum noch eine Rolle. Man kann es erleben, dass man als Wechselgeld statt Fen ein Bonbon erhält. Umgangssprachlich wird auch von Kuài (块, = Stück) gesprochen, wenn man einen Yuan RMB meint.

Schauen wir uns mal folgende Zahlen an:

16.07.2014
1 CNY = 0,119 €
1 € = 8,39 CNY

17.12.2014
1 CNY = 0,130 €
1 € = 7,63 CNY

19.02.2015
1 CNY = 0,142 €
1 € = 6,99 CNY

17.04.2015
1 CNY = 0,152 €
1 € = 6,52 CNY

Das bedeutet zwischen Juli 2014 und April 2015 hat sich eine Steigerung von 27% ergeben. Zwischen Dezember 2014 (als ich reisen wollte) und April2015 sind es immer noch 17%.

Wenn eine Übernachtung beispielsweise 100 Yuan RMB kostet, dann hätte ich dafür im Dezember rund 13,- € bezahlt und jetzt sind es schon 15,- €. Das sind Beträge, die bei einer China-Reise nicht unerheblich zu Buche schlagen.

Für einen Reiseveranstalter, der ja bereits im Juli/August 2014 die Reisen für den Katalog 2015 kalkuliert, ist das heftig und kaum noch abzufedern. Klar kann man vorsorglich schon früh Beträge eintauschen. Aber kann man wirklich hundertprozentig vorhersehen, was kommt?

Illustriert wird die Entwicklung auch durch diese professionelle Graphik

Wechselkurse China - von ig.com

Euro in CNY – Danke an ig.com/de/ig-forex/eur-cnh

Ich muss also ganz ehrlich sagen: Eine Reise nach China ist in diesem Jahr verhältnismäßig teuer. Denn die chinesischen Hotels und Dienstleister werden für uns „arme“ europäische Reisenden die Preise nicht senken. Die Preise bleiben gleich. Aber der Wechselkurs verschlechtert sich für uns, für Reisende aus der Euro-Zone.

Woher kommt nun diese dramatische Entwicklung des Wechselkurses?

Dank der freundlichen Unterstützung des Finanzdienstleisters IG.com kann ich dazu etwas schreiben.

Es kommt ein umfangreiches Konglomerat an Gründen zusammen:

Zum einen die Griechenlandkrise und die Ungewissheit, ob die Griechen beim Euro bleiben oder nicht. Das ist so das, was mir zuerst in den Sinn kommt. Aber das ist es nicht, jedenfalls nicht der wichtigste Grund.

Kaum jemand bei der EZB (der Europäischen Zentralbank) denkt bei seinen Handlungen an die Touristen. Es geht um mehr, nämlich die Wirtschaft und da vor allem um den Export, der mit einem schwachen Euro gefördert wird: Waren, die aus dem Euro-Europa nach China exportiert werden, werden in China billiger. Also kaufen mehr Chinesen Waren aus Europa, der Umsatz steigt, mehr Arbeitsplätze, mehr Steuern usw. für’s Euro-Land.

Für einen weiteren Anstieg sorgte im März die Äußerung des Gouverneurs der Zentralbank, dass er darauf hoffe, dass der Renminbi noch in diesem Jahr in den Währungskorb des IMF (Internationaler Währungsfond = International Monetary Fund) aufgenommen wird. Dies wäre eine Vertrauenserklärung an die chinesische Währung, und der Markt reagierte prompt mit einer Verteuerung des Yuan.

Unterstützt wird das in China durch Maßnahmen der chinesischen Nationalbank, den Yuan (CNY) zu stützen. Früher wurde der Kurs des Yuan bewusst niedrig gehalten, damit die Exporte aus China nach Europa (und USA) stiegen. Also genau umgekehrt zu dem, was jetzt läuft.

Die Bindung des Yuan an den US Dollar ist zwar seit einigen Jahren schon nicht mehr ganz so eng, aber die Aufwertung der US-Währung gegenüber dem Euro (auf Grund des allgemein sinkenden Vertrauens in die europäische Währung – siehe Griechenland) spielt eine große Rolle.

Auf www.finanzen100.de findet man folgende Aussage:

„China müsste deutlich abwerten
Weil der Renminbi quasi an den Dollar gekoppelt ist, bekommt China die starke Aufwertung des Dollar erheblich zu spüren, wenngleich der Renminbi in der Nähe des Jahrestiefs gegenüber dem Dollar notiert. Denn der Renminbi hat gegenüber dem Euro massiv aufgewertet. Während ein Euro im Mai 2014 noch 8,67 Renminbi gekostet hat, sind es heute nur mehr 6,62 Renminbi. Das ist eine massive Belastung für den chinesischen Export, gehen doch 16 Prozent der Exporte in die Europäische Union, womit sie der zweitgrößte Handelspartner Chinas hinter den USA (17 Prozent) ist. Weil den chinesischen Unternehmen und Investoren dämmert, dass angesichts der deutlichen Konjunkturabschwächung eine weitere Lockerung der Geldpolitik und damit Schwächung des Renminbi droht, tauschen sie einen Teil ihrer Renminbi-Bestände schnell in ausländische Währungen um. „Die Währungsguthaben bei chinesischen Banken sind im Januar um 45,2 Mrd. Dollar nach oben geschossen auf 655,7 Mrd. Dollar – im Vergleich zu einem Anstieg für das Gesamtjahr 2014 von 108,4 Mrd. Dollar“, schrieben die Analysten von Barclays zuletzt. Zudem war es zuletzt zu deutlichen Kapitalabflüssen aus China gekommen, beispielsweise im Dezember 2014 um 20,7 Mrd. Dollar. Wenn die Notenbank den Renminbi weiter schwächt läuft sie Gefahr, dass noch mehr Kapital aus China abfließt. Das versucht die Notenbank zu verhindern, indem sie für eine graduelle Abwertung der Währung sorgt. Nichts desto trotz steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank in den weltweiten Währungskrieg einsteigt, um den Renminbi weiter zu schwächen.“

Ich persönlich könnte das niemals so gut wiedergeben. Deshalb das Zitat, das Ihr hoffentlich alle versteht.

China-Reisen werden teurer!

Es gibt auch noch andere Gründe, warum Reisen nach China teurer werden, auch wenn sich das Währungstheater irgendwann mal beruhigt. Es wird erwartet, dass in China die Löhne und Gehälter in diesem Jahr um bis zu 8 % steigen werden. Es sei den Menschen in China zu gönnen!

China war noch nie das preiswerteste Land und die Währungsproblematik betrifft auch alle anderen Länder in Asien.

Was kann man also tun, um preiswert in China zu reisen?

Eine Möglichkeit ist es, die Ansprüche zurückzuschrauben. Muss es immer ein exklusives Essen in einem gehobenen Restaurant sein? Oder eine der westlichen Fast-Food-Ketten? Manchmal sind die Nudelbuden an der Straße doch sehr viel interessanter. Früher hieß es oft, man könne in China nur in 4-Sterne-Hotels absteigen, weil in den preiswerteren Kategorien es an Komfort und Hygiene mangelt. Heute stimmt das zumindest in den Städten nicht mehr. Auch Hostels und 3-Sterne-Hotels sind komfortabel, sauber und zweckmäßig eingerichtet.

Um beim Geld tauschen zu sparen, macht es Sinn, ein Auge auf den Wirtschaftskalender zu haben: Daten, die auf eine Erholung der Wirtschaft bzw eine Wachstumsbeschleunigung schließen lassen, gehen meistens mit einem Ansteigen der Wechelkurse einher, und umgekehrt. Gute Nachrichten aus der Eurozone wiederum pushen den Euro.

Bei der Buchung von organisierten Gruppenreisen kommt man in den Genuss von Gruppenermäßigungen. Auch das spart Geld!

04.05.2015: AKTUELL: Nach Nachrichten über eine schwache bzw. stagnierende Wirtschaft Chinas wird das Verhältnis RMB/Euro wieder günstiger für uns! Die Zahlen sehen heute so aus:
1 CNY = 0,146 €
1 € = 6,81 CNY

Händlerin auf dem Markt zählt ihre Einnahmen

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Der Beitrag wurde gesponsert von dem Finanzdienstleister ig.com, ohne deren Hilfe ich diesen Artikel nicht hätte schreiben können.

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