Mit dem Bus durch Deutschland: Flixbus

Dieser Artikel ist nicht gesponsert! Jedenfalls würde ich den 3-Euro-Gutschein nicht als Sponsoring bezeichnen. 3,- Euro lassen mich auch nicht in hemmungslose Lobhudelei ausbrechen (was ich aber auch bei größeren Beträgen nicht mache). Deshalb ist alles, was ich jetzt schreibe, ganz und gar meine ehrliche Meinung. Anmerkung: Flixbus und MeinFernbus sind mittlerweile eine gemeinsame Firma.

Am ZOB in Hamburg

Am ZOB in Hamburg

Wie bin ich überhaupt dazu gekommen, mit dem Bus zu fahren?

Es hat Zeiten gegeben, da hatte ich nicht viel Geld. Und wollte trotzdem nach Hannover, Berlin und anderswo hin. Da entstanden gerade die vielen Fernbusstrecken zu unschlagbar günstigen Preisen. € 8,- nach Berlin oder Hannover: das kann die Bahn einfach nicht toppen. Dafür nimmt man auch mal Unbequemlichkeiten auf sich. Denke ich.

Wie bequem bzw. unbequem ist denn so eine Busfahrt?

Ich glaube, es sind mehrheitlich Vorurteile, die vom Bus fahren abschrecken. Unbequem soll es sein, man könne sich nicht bewegen, die Mitreisenden sind überwiegend jung und in Party-Stimmung. Außerdem ist eine Busfahrt länger als eine Bahnfahrt. Es gibt auch keinen Speisewagen…

Schon vom ersten Mal an wurde ich immer wieder positiv überrascht: Die Sitze sind bequem, bei längeren Fahrten werden Pausen gemacht, während derer man sich die Beine vertreten kann. Ich habe auch auf den langen Fahrten nach Frankfurt (6,5 Stunden) und Wiesbaden (8,5 Stunden) kürzlich keinerlei Rückenschmerzen gehabt. Meine Beine waren ein wenig steif. Das war alles.

Die Mitreisenden! Schon weil das Bus fahren so günstig ist, fahren sicherlich viele junge Leute mit. Aber die meisten sind weder laut noch feiern Party schon unterwegs. Jedenfalls nicht auf den Fahrten, die ich erlebt habe. Wie ich auch können viele anscheinend im Bus gut schlafen. Also herrscht ganz schnell Ruhe. Pech, wenn hinter einem jemand sitzt, der/die  lange, lange telefoniert. Aber das kann einem im Zug auch passieren.

Manche Busfahrer bieten Snacks und Getränke an. Doch die meisten Reisenden sind Selbstversorger und haben sich ihren Proviant mitgebracht. Wenn man dann mal eine Cola kaufen möchte, sollte man sich an das Angebot des Busses halten. Denn die Raststätten an der Autobahn sind erheblich teurer.

ZOB

ZOB

Meine persönlichen Vorteile des Bus Fahrens:

Es gibt W-Lan an Bord! Das hat die Bahn ja noch nicht geschafft außer in der teuren 1. Klasse. Auch wenn das Netz nicht immer und überall funktioniert, so habe ich unterwegs schon sehr gut an Blogartikeln schreiben können, in der Mediathek einen Film sehen oder auch alles möglich recherchieren können. Kopfhörer nicht vergessen! Das ist für mich einer der Hauptvorteile der Busfahrt.

Auf der Strecke von Hamburg nach Hannover ist der Bus auf jeden Fall schneller als der Metronom. Der Metronom braucht mit Umsteigezeit in Uelzen ungefähr 2,5 Stunden, der Bus 2 Stunden. Und ich brauche nicht umzusteigen! Mit € 8,- ist der Preis unschlagbar. Das Niedersachsenticket für die Bahn kostet € 23,-. Die Strecke wird mit dem Bus fast stündlich gefahren.

Auch eine Mitfahrgelegenheit ist teurer: Ca. € 10,- pro Fahrt. Ich habe da auch schon einige nicht so gute Erfahrungen gemacht. So ein privater Fahrer heizt unter Umständen über die Autobahn, dass einem ganz schwindelig wird. Oder das Auto ist in einem versifften Zustand. Ist man da überhaupt versichert, wenn was passiert? Ein Busfahrer muss eine entsprechende Ausbildung haben. Die Busse werden kontrolliert auf Sicherheit und ob die Fahrer die vorgeschriebenen Pausen einhalten. Ich persönlich fühle mich in einem Bus sicherer als in einem PKW, dessen Fahrer ich nicht kenne.

Die Busfahrten, die ich bislang erlebt habe, waren überwiegend pünktlich. Mittlerweile ist es so, dass man per SMS informiert wird, wenn es eine Verspätung gibt. Auch wird man per Email kurz vorher an die gebuchte Fahrt erinnert. Ein netter Service.

Besonders schön:

Meine Busfahrt mit Flixbus / MeinFernbus von Wiesbaden nach Hamburg Ende Juni 2015. Man hat ja schon, wenn man über die Autobahnen fährt, das Gefühl, dass Deutschland nur aus Wald und Feldern besteht. Doch auf dieser Strecke ging es von Marburg bis nach Paderborn über Bundesstraßen. Das bedeutet eine gemütliche Fahrt durch die Ausläufer des Sauerlandes und durch kleine Städte.Sauerland

Mein Fazit: Ich werde auch weiterhin mit dem Bus fahren. Dabei wird Flixbus immer auch meine erste Wahl sein.

Und wer nun Lust hat, mit dem Bus zu fahren, der klickt bitte auf diese Werbung, um seine Fahrt zu buchen. Dann verdiene ich ein klein wenig dran. Danke!

Banner 180x250

 

14 Kommentare

  • Ich fahre seit Jahren bereits weitere Strecken fast ausschließlich mit MeinFernbus bzw. Flixbus, und ich kann deine guten Erfahrungen nur bestätigen. Ein besonderes Highlight war im vergangenen Herbst die Hin- und Rückfahrt nach und von Mailand, quer durch die Schweiz, über den San Bernardino, vorbei am Luganer und Comer See – die schönste Strecke, die ich jemals reisen durfte.

    • bambooblog

      Teile Deiner Strecke bin ich auch schon mal gefahren, aber mit der Bahn. Die Landschaft ist wunderschön! Vielleicht ist man mit dem Bus näher dran…

  • Lustig, Ulrike, dass du heute darüber schreibst. Ich bin vergangene Woche gerade – trotz großer Skepsis – mit dieser Firma nach Groningen gedüst. Ich wollte weiter nach Schiermonnikoog und hatte vor allem Sorge, dass es mit den Anschlüssen nicht klappt, die Terminals zu weit auseinanderliegen etc. Alles unbegründet. Wir hatten nur 30 min Verspätung, in Groningen musste ich nur wenige Meter laufen zum niederländischen Busunternehmen.

    Insgesamt habe ich für die Rückfahrkarte Bremen/Groningen 30 Euro bezahlt. Das ist deutlich weniger, als ich für die Hinfahrt mit der Bahn hätte bezahlen müssen. Superbequem war es nicht, aber auch nicht so unbequem wie ich befürchtet hatte. Allerdings fehlten auf der Hinfahrt zwei Sitzplätze – was aber eventuell daran lag, dass Kleinkinder an Bord waren, die eigentlich auf dem Schoß hätten sitzen sollen … Und die Gesichter der Leute, die die Bustoilette zu benutzen gewagt hatten … naja, die sprachen Bände.

    Die Busfahrer waren sehr freundlich und gute Fahrer. Also insgesamt empfehlenswert (allerdings weiß ich nichts über die Arbeitsbedigungen und die Bezahlung der Fahrer, das wäre ja auch noch zu berücksichtigen). An eine Bahnfahrt mit Sitzplatzreservierung 1. Klasse kommt es natürlich nicht heran. 🙂

    Lieben Gruß

    Sabine

    • bambooblog

      Naja, wer kann es sich schon leisten, 1. Klasse Bahn zu fahren? Danke für Deinen ausführlichen Kommentar!
      LG Ulrike

  • Ich nutze seit geraumer Zeit auch fast ausschließlich Fernbusse, um z.B. von Hannover nach Hamburg (günstigster Preis: € 5), Berlin, Frankfurt, Düsseldorf etc. zu kommen. Wenn man einkalkuliert, dass es auch mal zu Verspätungen kommen kann, hat das ausschließlich Vorteile, finde ich. In anderen Ländern ist das ja auch gang und gäbe, d.h., wer viel reist (z.B. in Asien und Lateinamerika), ist Busfahren ohnehin gewohnt… 😉

    LG, Wolfgang

    • bambooblog

      Ich war nach meinen Erfahrungen in Asien mit Fernbussen eigentlich nicht mehr geneigt, mit dem Bus zu fahren. Aber es geht. Und man kommt auch eher mit Mitreisenden ins Gespräch als im Zug
      LG Ulrike

  • Als wir noch in München gewohnt haben, haben wir auch gern den Bus genommen für Tagesausflüge nach Venedig, Prag, Wien … Nach Spanien bin ich auch mal mit dem Bus.

    Ich hatte bei Busreisen immer eher Rentnergruppen vor Augen, keine jungen Leute. Aber die Passagiere waren bunt gemischt, Probleme gab es nie. Bin also auch für Busreisen 😀

    • bambooblog

      Schön! Ich habe ganz sicher eine Zeit gehabt, wo ich überhaupt keine längeren Strecken mit dem Bus fahren wollte. Das war aber damals, als ich auf großer Reise war. 🙂
      Ich glaube, Rentner machen zwar gern Ausflüge mit dem Bus aber denken dabei nicht an Linienbusse.

  • Ich habe eine Elfe, als Fahrerin. So kann ich auch im Auto bloggen. Wenn ich mag und sie mich lässt. 😉

    • bambooblog

      Das ist natürlich ideal! 🙂 Da kann eine Busfahrt nicht mit, wobei die sicherlich auch nicht so schnell ist, wie Ihr das gewohnt seid.

  • Das hört sich ja gar nicht schlecht an. Ich glaube, ich muss das auch mal versuchen 🙂
    Liebe Grüße
    Ute

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.