Hamburg – Als Tourist unterwegs

„Hamburg – die schönste Stadt der Welt!“ So tönt es aus allen Ecken. Diesem Spruch kann man in Hamburg kaum entgehen. Mir kommt er manchmal einfach überheblich vor. Natürlich ist für jeden die Heimatstadt die schönste Stadt der Welt. Aber dieser Spruch in Hamburg klingt in meinen Ohren immer etwas überheblich. Ich habe schon einiges von der Welt gesehen. Dabei habe ich durchaus schönere Städte als Hamburg gesehen. Rom zum Beispiel oder Paris. Stadtrundfahrt

Immer wieder wollte ich diesen Satz hinterfragen, gucken, was es damit auf sich hat. Da kam mir das Angebot, das Stadtrundfahrten-Portal www.stadtrundfahrt.com vorzustellen, gerade recht. Wie Ihr wisst, schreibe ich über nichts, was ich nicht persönlich kenne. Deshalb fragte ich danach, ob ich nicht mal eine Stadtrundfahrt in Hamburg mitmachen könne. Prompt kam die positive Antwort. Ich griff gleich nach dem Komplettpaket:

– Stadtrundfahrt in einem der Hop on hop off-Busse der Linie 4
– Alsterrundfahrt
– Hafenrundfahrt

Alles zusammen zum Paketpreis von € 39,00

Ja wenn schon, denn schon!

An einem sonnigen Samstag Mittag ging es los. Praktischerweise ist gleich beim Hauptbahnhof eine Haltestelle. Die Stadtrundfahrt führt zu den Highlights im Konsulatsviertel an der Alster (Rothenbaum) und zu allen Höheüunkten der Hamburger Innenstadt. Man kann an vielen Haltestellen aus- und wieder einsteigen. Hat Zeit, sich umzugucken, mal ein Museum zu besuchen, mal die Plätze oder den Hafen auf sich wirken zu lassen. Wenn man die Tour ohne Stopp durchzieht, dann dauert die Fahrt 1,5 Stunden. Unterwegs erfährt man von einer Reiseführerin (oder auch einem Reiseführer) so allerlei über die Sehenswürdigkeiten, an denen man vorbei fährt. Als Quasi-Einheimische kannte ich manches, manches war neu für mich. Ich denke, dass auch geborene Hamburger immer noch etwas Neues in ihrer Stadt auf so einer Rundfahrt entdecken können.

Neuer Wall

Neuer Wall

Dann habe ich mich auf die Alsterrundfahrt begeben. Diese dauert 1 Stunde und führt bis zur Außenalster. Ganz interessant und mit der Möglichkeit, schöne Fotos zu machen. Hier war ich ganz nah an der „schönsten Stadt der Welt“. Hier ist Hamburg wirklich schön. Doch auch nicht so schöne Seiten bekommt man zu Gesicht, auch wenn es der Kapitän mit keinem Wort erwähnte. Die Zelte der Obdachlosen, die unter der Lombardsbrücke hausen, sind kaum zu übersehen.

Die Hafenrundfahrt führte mich anschließend vorbei an den großen „Pötten“ und bis in die Hafencity. Auch hochinteressant. Aber vielleicht hätte ich mir doch nicht so viel vornehmen sollen. Ich war nach Stunden als Tourist in Hamburg völlig erschlagen von all den Eindrücken. Die Hafenrundfahrt hätte ich übrigens mit meinem Ticket auch noch am nächsten Tag machen können. Nur die Stadtrundfahrt muss man an dem Tag machen, an dem man das Ticket einlöst.

Landungsbrücken

Landungsbrücken

Die Stadtrundfahrten von Stadtrundfahrten. com gibt es auch in München, Dresden, Frankfurt, Berlin und Köln. In Dresden habe ich die Hop on Hop off-Tour auch mal gemacht. Eine organisierte Stadtrundfahrt lohnt sich auf jeden Fall!

Und meine Suche nach der „schönsten Stadt der Welt = Hamburg“? Ich habe einiges erfahren, was ich über Hamburg noch nicht wusste. Was? Da macht Euch selbst auf Stadtrundrundfahrt! Aber richtig überzeugt bin ich noch nicht.

Was ist an der Aussicht auf die industrielle Landschaft des Hafens schön? Aber Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Ich würde andere Aussichten schön nennen, zum Beispiel das Panorama an der Binnenalster.

10 Kommentare

  • Hallo, ein interessanter Beitrag. Ich bin relativ häufig in Hamburg, werde aber auch nicht richtig warm mit der Stadt. Unfreundlichkeit habe ich noch nicht erlebt, aber die selbst -wussten Hamburger (ums mal so zusagen) gehen einem schon auf die Nerven. Ein kritischer Blick würde da helfen.

    • bambooblog

      Danke! Ach, Unfreundlich sind sie nicht, die Hamburger, nur manchmal schwer zugänglich und arrogant. Es gibt eben auch andere Städte, die sehr schön sind. aber das wollen Hamburger nur ungern zur Kenntnis nehmen. ich habe viele Freunde in Hamburg, aber das sind meistens keine Hamburger.
      LG
      Ulrike

  • Dieses Jahr lebe ich schon 40 Jahre in Hamburg und habe noch keine Stadtrundfahrt mitgemacht. Das wird sich nachdeinem Beitrag ändern.
    LG Tina

  • Ich bin nun schon seit 1980 wieder in Hamburg und habe Arroganz von Hamburgern nicht erlebt. Sicher mal jemanden, der nicht wirklich gut drauf war an dem Tag, aber eher situationsbedingt im Stress oder genervt. Nicht generell und grundlos arrogant oder unfreundlich. Ich empfinde das Verhalten der weitaus meisten Urhamburger als durchaus offen, nach einer kleinen, ersten distanzierten Grundhaltung. Das ist absolut kein Widerspruch.
    Du hast dir also alle drei Touren genehmigt, Ulrike? ^^ Ich habe es mir – mit mehr Abstand dazwischen – auch schon gegönnt und es unheimlich genossen! Ich glaube, ich würde den Touristen noch ein paar Dinge mehr auf den Touren verraten, aber dafür müsste die Tourzeit länger sein.
    An der Binnen- und Außenalster ist es wirklich am schönsten, da kann der Hafen für mich auch nicht ganz mithalten. Aber das ist wirklich reine Geschmacksacke. Der hat wiederum andere Qualitäten.
    Da du deine Fotos so schön mit Angaben über die Örtlichkeiten versehen hast nur der kleine Hinweis, dass es der Alte Wall ist, von dem man über die Kleine Alster hinüber zu den Arkaden blickt.

    LG Michèle

    • bambooblog

      Danke für den Hinweis! Gerade am Anfang, als ich gerade nach HH gekommen bin, habe ich viel Abweisung erlebt. Ich hatte den Eindruck, dass man von Zugezogenen bescheidene Zurückhaltung erwartete. Ich rede eben gerne mit und bin es gewohnt, dass man mich ernst nimmt. Hab normalerweise keine Probleme, in einer neuen Stadt Kontakt zu finden. Deshalb waren diese Erfahrungen anfangs sehr schmerzlich und überraschend für mich. Ach, egal. Hamburg bietet ne Menge…

  • Auf mich wirken diese Kräne wie Finger. Sie wecken kreative Gedanken und das ist gut.

  • Die Frage nach der schönsten Stadt lässt das Wichtigste an (und für) einer Stadt unberücksichtigt: die Menschen. Und das war für mich das Entscheidende, als ich 1970 anschließend an einen Aufenthalt in München zum ersten Mal für einige Wochen in Hamburg lebte. Die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen in dieser Stadt hat mich für sie eingenommen.

    • bambooblog

      Hmmm, ich hab von den „richtigen“ Hamburgern bislang eher Arroganz und Unfreundlichkeit erlebt. Die Menschen, die mir in Hamburg freundlich und hilfsbereit, offen und mit einem Lächeln begegnet sind, das waren überwiegend Menschen, die nicht aus Hamburg kamen/kommen.

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