China – Vorurteile

„Reisen bildet und hilft, kleinere und grössere Vorurteile abzubauen. Heute möchte ich die Geschichten der Leser über ihre Aha-Momente sammeln. Wo ist dir schlagartig bewusst geworden, dass etwas nicht so ist, wie du dachtest?“ So fragt Oliver und ruft zu einer Blogparade auf.

Das hat mir keine Ruhe gelassen. Klar, dass ich dazu etwas sagen will. Denn China ist ein Land, dem viele Menschen mit Vorurteilen begegnen. Den Spruch „China? Nein, da würde ich niemals hinreisen! Da isst man Hunde und Katzen!“ habe ich nicht nur einmal gehört, seit ich 1987 zum ersten Mal nach China gereist bin.

Wenn ich darüber nachdenke, so fallen mir kaum Vorurteile ein, die ich selbst hatte, als ich damals aufbrach. Die ersten Sätze meines Reisetagebuchs von 1987 lassen auch höchstens darauf schließen, dass ich eher praktische Notfälle befürchtete. Nur die Sorge um fremdartige Genüsse lässt sich erkennen.

Lest selbst:

1987: Start ins Abenteuer

Start ins Abenteuer? Ja, genauso fühlte ich mich! 1 Jahr lang hatte ich mich auf meine Reise nach China vorbereitet, alles gelesen, was mit China auch nur entfernt zu tun hatte. Dann, so ungefähr vor einem Monat war mir bewusst geworden, dass es nun wirklich hiess: Auf nach China! Da hatte ich mein Ticket nach Hongkong. Und mein Visum war schon fein säuberlich in meinen Pass gestempelt.

Mich packte die reine Panik. China – so fremd, so exotisch! Eine Sprache, die ich nicht konnte; eine Kultur, die ich nicht verstand; fremdes Essen und fremde Sitten. Darauf wollte ich mich wirklich einlassen?! Mir fielen die Bemerkungen und Fragen guter Freunde ein, die ich vorher doch immer so leicht abgetan hatte: „Wie kommst Du ohne die Sprache zu können zurecht?“ – „Was machst Du, wenn Du keine Unterkunft findest? – Wie findest Du überhaupt eine Unterkunft?“ – „So ganz alleine – ist das nicht gefährlich?!“

Vier Wochen vor meiner Abreise fing mein Lampenfieber an: nachts fand ich manchmal nur für wenige Stunden Schlaf, der dann noch mit Alpträumen über Nächte im Straßengraben und Mahlzeiten von Skorpionen und Schlangen angefüllt war. Mich packten regelrechte Anfälle von Durchfall. Tagsüber schleppte ich mich ins Büro, in dem es zu der Zeit nur Chaos gab. Eine Krisensitzung folgte der nächsten. Das sorgte auf alle Fälle für Ablenkung. Ich schob jeden Gedanken an China weit von mir. Die Bücher über China lagen unbeachtet in der Ecke. Insgeheim hoffte ich, dass doch noch ein Wunder geschah und ich nicht nach China „musste“.

Ich fuhr dann natürlich doch. Damals entsprach China all den Bildern, die man sich hier in Deutschland davon machte. Ich bin mit diesem Bild gestartet, dachte aber nicht lange über Vorurteile nach. Es war so:

In China laufen alle im blauen oder grauen Mao-Look rum: Ja, das taten die meisten Menschen damals in China. Beim Anblick von bunter Wolle und leuchtenden Stoffen fragte ich mich damals: wie kann man einem Volk, das Farben anscheinend sehr liebt, diesen tristen Einheitslook antun? Doch schon damals war zu sehen, dass die Menschen ihre Chancen ergriffen und wo es ging, Farbe in ihr Leben brachten. Heute freue ich mich, dass ich die Entwicklung zu den modernen, fröhlichen und bunten Städten miterleben durfte.

Chinesen essen Hunde, Katzen, Skorpione usw. Ja, das tun sie. Mich hat das nie gestört. In Europa hat man noch bis in die 1950er Jahre Hunde gegessen. Außerdem: andere Länder, anderes Essen. Ach, da könnte man (und hat man bereits) ganze Bücher drüber schreiben. Ich habe schon Hundefleisch gegessen. Das ist ok, aber ich fand es nicht so lecker. Skorpione, Maden usw. muss ich nicht haben. Keiner zwingt mich dazu. Am schlimmsten fand ich die gegrillten Vögelchen am Spieß auf einem Foodmarket in Peking. Da hab ich die Zähne zusammen gebissen und bin weiter gegangen. Wer bin ich, dass ich das verurteilen oder gar ändern kann? mehr: Chinesen essen alles

“Mei you!“ Diesen Satz lernte ich als einen der ersten in China: „Gibt es nicht! Haben wir nicht!” Den hörte man damals noch sehr oft. Das war wie früher in der DDR: schlecht bestückte Geschäfte, leere Regale, ungeschulte, unwillige Verkäufer. Irgendwie war es eine immer neue Herausforderung für mich, trotzdem das zu erreichen, was ich wollte. Nun hört man das „Mei you!“ so gut wie gar nicht mehr. Trotzdem bin ich manchmal verblüfft über die freundlichen Kellnerinnen oder Verkäufer, die einen heute mit ausgesuchter Höflichkeit bedienen.

Man wird in China angestarrt. Ja, wird man, vor allem, wenn man so groß ist wie ich. Und dick. Dick zu sein gilt als Zeichen von Wohlstand und guter Ernährung. Besonders ältere Leute fassen mich gerne mal an, messen den Umfang meiner Oberarme und zeigen mit lachendem Gesicht, wie toll sie mich finden. Dabei bin ich gar nicht so dick. Das Anstarren lässt in den großen Städten nach. Man hat sich an die merkwürdig aussehenden Fremden gewöhnt. Doch wenn man wie ich ein wenig Chinesisch versteht, dann hört man noch oft den Ausdruck „Dabizi“ – Langnase, den man kichernd hinter einem Westler herruft. Auf dem Land, abseits der Touristenpfade, wird man noch immer angestarrt. Die Kinder laufen lachend hinter einem her. Ich mag das irgendwie. Ich habe meinen Spaß daran, mich umzudrehen und ihnen zuzulachen.

Über die letzten Jahrzehnte hat sich das Bild von China gewandelt. Viele alte Vorurteile sind verschwunden, neue haben sich gebildet. Leider werden so manche immer wieder auch bestätigt: Umweltschutz wird erst langsam zu einem Thema in China. Der wirtschaftliche Fortschritt war wichtiger.

Und die Menschenrechte? Da ist sicherlich noch viel im Argen in China. Es tut sich viel in einer positiven Richtung. Die Chinesen sind ein stolzes Volk, sie lassen sich ungern in ihre Politik hineinreden. Deshalb muss man behutsam vorgehen. Es ist eine quälend langsame Entwicklung. Doch es ist wichtig, dass man nach China reist, dass auch die Chinesen nach Europa reisen, dass ein studentischer Austausch statt findet. Nur so können Ideen ausgetauscht werden, nur so kann sich die Idee von Demokratie und Freiheit verbreiten.

In China sind die meisten Beamten korrupt. Ja, Korruption gibt es in China. Die Bekämpfung der Korruption wird von der Politik immer wieder als große und wichtige Herausforderung gesehen. Man gibt sich ernsthaft Mühe. Manchmal erscheint es mir, dass Korruption ein generell menschliches Problem ist. Man schaue nur mal nach Griechenland. Auch die FIFA möchte ich nur kurz erwähnen. Korruption ist meiner Meinung nach in China nicht schlimmer als anderswo.

Ein Erlebnis, dass mich sehr schockiert hat::

Weitgereist und voller Vorurteile
Hannover Mitte der 1990er Jahre. Ungefähr acht weitgereiste Menschen treffen sich in einer Wohnung in der Südstadt. Sie nennen sich „Globetrotter“. Die Sprache kommt auf Indien, wo ich erst kurz zuvor gewesen bin. Man fragt mich nach meinen Erlebnissen. Nur zögernd erzähle ich von meinen schlechten Erfahrungen, die ich als allein reisende Frau in Indien gemacht habe. Neugierig fragt man nach. Ich erzähle mehr. Das passt der Gastgeberin gar nicht. Sie schwärmt für Indien, hat anscheinend noch keine schlechten Erfahrungen dort gemacht. Anstatt aber nun von ihren positiven Erfahrungen in Indien zu erzählen, fängt sie an, über China herzuziehen, weil sie weiß, dass ich dieses Land liebe. Menschenrechte, Hunde essen, unterdrückte Frauen – alles kann sie aufzählen, um mir zu zeigen, wie schrecklich China doch ist. Dann frage ich sie, wie oft sie schon in China gewesen sei. „Nie! Ich würde niemals in ein Land reisen, das eine kommunistische Diktatur ist!“ ist ihre Antwort. Und: „Ich mag das nicht, wie Du über Indien herziehst!“ Als ich sie darauf hinweise, dass ich erst auf Aufforderung hin von Erlebnissen berichtete, die ich selbst erfahren habe, dass ich also gar nicht verallgemeinernd Vorurteile geäußert hatte, wird sie ausfallend. Ich gehe, mag solche Diskussionen gar nicht. Am nächsten Tag erhalte ich von ihr eine Email, in der sie mir in aller Form die Freundschaft kündigt und das „Du“ entzieht. Auch jetzt noch sitze ich beim Schreiben über dieses Erlebnis am Laptop und schüttele den Kopf. Aber es gibt Menschen, mit denen muss ich nicht zusammen sein.

Ich gebe zu, dass mit mir die Pferde durchgehen, wenn ich zu viele Vorurteile über China höre. Dann betone ich das Positive, manchmal zu sehr. Aber glaubt mir, mich hat keiner „gehirngewaschen“! Ich habe das unglaubliche Glück, China seit 1987 immer wieder bereist zu haben. Ich habe eine sehr positive Entwicklung erlebt. Auch ich trauere manchmal über die vielen Zerstörungen von alten Häusern, ganzen Stadtvierteln und der Natur. Aber ich sehe eben auch die vielen guten und schönen Seiten Chinas. Jetzt, wo die dringlichsten Probleme wie die Versorgung der Menschen mit Nahrung, Wohnraum und Heizung überwiegend gelöst sind, haben die Chinesen auch Augen und Zeit für anderes: Tier- und Umweltschutz stehen nun ganz vorne. Es bilden sich Bürgerinitiativen gegen den Abriss ganzer Dörfer/Stadtviertel und sie haben Erfolg! Es gibt politische Proteste, Demonstrationen, von denen man im Westen selten etwas hört. Die Socialmedia wie Weibo sind zum Sprachrohr des Volkes geworden. Ich beobachte dies ganz begeistert. Mit meinen China Nachrichten möchte ich solche Meldungen bekannt machen, möglichst aus chinesischen Quellen. Schlechte Nachrichten über/aus China findet Ihr in den üblichen Medien genug.

Meine China-Vorurteile wurden eine Zeit lang bestätigt und verschwanden dann ganz allmählich und unbemerkt. Es ist einfach so, dass Vorurteile keinen Bestand haben können, wenn man ein Land und seine Menschen näher kennen lernt.

 

Reisen veredelt den Geist
und räumt mit allen anderen Vorurteilen auf.
Oscar Wilde (1900 – 1956)

Die gefährlichste aller Weltanschauungen
ist die Weltanschauung der Leute,
welche die Welt nicht angeschaut haben.
Alexander von Humboldt (1769-1859)

Wie seht Ihr das? Macht doch mit bei der Blogparade von Oliver! Sie geht noch bis zum 15.01.16. Oder schreibt mir Eure Meinung als Kommentar!

26 Kommentare

  • Liebe Ulrike,

    ein schöner Post zu dem ich den aktuellen Anlass verstehe 😉
    Ich habe selbst eine Zeit lang in China gelebt und freue mich immer, bei neuen Begegnungen einige der meistgenannten Vorurteile aus eigener Erfahrung entkräftigen zu können.
    Generell und ganz egal, um welches Land es sich handelt, finde ich es immer wichtig, seine Vorurteile über ein Land, ein Volk etc. mit der Realität abzuprüfen. Manche Vorurteile werden sicherlich bestätigt, andere stellen sich als nichtig heraus. Aber das weiß man erst – und darf man meiner Meinung nach auch erst beurteilen, wenn man ein Land persönlich er-„lebt“ hat.

    Viele Grüße aus Guatemala

    • Ulrike

      Liebe Sabine, danke für deine lieben Worte, die mir sehr gut tun! Guatemala! Wie schön! Ich war leider noch nie dort, hab nur mal über die Grenze gelinst, als ich in Mexiko war.
      Vorurteile, ja, manches mag sich bestätigen. Aber niemals trifft es auf alle zu, Die Vielfalt der Menschen, Meinungen und Lebensweisen kann man nur vor Ort erleben.
      Wichtig ist immer die Kommunikation
      Liebe Grüße
      Ulrike

  • Interessanter Text. Ich war zweimal in China und hatte eine sehr angenehme und bereichende Zeit dort. Ich habe chinesische Freunde und es sind wirklich aufgeschlossene, moderne, lustige Menschen. Ich liebe ihren Optimismus, sie schauen in die Zukunft und sind sehr positiv gesinnt. Im Ganzen mag ich China. Ich habe nur ein grosses Problem mit dem Tierschutz dort… nicht nur, dass sie Hunde essen, sondern die Art, wie diese Hunde gehalten und getöt werden. Und die anderen Tiere auch. Wahrscheinlich hast du schon Bilder vom Hundefest in Yulin gesehen, das ist schon grauenhaft, und ich denke, da sollten wir als Touristen auch klar sagen, dass es uns nicht passt. Aber China entwickelt sich. Ich bin sicher, dass es dieses „Fest“ nicht mehr geben wird in 5 Jahren. Die junge Generation ist anders.

    • Ulrike

      Ja, ichhabe sogar in einem Ort in Südchina selbst erlebt, wie ein Hund geschlachtet wurde. Doch so lange wir hier in Deutschland diese unsägliche Massentierhaltung dulden und solche Abartigkeiten wie „Kükenschreddern“ sogar als rechtens erklären, sollten wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen.
      Übrigens gibt es auch in China massive Proteste gegen dieses Hundefleischfestival.
      In Europa wurde auch noch bis in die 1950er Jahre Hundefleisch gegessen. Und ehrlich: Wo löiegt der Unterschied zwischen einem süßen Kälbchen oder einem Hund? Kälbchen darf man, Hund nicht? Und wenn man sieht, wie hier in Deutschland Kälbchen gehalten und geschlachtet werden, kann man sich mindestens genauso aufregen wie über die Hundeschlachterei.

      • Dem ist nur hinzuzufügen: Schweine sind ebenso intelligent und sozial wie Hunde…
        Bin ganz bei dir! (Habe deinen Disput auf Facebook mitbekommen, mich aber nicht eingemischt, weil ich den Eindruck hatte, die Autorin ist nicht zu erreichen)
        Liebe Grüße
        Steffi

      • Ulrike

        Liebe Steffi,
        danke. Im Grunde bringt es nichts, sich da aufzuregen. Ich kann mich nur manchmal einfach nicht zurück halten.
        Un dich denke, dass man ganz konsequent Position beziehen sollte.
        LG
        Ulrike.

  • Pingback: Blogparade zum Thema Vorurteile: Deine Aha-MomenteDer Sinograph

  • Pingback: Vorurteile über China | San Pin

  • Pingback: Stereotypes about China | San Pin

  • Pingback: Blogparade zu Vorurteilen | deutschemuslimadotcom

  • Freundschaft dahin, dir das Du entzogen. Das ist heftig. Mir war gar nicht bewusst, dass derart gespaltene Lager existieren. Wir planen ab nächstes Jahr langfristig eine Reise mit Freunden nach China. Mit dabei ist eine bekennende Indien-Liebhaberin mit großer Reiseleidenschaft für dieses Land. …

  • Hallo Ulrike,

    sehr interessanter Beitrag zu China, einem Land von dem ich noch viel zu wenig weiß! Ich saß mal auf einer internationalen Weihnachtsfeier. Ein Japaner und ein Chinese unterhielten sich über ihre Sprache. Stimmt das, dass die Schriftzeichen zum Teil gleich sind?

    Ich selbst würde mich nicht trauen, alleine nach Indien zu reisen. Wir waren drei Mal mit Pauschalreisen da. Indien spaltet die Gemüter. Indien ist eben nicht nur Bollywood, schöne Saris, Schmuck, Farben und tolle Gebäude. Ich mag Indien, liebe das Essen, finde das Land faszinierend. Es ist allerdings das schmutzigste Land, was ich je gesehen habe. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Land. Es ist sehr zwiespältig.

    Die Idee zur Blogparade bringt sicher noch interessante Beiträge.

    Liebe Grüße
    Renate

    • Ulrike

      Hallo Renate,
      Die Japaner benutzen einige chinesische Schriftzeichen, man sagt: je gebildeter ein Japaner desto mehr Schriftzeichen beherrscht er/sie.
      Indien ist schwierig. Ich war zweimal dort. Alleine, mit dem Rucksack. Über meine Erfahrungen wirst du so einiges im Blog finden.
      LG
      Ulrike

  • Vorurteile… Ich muss wohl welche (gehabt) haben, empfinde ich doch heute meine ersten „außereuropäischen“ Erfahren als so beeindruckend, dass ich jeden jungen Menschen dazu auffordere, sein gewohntes Mitteleuropa zumindest für eine kurze Zeit zu einer nicht organisierten Reise zu verlassen um erfahren zu können, dass es eine Illusion ist, zu meinen, die Welt und das Funktionieren des menschlichen Miteinanders wie wir es wahrnehmen sei das einzig richtige.

  • Mein größtes Vorurteil zum Thema China war, dass ich jederzeit, ja auf den ersten Blick, Japaner und Chinesen unterscheiden könnte. Dann bin ich nach China gereist und habe dort lauter vermeintliche Japaner gesehen…… na ja, Hybris :mrgreen: :mrgreen:

  • Wieder ein interessant zu lesender Beitrag. Ich weiß nicht, ob Vorteile unbedingt verschwinden, wenn man sich näher mit einem Land beschäftigt. Für mich klingt es so, als ob deine (ohnehin schwach ausgeprägten) Vorurteile einfach deshalb verschwunden sind, weil sie irgendwann von der Zeit eingeholt wurden und nicht mehr zutrafen.

    Ich war bislang weder in Indien noch in China und eigentlich hat mich Indien immer mehr interessiert. Aber seit ich im Internet auf einige Chinablogs gestoßen bin, ist ganz überraschend auch ein Interesse an China erwacht :D. Das Verhalten deiner Ex-Bekannten finde ich sehr seltsam…

    Bzgl. der Vorurteile habe ich überlegt, gegenüber welchem Land ich Vorurteile gehabt habe. Da wäre z.B. Estland. Ich asoziierte das Land mit purer Langeweile und erwartete einen niedrigeren „Standard“. Aber ich wurde eines Besseren belehrt, Estland ist ultra-sauber, total modern und einfach nur entspannend.

    • Ulrike

      Hallo Heike, ich finde es sehr interessant, was Du schreibst. Doch ich bin überzeugt davon, dass sich Vorurteile nicht halten, wenn man ein Land und seine Menschen näher kennen lernt. Ist Dir mit Estland letztlich ja auch so ergangen.
      Ich freue mich, wenn ich und andere Dich neugierig auf China machen konnten. Wenn Du mal nach China reisen willst, dann melde Dich gerne bei mir!
      Liebe Grüße
      Ulrike

    • Ein VORurteil ist ja ein Urteil, das man vorher fällt. Sprich: Wenn man ein Land kennen lernt, dann kann daraus ein Urteil entstehen, das auf Erfahrung basiert. Und dieses Urteil kann dem Vorurteil teilweise entsprechen – oder völlig anders sein.

  • Ich hatte nie Vorurteile gegen China. Mit jungen ChinesInnen, die ich traf, habe ich mich immer gut verstanden. Und das noch bevor ich in Shanghai war.

  • Oli

    Hallo Ulrike,

    vielen Dank, dass du an der Blogparade teilnimmst. Ich fand deine Erfahrungen sehr interessant vor allem auch das Intermezzo mit deiner Bekannten, die Indien mag.

    Was lustig ist: Die Leute in meinem Umkreis, die besonders viele Vorurteile gegenüber China hegen, sind jeweils grosse Indienfans. Ich weiss nicht, ob das Zufall ist oder ob es tatsächlich so ist, dass viele nur eines der beiden Länder mögen können (zum Reisen sind sie ja sehr unterschiedlich – persönlich mag ich allerdings beide.)

    Liebe Grüsse,
    Oliver

    • Ulrike

      Entweder Indien oder China: Die Erfahrung habe ich auch schon oft gemacht. Ich bin mit Indien eigentlich gar nicht zurecht gekommen. Warum viele, vor allem Frauen, von Indien schwärmen ist mir fast unbegreiflich.. So viel Elend, Schmutz und Leiden…

Kommentare