Chinas Große Mauer bei Chenjiapu

Wandern auf den Ruinen der Vergangenheit

Gastbeitrag von Andrea aus Peking

Die Chinesische Große Mauer – jeder kennt die Bilder: Hunderte Touristen-Busse, renovierte Wege, überfüllt mit Tausenden Touristen – und trotzdem ist es für die Meisten, die nach China kommen, ein Muss auf ihrer Reiseroute. Wieso aber wollen wir uns eine Mauer ansehen, die bestens renoviert ist und nahezu wie neu aussieht? Hat das überhaupt etwas mit der Großen Mauer zu tun, deren Bau bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. begonnen hat? Und noch dazu im Gedränge unzähliger anderer Touristen!Great Wall1

Im August bin ich nach China gekommen, um in Peking Chinesisch zu lernen und zu arbeiten. Ein Besuch der Chinesischen Mauer stand selbstverständlich auch auf meiner To Do-Liste und der Ausflug an die Mauer war bis jetzt das absolute Highlight meiner Zeit in Peking. Ein unvergessliches Abenteuer inmitten der chinesischen Berge, in einem kleinen Dorf, fernab von jeglichen Touristen und mitten in der Wildnis. Was sich unwirklich anhört, wurde für mich und meine Mitschüler Realität.

An einem Samstag wurden wir früh morgens an der U-Bahn Station Haillongguan (Linie 13) von unseren Fahrern abgeholt. Zwei Autos voller Sprachschüler machten sich auf den Weg. Schon alleine die zweistündige Fahrt zu unserem Hostel war ein Abenteuer. Nachdem wir den Highway verlassen hatten, ging es über holprige Straßen bis wir in unserem Hostel in dem kleinen idyllischen Örtchen Chenjiapu angekommen waren. Gestärkt von einem traumhaften chinesischen Mittagessen ging es endlich los. Der Besitzer des Hostels fuhr uns mit seinem Auto zum Beginn des Weges. Mitten im Nirgendwo ließ er uns plötzlich aussteigen, lediglich mit dem Hinweis „Wandert hoch bis zur Mauer, dann links und lauft zum Hostel zurück“. Wir wussten alle, dass wir an den unrestaurierten Teil der Großen Mauer fahren, aber so viel Natur und Abgeschiedenheit hätte trotzdem niemand von uns erwartet. Auf den Ruinen konnten wir das Mysterium der Mauer nahe zu greifen. Verzaubert von der gesamten Umgebung sind wir letztendlich zwei Stunden zurück ins Hostel gewandert, ohne dabei auch nur einem einzigen anderen Touristen zu begegnen. Am nächsten Tag dann dasselbe, aber wir hatten uns dieses mal für eine andere Wanderroute entschieden. Leider war der Traum dann nach dem Mittagessen schon vorbei und unsere Reise hat uns wieder zurück in den Pekinger Alltag geführt. Aber die Erinnerung an ein unvergessliches Wochenende auf der „wilden Mauer“ bleibt.
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Eindrücke von der Großen Mauer bei Chenjiapu: wild und unberührt

Jedem, der nach China kommt und die Chinesische Große Mauer erleben möchte, kann ich diesen Ausflug nur wärmstens empfehlen. Mr. Chen von unserem Hostel spricht leider nur Chinesisch, aber mit Händen, Füßen, der Übersetzungs-Funktion von WeChat und viel gutem Willen kann sicher jeder von euch seinen eigene Ausflug zum Great Wall Fresh Hostel (http://www.greatwallfresh.com/) organisieren. Viel Spaß beim Entdecken!!
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Auf der Chinesischen MauerAndrea ist 24 Jahre alt und in Deutschland immatrikulierte Studentin. Sie studiert Medienmanagement und macht in Peking gerade ein fachbezogenes Praktikum bei der Chinesisch Schule „LTL“ im Bereich Online Marketing und lernt nebenbei Chinesisch.  Sie schreibt: „Im Dezember führt mich mein Weg weiter durch Asien, es geht mit dem Rucksack 12 Wochen durch China,Indonesien und Malaysia Im März geht es dann wieder zurück in den Alltag, wo ich meine Bachelorarbeit schreiben und mein Studium beenden muss.“
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Fotos und Text: (c) Andrea

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