Endlich: Montmartre

Der letzte Tag in Paris (Sonntag 22.02.16) bricht an mit grauen trüben tiefhängenden Wolken. Ich schäle mich aus meiner warmen Bettdecke, mache mich fein für Paris und gehe erstmal zum leckeren Frühstück. Doch das schmeckt noch nicht wieder so richtig.

Dann mit wackligen Knieen zur Metro-Station Charles de Gaulles – Etoiles. Es ist ungefähr 8:30 Uhr. Nicht wirklich die richtige Zeit für die Pariser und schon gar nicht für die Touristen. Es ist ruhig. Auch der Verkehr hält sich mit Lärm zurück. In wenigen Minuten bin ich an der Station Blanche. Die ist ganz in der Nähe von dem berühmten Variete Moulin Rouge. Die rote Fassade leuchtet von weitem.

Moulin Rouge

Moulin Rouge

Immer bergauf gehe ich die Rue Lepic entlang. Hui! Der Montmarte ist tatsächlich ein richtiger Berg! Irgendwie hatte ich das ganz vergessen. Aber es ist schon rund 40 Jahre her, dass ich hier gewesen bin. Erste Souvenirläden sind schon geöffnet. Aber es nicht viel los. Zu früh! Ich orientiere mich an dem kleinen Plan für einen Montmartre-Spaziergang in meinem Reiseführer und erreiche den Place du Tertre.

Der Place du Tertre ist das touristische Herz von Montmartre. Rundherum haben Cafes und Restaurants ihre Tische auf den Bürgersteig gestellt. In der Mitte packen die ersten Maler ihre Staffeleien aus. Bunte Bilder von Paris werden hier an die Touristen verkauft. Manch einer lässt auch mal schnell ein Porträt von sich anfertigen.

Place du Tertre

Place du Tertre

Ich suche mir ein Plätzchen und schaue dem Treiben auf dem Platz zu. Ein Cafe au Lait und ein Blick in meinen Reiseführer. Ich genieße meine letzten Minuten in Paris. Hier entsteht nun auch das einzige Foto von mir. Ich stehe nicht auf Selfies. Überraschenderweise sind mir in den wenigen Tagen auch nur eine Handvoll Touristen mit dem Selfie-Stick begegnet. Obwohl es durchaus überall Händler gibt, die diese Sticks verkaufen.

Langsam wandere ich weiter hinüber zu der Kirche Sacre Coeur. Da tummeln sich schon die Massen. Als sich langsam ein Polizei-Auto nähert, packen die fliegenden Händler schnell alles zusammen und verschwinden unauffällig in der Masse. Ich quäle mich ein wenig, denn überall in Paris und hier besonders, bestehen die Wege aus Kopfsteinpflaster. Spüre ich mein Alter? Das unebene Pflaster macht mich unsicher. Ich habe Angst zu stolpern.

Bei Sacre Coeur

Bei Sacre Coeur

Dann geht es wieder hinunter. Immer wieder schaue ich mich nach den Souvenirs um. Diese sind oben auf dem Montmartre sehr viel teurer als unten an der Rue Lepic. Also will ich versuchen, die Rue Lepic wiederzufinden. eigentlich hatte ich gehofft, dass es den Eiffelturm als Süßigkeit gibt. Sowas als kleines Mitbringsel wäre doch toll! Mittlerweile habe ich mich für Küchenmagneten entschieden. Kleine Häuschen säumen die Straßen. Paris wirkt in den Seitengassen doch sehr dörflich.

Montmartre: Reste des dörflichen Lebens und chinesische Touristen

Montmartre: Reste des dörflichen Lebens und chinesische Touristen

Als ich die Rue Lepic erreiche, hat sich alles verändert! Lebhafte Touristengruppen begegnen mir. Aber es überwiegen die Einheimischen, die sich in der Bäckerei mit Baguettes versorgen oder sonstige Einkäufe erledigen. Am Sonntag Morgen! Ich schaue in die Läden: Schinken, Fisch, Hühnchen, Wachteln – ein Augenschmaus! Dann komme ich zu den Souvenirläden. Aber auch einige Delikatessen-Geschäfte haben sich auf Touristen spezialisiert. So kann man hier auch kleine Gläschen mit Leberpastete, Honig und Marmelade kaufen. Die richtige Größe für den Koffer!

Süße Eiffeltürme

Süße Eiffeltürme

Hier entdecke ich sie schließlich: Kleine Eiffeltürme aus Zuckermasse. Toll! Ich bin entzückt! Für meinen Vater kaufe ich noch ein Stück aromatischen Käse. Damit kann er mehr anfangen als mit Zuckerzeug. Aber für meine Schwestern und Freundinnen erwerbe ich ein paar Tüten Zucker-Eiffelturm.

Als ich ins Hotel zurück kehre, bin ich herrlich zufrieden mit mir und meinem Kurztrip nach Paris. Trotz aller Widrigkeiten habe ich mehr gesehen als geplant, das Pariser Leben genossen und alles erledigt, was ich wollte.

In dem Hotel (Best Western Star) komme ich Punkt 12:00 Uhr an. Jetzt müsste ich eigentlich schon ausgecheckt haben. Doch man verlängert mir die Frist bis 13:00 Uhr.  Ja, das Hotel Best Western Star Arc de Triomphe muss ich jetzt schon mal lobend erwähnen. Ich hab mich sehr wohl gefühlt. Ein ausführlicher Artikel kommt noch! Übrigens: ich habe mein Zimmer selbst bezahlt. Jegliche Begeisterung über das Hotel ist authentisch und nicht bezahlt!Paris Ulrike

Hier könnt Ihr lesen, was ich an den anderen Tagen so gemacht habe in Paris: Paris 1, Paris 2, Paris 3; Paris 4

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