7 Tipps, wie Du mehr aus drei Tagen Peking machst

Wie kannst Du mehr aus einer organisierten Rundreise machen?

Die meisten Reiseveranstalter beginnen oder enden eine klassische China-Rundreise mit drei Tagen in Peking. Das Programm sieht in etwa so aus:

  1. Tag: Ankunft in Peking – Transfer in die Stadt – Himmelstempel
  2. Tag: Große Mauer bei Badaling, Ming-Gräber, Olympia-Stadion Vogelnest
  3. Tag: Platz des Himmlichen Friedens, Verbotene Stadt, Kohlehügel, Hutongs

Peking TippsBei der einen China-Rundreise wird ein anderer Tempel besucht, bei der anderen die Große Mauer bei Mutianyu (ohne Ming-Gräber), manchmal passt auch der Sommerpalast ins Programm. Ich persönlich finde das ja viel zu wenig. Peking hat so viel mehr zu bieten! Aber die meisten Menschen haben nicht so viel Zeit und wollen sich auf einer ersten China-Reise einen kurzen Überblick schaffen. Das kann ich gut verstehen. Auch eine organisierte Gruppenreise mit einem strengen Programm bietet Dir viele Möglichkeiten, der Stadt und ihren Menschen individuell etwas näher zu kommen.

Meine 7 Peking Tipps

  1. Früh aufstehen!

    Steh früh morgens auf, so gegen 6 Uhr! Ja, ich weiß, das ist hart, wenn man noch unter dem Jetlag leidet. Es muss ja nicht unbedingt am ersten Tag sein. Doch frühmorgens ist der Pekinger am muntersten unterwegs. In den Parks und Plätzen sammeln sich die Einheimischen zur morgendlichen Gymnastik. Sie üben verschiedene Formen des Tai Chi, Tango oder Walzer. So einen Platz findest Du garantiert irgendwo in der Nähe des Hotels.Wenn Du dann zum Hotel zurück kehrst, kannst Du die ersten Einheimischen schon mit ihren Einkäufen beobachten, oder die Kinder, die zur Schule gehen. Das gilt übrigens auch anderswo in China.

    Morgens am Kohlehügel

    Morgens am Kohlehügel

  2. Auch auf organisierten Reisen gibt es Freizeit

    Nutze jeden Augenblick der Freizeit! Auch bei den Besichtigungen gibt es die eine oder andere Stunde „Freizeit“. Die Große Mauer kannst Du ganz „alleine“ erkunden. Dort gehst Du nicht verloren. Schau Dich um: Wohin gehen die meisten Menschen? Geh einfach in die andere Richtung!

  3. Wo kannst Du Einheimische treffen?

    Himmelstempel und Kohlehügel sind wunderbare Orte, an denen Du die Einheimischen bei ihren Hobbies treffen kannst. Da wandern die Männer mit kleinen Vogelkäfigen über die Wege, sitzen zusammen und rauchen. In bestimmten Ecken spielen sie Mahjiang oder Karten.

  4. Selbst einkaufen

    Kaufe Dein Bier an einem Kiosk oder im kleinen Supermarkt an der Ecke. Sich einlassen auf das Abenteuer, etwas einzukaufen, ohne die Sprache zu kennen. Das macht Spaß! Eine Flasche Wein, selbst erworben, schmeckt viel besser als in der Bar. Und ist auch wesentlich preiswerter!

    Der Händler an der Ecke

    Der Händler an der Ecke

  5. Peking Oper

    Wenn der Reiseleiter  Deiner China-Rundreise den Besuch einer Peking-Oper anbietet, sofort mitgehen! Eine Peking-Oper ist ein buntes schillerndes Theater mit prächtigen Kostümen und akrobatischen Einlagen. Für westliche Touristen gibt es spezielle Aufführungen und Theater. Diese kann ich nur empfehlen. Denn sie sind auf den Geschmack der Westler abgestimmt. Da fehlen die endlosen chinesischen Duette und die extremen Formen der chinesischen Musik. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Eine originale Peking-Oper kann ganz schön nervtötend sein.

  6. Legends of Kungfu

    In Peking solltest Du Dir die fantastische Aufführung der genialen Kungfu-Show im Roten Theater „Legende des Kungfu“ nicht entgehen lassen. Mit viel Akrobatik, typischen Kungfu-Szenen wird die Geschichte eines Jungen erzählt, der gerne Kungfu-Meister werden möchte. Prachtvoll! Überwältigend! Einen kleinen Eindruck gibt es in diesem Amateurvideo. Wenn man keine Peking-Oper mag, und der Reiseleiter diese Show anbietet: Unbedingt hingehen! Oder nach der Show fragen und selbst hingehen!

  7. Abends zum Olympiastadion

    Olympiastadion „Vogelnest“ und „Wasserwürfel“: Wenn das nicht im Programm ist, dann solltest Du Dir das am Abend ansehen. Dann sind die Gebäude bunt erleuchtet und auf dem Platz dazwischen flanieren die Menschen, essen ein Eis oder versuchen sich selbst in sportlichen Darbietungen. Manchmal gibt es Straßenmusiker, die Pop- oder Rock-Musik spielen. Pekinger Leben pur!

    Musikanten am Vogelnest

    Musikanten am Vogelnest

    Fazit: Schaut Euch das Programm genau an, wenn Ihr eine Gruppenreise nach China bucht! Und traut Euch, auch mal ein paar Schritte alleine zu gehen!

    3 Tage Peking: Must See’s

    Was man in Peking – meiner Meinung nach – unbedingt gesehen haben muss:
    – Platz des Himmlischen Friedens, Verbotene Stadt, Kohlehügel
    – Himmelstempel
    – Sommerpalast
    – Große Mauer, am besten bei Mutianyu. Wenn man die Große Mauer bei Badaling besuchen will, sollte man dies mit der Besichtigung der Ming-Gräber mit Seelenweg tun!
    – Hutongs. Bei einer Fahrt mit der Rickscha durch die alten Stadtviertel erlebt man ein wenig vom Flair des alten Pekings. Meistens gehört auch der Besuch einer Familie dazu.

    Tipps, wie man in China die Touristenmassen vermeidet, findet Ihr hier.

Der Artikel stammt vom September 2014 und wurde im Juli 2016 überarbeitet und aktualisiert

15 Kommentare

  • Klar, das geht nicht in der Gruppe, vielleicht aber auch eine Anregung über die Vorteile der individuellen Reiseplanung nachzudenken.
    Und in der Gruppenreise, sollte der Reiseleiter den Plan B für den Pekinger Smog parat haben 😉

    • bambooblog

      Ich habe nun schon seit vielen Jahren beim China-Reiseveranstalter gearbeitet. Das geht nicht so einfach, wie du dir das anscheinend vorstellst. Und viele Menschen wollen ja gar nicht individuell durch China reisen. Ich war so oft in Peking und mache mir keine Sorgen mehr um den Smog. Der kommt und geht auch wieder. Und manchmal ist das gar kein Smog sondern Sand aus der Wüste Gobi, der den Himmel verdunkelt. Die Feinstaubwerte sind auch schlecht, wenn die Sonne scheint.

  • Prinzipiell stimme ich voll zu, Peking hat sicherlich deutlich mehr zu bieten, als man auf einer 3 Tages Gruppenreise erleben kann. Allerdings machen zwei Faktoren die Stadterkundung in Peking nicht gerade einfach: Die riesigen, leider nur autofreundlichen Strukturen der Stadt mit ihren ständigen Staus machen es dem Pekingbesucher nicht leicht die Stadt zu erkunden. Es ist keine Stadt, die man sich zu Fuss erarbeitet, vielmehr muss man mit Taxi, Metro oder Bus von Highlight zu Highlight und kann die Brache dazwischen ruhig ignorieren.
    Das andere Problem von Peking ist das Wetter und die Luftverschmutzung. Wenn man Pech hat, erlebt man Peking im braun-grauen Dunst – und dann sind drei Tage schon viel zu lange. Dies ist natürlich nur schwer planbar. Daher empfehle ich für den Peking Besuch einen Plan B: Wenn vor Ort die Wetterlage trostlos ist, schnell einen Inlandsflug in eine andere sehenswerte Stadt buchen und das Pekingprogramm auf den nächsten Besuch verschieben. Flüge/Schnellzugtickets und Hotels sind in China auch noch kurzfristig recht günstig zu buchen.

    • bambooblog

      Plan B ist ja ganz schön, aber bei einer organisierten Gruppenreise nicht umsetzbar. Und meine Tipps beziehen sich darauf, dass man mit einer organisierten Reise unterwegs ist.
      Tipps, was man sonst noch in Peking sehen und erleben kann, wenn man mehr Zeit hat bzw. individuell dort ist, findest du an anderer Stelle.
      Tja, und auch dem Wetter kannst du nicht entgehen, wenn Du mit einer Gruppe unterwegs bist. Das gilt für überall auf der Welt, egal ob Smog, Regen oder Hitze. Aber dann sitzt man ja meistens im klimatisierten Bus, was ein großer Vorteil der Gruppenreise ist. Und man muss ich auch keine Gedanken um Taxis oder U-Bahn machen 😉

  • Pingback: 10 Tipps, wie man in China die Touristenmassen vermeidet

  • 3 Tage Peking sind tatsächlich zu wenig, 1 Woche sollte es schon sein (das gilt meines Erachtens für alle großen Metropolen der Welt). Man trifft immer mal wieder Leute, die waren schon in Peking, in Hongkong, in Bangkok, in Singapur. Wenn man dann beeindruckt ist von ihren vielen Reisen, kommt oft die Antwort: „Das war alles auf einer einzigen Asienreise“. Die Ärmsten!

    Um so lobenswerter sind deine Vorschläge, wie man auch in 3 Tagen etwas aus dem Peking-Aufenthalt machen kann. Wichtig finde ich, möglichst viel Zeit ohne die Gruppe zu verbringen (natürlich nimmt man die offiziellen Programmpunkte mit). Wir (meine Frau und ich) sind zum Beispiel mit der U-Bahn vom Hotel außerhalb zum Platz am Tor des Himmlischen Friedens gefahren und dort in die Menge der chinesischen (!) Touristen eingetaucht, zwei Erlebnisse, die wir nicht missen möchten, obwohl wir am nächsten Tag noch mal mit der Gruppe dort waren.

    • Ja, das ist gut. Aber meine Erfahrungen haben gezeigt, dass sich viele Menschen, die mit einer Gruppe unterwegs sind, einfach nicht trauen, in einem so fremden Land wie China eigene Schritte zu gehen.
      Selbst als ich mit der Gruppe 2011 unterwegs war und immer wieder anbot, mit mir die freien Stunden am Abend noch etwas anzuschauen oder einfach in der Stadt spazieren zu gehen, hab eich selten Begleiter gefunden. Die einen wollten lieber ihre Frisur im Hotel aufhübschen oder zu McDonald’s. Hab ich eben mein eigenes Ding durchgezogen. Die Menschen sind halt so.

  • Ulrike, ich liebe deinen Blog! Danke für die vielen tollen Tipps. Mein Junge hat gerade angefangen Kung Fu zu trainieren und sein Meister ist seit 30 Jahren unbesiegt in Dänemark. Ich finde, das sieht total elegant aus und auch beeindruckend, wenn ich zuschaue. Die Kung Fu Geschichte werde ich mir merken für unsere nächste Reise. Ich hoffe so sehr, dass es bald klappt. 🙂

    • Liebe Eva Maria, Du machst mich ja ganz verlegen. Danke für Deinen Kommentar und die netten Worte! Die Chinesen sind Perfektionisten und so ist eine solche Show wirklich überwältigend. Obwohl es eben eine Show ist und nicht das wahre Kung Fu.. Falls es sich mal ergibt, sollte man als Kungfu-Begeisterter nach Shaolin reisen. LG Ulrike

  • Och schade. Bei uns wurde diese Show damals angeboten. Und da andere gemotzt haben, dass dies viel zu teuer war, liess ich mich davon beeinflussen 🙁 Aber vielleicht klappt es ja, wenn ich im Juni nach der Mongolei tatsächlich noch ein paar Tage in Peking anhänge. Weisst du zufällig, ob man das dann auch gemütlich von zu Hause aus übers Internet buchen kann? Ansonsten weiss das hoffentlich die nette Dame in meinem Reisebüro (die wird wieder schön leiden, wenn ich buchen komme :D).

  • Schon allein wegen den artistischen Kung Fu-Einlagen wäre die Peking Oper einen Besuch für mich wert. 😉

    • Die „Legends of Kung Fu“ Show ist spektakulär! Besser als Peking-Oper 😉

      • Du weißt aber schon, dass das nur mehr oder weniger eine Art von Ballett ist? Echtes Kung Fu sieht dagegen nicht sonderlich schön aus. Aber das wissen die Zuschauer ja nicht 😉 Weißt du, ich muss immer schmunzeln, wenn ich in Martial Arts Filmen die schön choreografierten Kämpfe sehe. Aber ich habe großen Respekt vor der sportlichen Leistung der Darsteller. Einfach ist das nämlich nicht! Aber ich schweife schon wieder ab. Dabei wollte ich doch an meinen Reiseberichten arbeiten. Nur wollten die Buchstaben nicht so, wie ich sie gern hätte. 😀

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