Meditation über ein Brötchen

Reflektion über das Essen

Wenn wir uns zum Essen setzen, sollten wir 3 Dinge betrachten:
Warum esse ich?
Welch ein Glück habe ich, dass ich genug zu essen habe, nicht Hunger und Durst leide!
Welche Mühen und Arbeit hat es gekostet, dass das Essen mich erreicht?
So wurde ich einmal von einem buddhistischen Lehrer angeleitet.
Die erste Frage wird im buddhistischen Sinn damit beantwortet, dass man das Essen braucht, um leben zu können. Ein maßvolles und gesundes Essen bildet die Grundlage für ein gesundes Leben.
Es ist ein Glück, dass ich hier in Deutschland genug zu essen und zu trinken habe. Wie viele Menschen auf der ganzen Welt sind nicht so glücklich wie ich! Dazu gehört auch die Betrachtung, dass dieses Essen appetitlich aussieht, lecker riecht und gut schmeckt.
Bei dem dritten Punkt wurden wir aufgefordert, an den Bauern zu denken, der das Gemüse angepflanzt hat, an die Menschen, die das Essen zubereitet haben und allen Menschen, die an dem Gelingen dieser Mahlzeit beteiligt waren, Glück und Frieden zu wünschen.Meditation Brötchen

Meditation über ein Brötchen

Gerade diese letzte Betrachtung hat mich immer wieder zum Nachdenken angeregt. Die Gedanken möchte ich hier anhand eines Brötchens schildern- eine Meditation:

  • Dieses Brötchen sieht lecker aus. Ich habe es aufgeschnitten und liebevoll und achtsam mit Butter und Marmelade bestrichen. Möge ich mir dieses Glückes bewusst sein!
  • Ich denke an den Bäcker, bei dem ich das Brötchen heute morgen gekauft habe. Er ist um 2:oo Uhr morgens aufgestanden, hat den Teig zu bereitet und dies Brötchen gebacken. Möge der Bäcker glücklich sein!
  • Zu dem Teig waren Mehl, Hefe, Salz und Wasser nötig. Ich verfolge jetzt nur den Weg des Mehls:
  • Ein Fahrer hat das Mehl zum Bäcker gebracht. Möge dieser Fahrer glücklich sein!
  • In einer Mühle ist das Mehl gemahlen worden. Mögen die Müller dieser Mühle glücklich sein!
  • In dieser Mühle ist das Mehl verpackt worden. Mögen die Lagerarbeiter und Verpacker glücklich sein!
  • In dieser Mühle gibt es auch eine Verwaltung, ohne die das Mehl nicht gemahlen und verkauft würde. Mögen die Mitarbeiter, Sekretärinnen und Angestellten glücklich sein!
  • Das Korn für das Mehl ist von einem Fahrer vom Bauern zur Mühle gefahren worden. Möge dieser Fahrer glücklich sein!
  • Der Bauer hat den Weizen angebaut. Mögen dieser Bauer und seine Familie glücklich sein!
  • Er hat Fahrzeuge, Saatgut und Dünger eingesetzt. Mögen die Menschen, die diese hergestellt haben und zum Bauern gebracht haben, glücklich sein!
  • Dieser Bauer würde nicht existieren, wenn er nicht sein Land hätte und sein Haus – und darauf Steuern zahlen würde. Mögen die Finanzbeamten glücklich sein!
  • Auch die Finanzbeamten essen gerne Brötchen. Damit sind wir wieder beim Anfang: Möge der Finanzbeamte sich des Glückes bewusst sein, das ihm ein frisches Brötchen bereitet!

Mögen alle Menschen glücklich sein!

Hinter all diesen Menschen stehen wiederum Menschen, ohne die der einzelne nicht existieren könnte: Mutter,  Vater, Geschwister, Kollegen, Freunde…  Die Fahrzeuge und Maschinen, die sie alle brauchen, um einen Teil des Brötchens herzustellen und zu transportieren, sind von Menschen hergestellt worden, die auch gerne mal ein Brötchen essen. Mögen alle diese Menschen glücklich sein!

Ich habe diese Linie auch mal an Hand eines Reiskornes durchgedacht: Reis – Lagerist – Verpacker – Reistütenhersteller – Fahrer – Flugzeugpilot – Zollbeamter – Fahrer, Verwalter, Reisbauer in Indien oder Thailand oder sonst wo… Diese Reihe könnte unendlich weit fortgesetzt werden.

Plötzlich fühle ich mich mit der ganzen Welt verbunden.

Mögen alle Wesen glücklich sein und inneren Frieden finden!

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