WPC: Monument / Mahnmal für die Kinder vom Bullenhuser Damm

Die Gedenksteine im Rosengarten

Die Gedenksteine im Rosengarten/ Memorial fo the people, who were murdered in the last days of WWII at this school

The story of the Children from Bullenhuser Damm
In the night from 20 to 21 April 1945, SS troops murdered 20 Jewish children and at least 28 adults in the basement of the building at Bullenhuser Damm 92-94. Before their murder the children, from Poland, Yugoslavia, Italy, France and the Netherlands, had suffered agonizing medical experiments as prisoners in Neuengamme Concentration Camp. In order to cover up the experiments during the clearance of the camp, the children had to die. For more in English read

http://www.kinder-vom-bullenhuser-damm.de/_english/index.html

Gedenkstätte “Kinder vom Bullenhuser Damm”

Gestern war Lange Nacht der Museen in Hamburg (12.04.2014). Ich war dabei und nutzte die Gelegenheit, mir endlich die Gedenkstätte “Kinder vom Bullenhuser Damm” anzuschauen. Sofort stand für mich fest, dass diese beeindruckende und zu Herzen gehende Gedenkstätte mein Beitrag zur Weekly Photo Challenge “Monument” sein würde.

ZITAT
„Wenn ich das (den Holocaust) in einem Ort zusammen fassen müsste, dann wäre es nicht Auschwitz, sondern Bullenhuser Damm. In Auschwitz starben mehr als eine Million Menschen, in der Schule am Bullenhuser Damm waren es zwanzig Kinder. Sie wurden von den Nazis für medizinische Experimente benutzt. Im April 1945 brachte die SS diese Kinder mitten in der Nacht in den Heizraum und erhängte sie. Die Jüngsten waren 5 Jahre alt. Schlimmeres kann es überhaupt nicht geben.“
Erich Hartmann, Fotograf und Autor des Buches „In the Camps“

Mir ging es ähnlich, als ich all die kleinen Dokumente und Fotos gesehen habe, die mühsam zusammen gesammelt worden sind und auf Köfferchen verteilt das erzählen, was man überhaupt herausgefunden hat. Für jedes ermordete Kind steht dort ein Koffer. Dass man die Kinder und die Grausamkeiten, die ihnen angetan wurden, nicht vergisst, ist der mühevollen Arbeit des Journalisten Günther Schwarberg zu verdanken. Doch all seine Mühe, seine Recherchen haben die Vorgänge nicht ganz aufklären können. Man weiß zwar von allen Kindern die Namen, doch von 4 hat man keine Angehörigen finden können. Aber nicht nur die Kinder wurden hier, in diesem Keller, ermordet, sondern auch 24 russische Gefangene, von denen man bis heute nicht weiß, wie sie geheißen haben. Außerdem wurden weitere 4 Personen ermordet. An alle wird in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm gedacht.

Die Koffer

Die Koffer

Diese Köfferchen, die Fotos, die abgebildeten Dokumente gehen zu Herzen. Heute ist in der Schule ein Kindergarten untergebracht, aber auch ein Archiv und das Mahnmal. Während die Räume im Keller nur Sonntags zugänglich sind, ist der kleine Rosengarten hinter dem ehemaligen Schulhof jederzeit zugänglich. Hier hängen Gedenktafeln an die Kinder an einer Hecke und auch eine Tafel für einen Arzt, der versucht hatte, den Kindern zu helfen und selbst ermordet wurde. Kleine Steine, die nach jüdischer Sitte auf den Gedenkmälern abgelegt sind, zeugen davon, dass noch oft Menschen hierher kommen. Rosen und Spielzeug, niedergelegt an der Stelle, wo die Kleinen erhängt wurden, berühren mein Herz. Als ich endlich wieder hinaus gehe, laufen mir die Tränen über das Gesicht. Unfassbar die Grausamkeit!

Wer mehr darüber wissen will, lese hier nach:
http://www.kinder-vom-bullenhuser-damm.de/index.html

Jedes Jahr am 20.04. findet hier seit 1979 eine Gedenkfeier für die Ermordeten statt.

5 Kommentare

  • Danke an Euch allen für Eure Kommentare! Man darf es nicht vergessen. Aber das Irre ist, dass dies immer noch überall auf der Welt passiert. Jeden Tag werden Menschen gefoltert und unsinnig ermordet.

  • Nein, diese grauenvollen Verbrechen dürfen niemals vergessen werden! Dafür engagiere ich mich seit Jahrzehnten und werde es auch nicht müde. Guter Beitrag, Ulrike! Das inspiriert mich, auch noch mal über meine Gedenkstättenerfahrungen zu berichten.

  • Danke! Ich bin so froh, dass es Journalisten gibt, die gegen das Vergessen arbeiten. Natürlich wird vieles mit der Zeit immer blasser werden. Aber solange man in meiner Wahlheimat Dänemark noch feiern kann, dass der Nazismus besiegt wurde, darf man in Deutschland die Opfer nicht vergessen.

  • Ich habe im Moment den Eindruck, dass die Jugend übersättigt ist mit dem Dritten Reich. Nicht, dass ich das gutheiße, im Gegenteil, man muss der Jugend wieder klar machen, wie wichtig die Erinnerung ist, auch wenn keiner von uns heute mehr daran beteiligt war, das spielt keine Rolle. Dass ich mich so sehr damit beschäftige, liegt vielleicht daran, dass meine Eltern den Krieg noch bewusst miterlebt haben (wie deine sicherlich auch), aber trotzdem, es ist mir ganz wichtig, die Erinnerung aufrechtzuerhalten.

  • Betrachterauge

    Ein kleiner Ausschnitt der großen Tragödie.

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