Lieblingsradikal: Das Dach

Von den Radikalen der chinesischen Schrift (Wikipedia: die grafische oder semantische Zuordnungskomponente eines chinesischen Schriftzeichens) habe ich nun schon einige Male berichtet. Eines meiner liebsten Radikale ist das Dach Radikal:

DachEs ist mit geringer Phantasie gut vorstellbar, dass die (drei) Striche ein Dach darstellen. Unter so einem Dach kann sich vieles tummeln. Hier ein paar Beispiele:

A-Frieden

Eine Frau unter dem Dach = Ruhe und Stabilität. Das ist doch interessant! Das Schriftzeichen für “glatt” “eben” sieht aus wie eine Waage, nicht wahr? Beides zusammen ist “Frieden”.

Familie

Das Schwein unterm Dach macht das Dach zum Zuhause. Nun kann man überlegen, wie das “Schwein unterm Dach” zur “Familie” wurde. Ich denke, das Schriftzeichen ist dadurch zustande gekommen, dass, wie in vielen Kulturen, auch in Deutschland, früher Mensch und Haustier unter einem Dach lebten. Das Schwein sorgte für gutes Essen, Wärme und damit für das Wohlergehen der Familie. “Jia” wird auch bei bestimmten Berufsgruppen als “Expertenkennzeichen” angehängt. Wenn also jemand etwas Gutes geschrieben hat, dann ist er ein 作家 zuòjiā = Autor. Der 画家 huàjiā (Gemälde-Experte) ist der Maler, der 外交家 wàijiāojiā (Experte für den äußeren Austausch) ein Diplomat.

Gefängnis

Der Stall für ein Rindviech musste stabil und ausbruchsicher gebaut sein. Deshalb bedeutet das Rind unterm Dach nicht nur Stall sondern auch Gefängnis.

KopfWie es nun kommt, dass der Kopf unterm Dach für “tatsächlich” steht, ist mir noch nicht so ganz klar.

Zum Schriftzeichen für “Frau” findet Ihr hier mehr: Der Mann 😉

5 Kommentare

  • Ich bewunder Menschen, die so neugierig sind und sich die Mühe machen, so eine schwere Schrift zu lernen. Ich ziehe meinen imaginären Hut

    Liebe Grüsse zentao

    • Ohje! So schwierig ist das doch gar nicht! Ich werde ja ganz rot! Danke für die lieben Worte, die mich am frühen Morgen erreichen und einen wundervollen Anfang für den Tag und die Woche darstellen.
      Liebe Grüße
      Ulrike

  • Was mir einfällt, wenn ich das lese: Konntest du bei deinem Japan-Besuch schon Kanji? Das hätte dir zumindest etwas geholfen. Wobei du natürlich ohne die anderen Alphabete verloren bist 😉

  • Pingback: Das Schwänzchen-Lexikon | bambooblog hamburg

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