Badezimmer mit Aussicht

Ein Trend der letzten Jahre führt immer mehr dazu, dass Hotels gehobener und vor allem der Luxus-Kategorie ihre Zimmer mit offenen Badezimmern schmücken. Das heißt, dass das Badezimmer mehr oder weniger gut vom Bett bzw. dem Schlafraum aus einsehbar ist.

Dynastie Hotel in Kunming

Dynastie Hotel**** in Kunming

Manchmal ist es nur eine Art Fenster, das man mit einer Jalousie verschließen kann. Manchmal bilden Schlaf- und Badezimmer eine Einheit. Wenn man sich über das Waschbecken beugt, hat man den freien Blick aufs Bett. Kein Vorhang, keine Wand schützt den sich Waschenden vor den Blicken des auf dem Bett ruhenden Mitreisenden. Hinzu kommt eine nur mäßig durch eine Milchglasscheibe abgetrennte Toilette. Die Badewanne liegt entweder etwas den Blicken entzogen in einer Ecke oder aber direkt an dem Durchblick zum Bett. Duschen kann man sich meistens in einer separaten Kabine, möglicherweise mit Milchglasscheibentür.

Die Vorteile solcher Konstruktionen: Man kann sich frei mit seinem Mitreisenden unterhalten, ohne dass dieser das Bett verlassen muss. Natürlich hat man auch viel mehr Licht im Badezimmer und möglicherweise einen direkten Meerblick von der Badewanne aus. Mehr fällt mir zu den positiven Seiten der offenen Badezimmer nicht ein. Ich MAG die NICHT!

The Mira, Kowloon, Hongkong

The Mira*****, Kowloon, Hongkong

Glücklicherweise reise ich meistens alleine und habe somit ein Einzelzimmer. Da geht das ja noch. Doch mich stört es, wenn beim Baden oder Duschen heiße feuchte Schwaden bis ins Schlafzimmer ziehen. Auch Gerüche oder Geräusche finden wenig Hindernisse auf dem Weg zum Bett. Manchmal stelle ich mir vor, dass ich das Zimmer, z.B. während eines Fam-Trips, mit einer mir fast unbekannten Kollegin teile. Diese bekäme intimste Details aus meinem Waschverhalten zu sehen, wenn sie wollte. Und ich wüsste schnell, dass sie ihre „dritten“ mithat, ob sie pubst oder nicht. Oder sich bemüht, nicht zu pubsen. Oder ob ihr Busen hängt, sie rosa Unterwäsche trägt und es liebt, auf dem Klo zu lesen. Solche Informationen will ich nicht! Selbst mit meinem herzlich geliebten Mann hätte ich so ein Zimmer mit offenem Badezimmer nie teilen mögen! Ich brauche hin und wieder meine fünf Minuten Privatsphäre!

Mandarin Oriental Hotel in Sanya, Hainan

Mandarin Oriental Hotel***** in Sanya, Hainan

Meine Erfahrungen beschränken sich auf einige 4 bis 5-Sterne-Hotels in China. Dort geht die Tendenz dazu, dass auch neue 3-Sterne-Hotels ein solches offenes Badezimmer anbieten. Aber auch anderswo auf der Welt gibt es die Badezimmer mit Ausblick, wie meine Bild-Recherche erbrachte.

W-Hotel***** Badezimmer

W-Hotel***** Badezimmer: Keine Tür zum WC. Und hinter mir keine Tür oder Jalousie zum Schlafbereich

Und: wie geht es Euch mit so einem offenen Badezimmer? Wo habt Ihr sowas schon erlebt? Was sind die Vor- oder Nachteile Eurer Meinung nach? Ich will hier keine Blogparade starten, aber Eure Meinung interessiert mich sehr!

Übrigens: Ein solches Badezimmer mit Aussicht aufs Meer lasse ich mir gerne gefallen:

Mandarin Oriental, Sanya, Hainan

Mandarin Oriental*****, Sanya, Hainan

20 Kommentare

  • Hallo Ulrike,

    also auch wenn ich hier ziemlich einsam mit meiner Meinung dastehe – ich muss gestehen, ich mag ein paar der offenen Badezimmer sehr gerne. Die, die ich ich z.B. im Indischen Ozean kennen gelernt habe. Dort sind bei vielen Hotels (z.B. bei den Constance Hotels oder einigen der LUX* Hotels) die Badzimmer mit so einer Art Holzfensterladen versehen. Wenn man die Lade offen lässt, hat man ein ganz wunderbares, großes Raumgefühl und kann je nach Zimmer von der Badewanne bis aufs Meer schauen. Und wenn man Privatspähre wünscht, einfach die Lade zumachen und 100% Privatsphäre sind garantiert. Und das WC ist ohnehin noch einmal separat abgeteilt. Aber so wie Du es beschreibst – nein, das geht gar nicht.

    Viele Grüße

    Daniela

  • Pingback: Abenteuer Hotelzimmer in China - Bambooblog Hamburg

  • Sarah ツ

    Nein, ich kann das überhaupt nicht leiden und bin ganz Deiner Meinung. Ich hatte ja vor einem Monat in Berlin Probleme, als die Tür nur eine Schiebetür war und rundherum ein 1cm Spalt war. Natürlich hat man nichts gesehen, aber ich hab mich trotzdem gefühlt, als würde ich mitten im Zimmer hocken. Das ist nichts für mich und wird es nie sein. In ein Badezimmer gehört eine richtige Tür! Ich reise oft zu Zweit und da geht das gar nicht. Völlig egal in welchem Verhältnis man zu der Person steht. Privatsphäre wird ja wohl noch erlaubt sein 😉 Abgesehen davon würde ich mich vermutlich selbst allein in dem Zimmer komisch vorkommen, wenn da keine Tür drin ist.

    Viele Grüße
    Sarah

  • Pingback: Die rote Badewanne | bambooblog hamburg

  • Kann Dir nur zustimmen.. das geht gar nicht!!!
    Wie widerlich.. neee… wer hat sich sowas nur ausgedacht?
    LG und ein schönes WE, Petra

  • Tageslicht in Bad und Klo sind ja ganz nett, aber doch kein Schaufenster zum Schlafzimmer! Kenne niemandem, dem das gefällt, da frage ich mich, warum das überhaupt so gebaut wird, krank sowas >:[

  • Sieht oft extrem gut aus, ist aber nicht mein Ding. Intimsphäre & Co. Nicht abgetrennte Toilletten sind in dem Zusammenhang ein Unding! Nicht jede “Mode” ist auch praktisch / komfortabel : )

  • Das letzte würde mir auch gefallen. Aussicht nach draussen (richtig draussen!!!) ist selbstverständlich toll. Aber bitte nicht ins Schlafzimmer. Vor allem, da ich meistens eine Gruppenreise mache, und ein “halbes Doppelzimmer” reserviere. D.h. ich kriege dann eine Zimmerpartnerin, die mir bis dahin unbekannt war. Duschen wäre mir ja noch egal. Ich dusche ja nach dem Sport auch. Aber das Klo braucht richtige Wände und eine Türe. Ich mag weder, dass jemand mitkriegt, wie ich mich da verhalte. Und ich mag das auch von niemandem wissen.

    Habe sie bisher auch in China erlebt. Zum Glück aber nie in einem Twin Zimmer, sondern nur in den Double. Da sind ja dann eher Pärchen. Und wir hatten immer ein Twin (die mitreisenden Pärchen haben uns die Badezimmer aber jeweils gezeigt – sie haben sich darüber geärgert).

    Ansonsten in einem Wellness-Hotel in Österreich. Da war das Klo aber separat (Wände und Türe). Und auf den “kritischen” Höhen war jeweils Milchglas. Und ich war alleine im Zimmer. Also alles kein Problem.

    Für mich aber trotzdem ein Trend, der bitte wieder aufhören soll.

  • Ich hab das bisher immer nur in diversen (deutschen) Wohnzeitschriften skeptisch zur Kenntnis genommen. Die mangelnde Privatsphäre mal ganz außen vor – ich will mein Badezimmer warm und mein Schlafzimmer kühl.

    Viele Grüße,
    Lena

  • Habe einmal ein (Gäste-)Badezimmer in einem Privathaus erlebt, wo man von der Badewanne aus einen herrlichen Blick in die Landschaft hatte. Das war beeindruckend, ein Blick zum Bett oder Schlafzimmer muss nicht sein, kann drauf verzichten.

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