Abenteuer Hotelzimmer in China

Aktualisiert im April 2017

Chinesen sind verspielte Technik-Freaks. Den Eindruck habe ich immer wieder. Bei einer organisierten Rundreise durch China 2011 hatte ich die Gelegenheit, diverse Hotels in einer verhältnismäßig kurzen Zeit zu erleben. Dabei wurde mir bewusst, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, ein Hotelzimmer in China zu öffnen und dort dann Licht zu machen.

Lasst Euch aber nicht abschrecken! Die Hotels in den großen Städten, vor allem die, die bei Rundreisen gebucht werden, sind in der Regel sehr gästeorientiert. Da klappt es meistens auf Anhieb!

Trotzdem: Viel Spaß beim Lesen meiner Abenteuer!

Das Bravo Hotel in Guilin hatte die schönste Konsole

Das Bravo Hotel in Guilin hatte die schönste Konsole

Tür öffnen im Hotel in China

Es fängt an der Tür an. Richtige Schlüssel gibt es nur noch in einfachen Gasthäusern. In den Hotels bekommt man eine Karte. Das kennt man ja. Aber wie öffne ich damit die Zimmertür? Da gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten:

Man kann die Karte in einen Schlitz stecken: doch wie rum? Und wie schnell oder langsam? Ja, wirklich, in manchen solcher Öffnungsmechanismen entscheidet die Geschwindigkeit über Offen oder nicht. Da gibt es auch die Variante, dass man die Karte durch einen Schlitz zieht. Wieder steht man vor diversen Fragen: von oben nach unten, von rechts nach links, schnell, langsam…?

Oder man steht mit seiner Karte vor einer Tür, die gar keinen erkennbaren Schlitz hat. Da gibt es dann ein Feld, vor das man die Karte halten muss: wie rum? Dran halten? Oder nur kurz mit der Karte winken? Langsam von oben nach unten? Oder von rechts nach links? Irgendwann löst man diese Fragen. Manchmal steht auch gleich eine freundliche Helferin da, die einen kurz in der Kunst „Wie öffne ich in diesem Hotel meine Zimmertür?“ unterrichtet. Zum wirklichen Problem wird das erst, wenn man ganz dringend das Badezimmer braucht, die Öffnungsmethode mit der des vorherigen Hotels verwechselt oder gar die Karte nicht richtig programmiert wurde.

Karte in den Energiesparschlitz stecken in einem Hotelzimmer in China

Karte in den Energiesparschlitz stecken

Bei meinem Besuch in Chengdu 2016 habe ich eine neue Variante dazu gesehen:Hotelzimmer in China : Chengdu

Licht machen in einem Hotelzimmer in China

Nach glücklicher Überwindung des Türöffners, stehe ich schließlich im Zimmer, stecke die Karte in den Energiesparschlitz, der wundersamerweise überall gleich aussieht und sich immer im Flur befindet. Schon gehen sämtliche Lichter und die Klimaanlage im Zimmer an und die nächste Herausforderung winkt: wie stelle ich die Lichter wieder aus? Was mache ich, wenn ich nachts kein schummeriges Nachtlicht will? Mit welcher Kombination von Schaltern und Knöpfen erreiche ich, dass das Flurlicht aus ist und das Licht über dem Bett an? Auch da gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Ich kenne einige Leute, die irgendwann aufgegeben und mit voller Beleuchtung geschlafen haben.

 

Hier fand ich die Technik zwischen den Kissen

Hier fand ich die Technik zwischen den Kissen

Die Lichtschalter befinden sich in der Regel in einer Konsole zwischen den Betten. Das kann bei Kingsizebetten schon mal dazu führen, dass die Schalter von einem Kissen verborgen in der Mitte des Kopfteils sind.

2016 habe ich in einem Hotelzimmer in Chengdu entdeckt, dass man sich um Weiterentwicklungen bemüht: Das Licht im Bad ging automatisch an, sobald man durch die Tür trat. Sehr angenehm! Da muss man nicht im nächtlichen Dunkel nach dem Schalter suchen. Aber gewöhnungsbedürftig! Und wenn man die WC-Tür im Dunkeln nicht findet? In einem anderen Hotel lag die Toilette unvermutet gegenüber dem Bad auf der anderen Seite des Flurs! Das kann mitten in der Nacht zu Problemen führen.

Lichtschalter ist nicht gleich Lichtschalter: Kenner lieben die stufenlos einstellbaren Dimmer. Doch muss ich den Knopf drehen? Oder einfach lange genug drücken, um im hellen Lichtschein ein Buch lesen zu können? Welcher der zahlreichen Knöpfe ist für den Fernseher? Und dieser merkwürdige Schalter? Aha, der zieht endlich den Vorhang zurück, an dem ich schon vergeblich gezerrt habe.

In manchen Hotels wird sogar ein Computer zur Verfügung gestellt.

In manchen Hotels wird sogar ein Computer zur Verfügung gestellt.

Fernseher und Fernbedienung

Der Fernseher funktioniert nur, wenn ich zuerst den Schalter an der Konsole gedrückt habe, dann den Knopf an dem Fernseher und zum Schluss die Fernbedienung betätige. Oder auch gar nicht. Wenn der Bildschirm trotz aller Bemühungen schwarz bleibt, dann denke ich immer, ich habe halt den richtigen Knopf nicht gefunden. Zu dumm, um einen chinesischen Fernseher zu bedienen! Bis ich endlich den Zimmerservice benachrichtige und der hinter die Kommode kriecht, um den Stecker in die Steckdose zu stecken, vergehen lange Minuten.

Die Fernbedienung ist eine weitere Herausforderung: sie ist meistens nur in Chinesisch. Doch da sie aussieht wie die Zuhause, kann ich mir denken, welcher Knopf wofür zuständig ist. Doch: warum muss ich in China überhaupt fernsehen? Es sind nur wenige englische Programme vorhanden. Wenn man Glück hat, gibt es aber auch CNN oder die Nachrichten der Deutschen Welle.

Eine chinesische Fernseh-Fernbedienung

Eine chinesische Fernseh-Fernbedienung

Ich hab mich schon so manche Stunde mit der Technik eines Hotelzimmer in China beschäftigt. Es ist immer wieder eine neue spannende Herausforderung! Aber manchmal gebe ich auf, ziehe die Decke über den Kopf und schlafe bei Licht.

Steckdosen und Adapter

Einen Adapter braucht in der Regel nicht für Steckdosen in China. Ausnahme: Hongkong. Dort hat man noch die Steckdosen wie in Großbritannien. Die Stromspannung in China beträgt 220Volt/50Hz.

Die in China benutze Universal-Steckdose ist im ganzen Land üblich und verbreitet.

Steckdosen im Hotel

Und noch eine Eigenart, die die Chinesen in ihren Hotelzimmern sehr lieben: Das Badezimmer mit Aussicht

19 Kommentare

  • Ich war gerade gefühlt dabei und konnte recht intensiv die diversen Karteneinführmöglichkeiten miterleben oder sonstige Wahlmöglichkeiten bzw. das verzweifelte Suchen nach Schaltern nachempfinden. Köstlich, Ulrike!
    Ich erlebe das ja bereits in kleinerem Ausmaß hier in Deutschland in Hotels. Was die sich manchmal ausdenken ist auch schon beachtlich. Besonders die Organisation der Lichtschalter ist abwechslungsreich. Da forsche ich besonders, denn mich irritiert Licht schon beim Schlafen. Ich drehe auch immer diese Receiver um, die manche Fernsehgeräte für Signale brauchen und die nachts strahlend hell die Uhrzeit und sonstige Sachen in den Raum werfen. Und jedes Mal dreht das Zimmerpersonal das Ding beim Raum richten zurück. So ist das … ^^

    LG Michèle

  • Erinnert mich gerade an die Geschichte, die mir ein Freund in Japan erzählt hat. Der war jetzt eben mit seiner Frau in Japan. Sie hat ein fotografisches Gedächtnis und konnte sich das Zeichen für “Wasser” merken. Er leider nicht. Bei den Klos war es dann so, dass sie deswegen den Knopf für die Spülung immer sofort fand, er dann nicht 😀 Und bei Klos mit vielen Knöpfen kann man sich ja so denken, was dann alles so passieren kann 😉 Er hat mir auch ein Foto gezeigt, das sah so ähnlich aus wie dein erstes, war aber nur für die Bedienung eines Klos.

  • Es ist doch wunderschön, wie die moderne Technik unser Leben erleichtert 😉
    und
    zum Thema “Schlafen bei Licht” mein Tipp: Trage einfach eine Maske namens “for your Beauty” (schöner Name), ich mache das, weil ich direkt über meinem Bett ein Dachfenster habe und das Trommeln der Regentropfen darauf mag, nicht jedoch die ersten Sonnenstrahlen morgens vor 6 (gelogen: 8) Uhr

  • Das eindeutig positive an der Sache ist, dass man, sobald es einem gelungen ist in das Zimmer hineinzukommen, mit keinen von-außen-Verriegelungsmechanismen für das Bad rechnen muss :mrgreen:

  • Yuki und ich sitzen hier und haben ein Lächeln auf den Lippen. Du Ärmste! 😀

      • Noch mehr lache ich über die Kanji. Hast du mal versucht die japanische Variante mit deinen Kenntnissen zu lesen und macht das viel Sinn? 😉

      • Als ich in Japan war, konnte ich noch kein Chinesisch. Manchmal sehe ich einen japanischen Schriftzug und freue mich dann über die Schriftzeichen, die ich lesen kann. Und die Zeichen machen auch auf Japanisch für mich Sinn. 😉

      • Es ist nur immer die Frage, ob sie wirklich das Gleiche bedeuten. Die Unterschiede – beide Länder haben die Zeichen eigenständig verändert, – sind doch schon groß.

      • Ja, das ist richtig. Vor allem benutzt Japan noch die Langzeichen, die ich nie gelernt habe. Das ist schon manchmal schwierig. Doch in der Regel bedeuten die Schriftzeichen das gleiche,auch wenn das entsprechende Wort anders ausgesprochen wird. So konnte ich mal bei einem Fernsehbericht, der aus Japan kam, erkennen, dass oben links die Schriftzeichen für “Reporter” standen, gleiche Bedeutung. Dahinter der Name des japanischen Reporters, den ich nicht entziffern konnte. Oder Beispiel Ortsnamen: Tokyo ist ja ganz leicht. Die Schriftzeichen bedeuten “Östliche Hauptstadt”. Oder bei Takayama bedeutet das “Yama” Berg 山.Takayama: 高山 Gleiches Schriftzeichen wie im Chinesischen. Das erste Schriftzeichen würde ich aus dem Chinesischen mit “Groß” übersetzen. Da weiß ich aber nicht, ob das im Japanischen die gleiche Bedeutung hat. Ich hatte übrigens in Peking eine japanische Freundin, die mit Nachnamen Takayama hieß.

      • Wie wäre es mit “hoher Berg?” 😉

        Takayama ist ein durchaus verbreiteter Name in Japan. Es gibt auch eine Stadt, die so heißt.

        Die Unterschiede der Kanji fielen mir bei deinem gestrigen Artikel wieder auf. Vor allem bei “frisch” und wie es in China verwendet wird.

        Wie ich sehe bereitest du dich schon geistig auf China vor und das ist schön 🙂

  • Wunderbar zusammengefasst! 😀

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