Die Blauelster

Die Blauelster – Cyanopica cyana – 灰喜鹊 – huīxǐquè

Beim Betreten so manches Uni-Campus‘ in China wird man von den lärmenden Scharen der Blauelster begrüßt. Schon die Stimme verrät sie: Sie sind Verwandte der in Deutschland besser bekannten schwarz-weißen Elster (pica pica). Auch in China kommt diese vor und wird dort als „Glücksbotin“ verehrt.

Doch mir sind besonders die Blauelstern ans Herz gewachsen. Blauelstern gehören in Peking zu den häufigsten Vögel und sind doch wenig beachtet. Sie leben und ernähren sich ähnlich wie alle Elstern, also in kleinen Gruppen als Allesfresser. In der Pekinger Sprachen-Universität waren sie ein alltäglicher Anblick. Wie erfreut war ich doch, als ich ein Pärchen dieser schönen Vögel im Vogelpark Walsrode wiedersah! Und folgendes Erstaunliches erfuhr:

Eine Besonderheit hebt die Blauelster von ihren Verwandten ab: Außer der großen Verbreitung in China und Ostasien findet man sie auch in Südspanien und Portugal. Die Spekulation, dass die Blauelster von frühen Seefahrern aus China mitgebracht wurde, wurde bislang nicht bestätigt. Da sich die „Portugiesen“ von den „Chinesen“ genetisch so unterscheiden, dass man fast von einer eigenen Art spricht, vermuten Wissenschaftler, dass es vor einigen zehntausend Jahren eine durchgehende Population der Blauelster von Europa bis China gegeben hat, die durch das Vordringen der Gletscher während der letzten Eiszeit unterbrochen wurde. Damit entwickelten sich die Populationen in Südeuropa und Ostasien unabhängig voneinander. Die Blauelster gehört nicht zu den bedrohten Arten.

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