Mein schönes Schaumburg

Sabine ruft zu einer Blogparade auf: Zeigt mir Eure Gegend!
Sie schreibt:
“Also stellte ich auf Twitter fest, dass das Schöne an Blogs ist, dass ich andere Gegenden Deutschlands kennen lerne, mir aber was von “unten links” fehlt. Prompt kam die erste Antwort, Göppingen sei sehr schön: Also her mit Euren Tipps, zeigt mir / uns Eure Gegend! Ihr kennt ja mein Motto: “warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah?” 

Ich fühlte mich gleich angesprochen, denn ich kann mit einer wunderschönen aber fast unbeachteten Gegend dienen: Das Schaumburger Land. Schon mal davon gehört?

Einige Stichworte:

  • Bückeburg
  • Stadthagen
  • Fürst von und zu Schaumburg-Lippe
  • Wilhelm Busch

Es gibt eine Burg mit dem schönen Namen Schaumburg, ein altes Fürstengeschlecht, das bis heute existiert, einige Schlösser, historische Kirchen und alte Städte. Das Schaumburger Land ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Geprägt ist die Landschaft von sanften Hügeln. Der Bückeberg ist 367 Meter hoch und gehört zum Weserbergland. Ich habe meine Jugend bis zum Abitur 1974 am Hang des Bückeberges verbracht mit einem großartigen Blick auf die Norddeutsche Tiefebene. Diese Aussicht (leider an einem Tag ohne Weitblick fotografiert) war es, wenn meine Mutter liebevoll vom „schönen Schaumburger Land“ sprach.

Blick auf die Norddeutsche Tiefebene

Blick auf die Norddeutsche Tiefebene

Es ist ein wohlgeordnetes Ländchen. Die Bauernhöfe sind schmuck und strahlen einen bescheidenen Wohlstand aus. Sie gruppieren sich häufig zu langgezogenen Hagenhufendörfern. Ein besonderes Merkmal der Schaumburger Bauernhöfe ist das sich leicht vorwölbende Dach über der Einfahrt, das sog. „Schaumburger Mützchen“. In einem solchen Haus von 1837 hat meine Familie von 1969 bis 2011 gewohnt. Als wir das Haus übernahmen, war es noch ganz ein Bauernhaus mit einer großen Diele, in die der Trecker reinfahren konnte. Ein Detail, das meine Mutter von dem Haus überzeugte, war, dass es ein WC und ein Badezimmer enthielt. Die Nachbarn, deren Haus ein Zwilling von unserem ist, sind noch bis weit in die 1970er Jahre hinein auf ein Plumpsklo gegangen. Mein Vater hat aus der Diele ein wunderschönes riesiges Wohnzimmer gemacht. Es war aber nie zu übersehen, dass die Garderobe beim Eingang einst ein Schweinestall war, denn dort steht bis heute ein riesiger Futtertrog aus Stein.

Das Haus meiner Eltern:

Berühmt ist auch die bunte Tracht in Schaumburg. Jedes Städtchen hat seinen eigenen Stil. In Bückeburg fällt vor allem die riesige schwarze Schleife der Haube auf. Dazu gehört ein leuchtend roter Rock und schwerer Silber- und Bernsteinschmuck. Noch bis in die 1970er Jahre konnte man die Frauen in ihren Gemüsegärten sehen, die die Alltagstracht trugen, schlicht aber doch mit dem roten Rock. Einer Schaumburger Trachtenfrau, die noch in den 1980er Jahren zum Markt nach Hannover fuhr, unübersehbar in ihrem roten Rock, wurde vor der Markthalle in Hannover ein Denkmal gesetzt.

Ich empfehle, auch mal von den bekannteren Orten wie Bückeburg oder Rinteln wegzufahren und die kleinen Dörfer zu erkunden. Wanderungen, Radtouren und mehr führen auch zu ausgefallenen Sehenswürdigkeiten wie den Saurierspuren von Obernkirchen oder zu alten Bergwerken.

Weitere Impressionen

Alle Fotos entstanden in der Nähe meines Elternhauses in dem kleinen Ort Nienstädt

Mehr Infos zu Schaumburg: Schaumburger Tourismus

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