Terrakotta-Armee – Zahlen, Daten, Fakten

Die Terrakotta-Armee fasziniert mich. Sie beeindruckt mich jedes Mal, wenn ich die große Halle in Xi’an betrete. Und das auch wenn ich schon fünf Mal dort gewesen bin. Mit ein wenig Glück wird es nicht dabei bleiben. Ich werde wieder kommen!

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Hier ein paar Zahlen zur Terrakotta-Armee:

Gefunden: 1974

Ort: Rund 30 Kilometer östlich von Xi’an bei dem kleinen Ort Lintong

Alter: rund 2.200 Jahre

Erbauer: Qin Shi Huangdi 秦始皇帝 259 bis 210 v. Chr. Qin Shi Huang einte das gewaltige Reich der Mitte und wurde so zum ersten Kaiser von China. Er gab schon früh den Auftrag zum Bau seines Mausoleums und der Herstellung einer Armee, die ihm im Jenseits zur Seite stehen sollte. Die Anlage musste bis zu seinem Tod fertiggestellt sein. Er tat gut daran, früh anzufangen, denn vom Start bis zu seinem Tod lagen nur 11 Jahre.

700.000 Handwerker und Arbeiter sollen für den Bau der riesigen Grabanlage benötigt worden sein.

Ausgegraben (Stand 2014): 8.000 Tonfiguren, darunter nicht nur Krieger sondern auch Akrobaten, Musiker und Beamte. Letztere gehören zu den neusten Entdeckungen. Unweit des Grabes selbst, etwas von der Terrakotta-Armee entfernt, hat man eine weitere Grube entdeckt, in der die Tonfiguren Beamte und andere Würdenträger darstellen. 130 Kutschen bzw. Streitwagen, 670 Pferde, davon 520 Zugpferde für die Kutschen/Streitwagen und 150 Reitpferde der Kavallerie. Auch zahlreiche Tiere wie Gänse und andere Vögel, Schweine und mehr sind gefunden worden.

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Neueste Entdeckung in Xi’an (2014): Eine komplette Armbrust

Die Ausgrabungen gehen weiter: China Daily

12.10.16: Neueste Erkenntnisse und Funde National Geographic

Restauriert: rund 2.000 Figuren

Die Krieger: fast 2 Meter hoch, größer als es damals bei den Menschen normal war. Die größten Figuren sind die Generäle. Jede Figur wiegt rund 300 Kilogramm

Bauzeit: 11 Jahre

Größe des Geländes: 16.300qm

Größe des Hauptgebäudes: Halle über der Grube 1.230m lang, 62m breit

Grube 1: rund 7.000 Figuren, von denen man mehr als 1.000 sehen kann, sowie 32 Pferde und die Reste von 8 Streitwagen

Die Soldaten waren in 11 langen Gängen aufgestellt, die mit Ziegeln gepflastert waren und mit Holzwänden und -decken versehen waren.

Grube 2: Weitere Soldaten, vor allem Bogenschützen

Grube 3: Diese gilt als Kommandostand, da man einige der Figuren als Generäle identifizieren kann.

Massengräber: Auf dem riesigen Gelände der Grabanlage wurden auch zahlreiche Gräber, ja auch Massengräber gefunden. Die Überreste der Menschen lassen darauf schließen, dass sie Opfer von Hinrichtungen und massiver Gewalt waren. Man vermutet, dass es sich zum Einen um unbequeme Konkurrenz aus der Familie des Kaisers handelt, zum Anderen um Konkubinen. Auch zahlreiche Arbeiter, die an dem Mausoleum gearbeitet haben, hat man in der Nähe beigesetzt.  mehr

UNESCO-Weltkulturerbe: seit 1987

Ausgeraubt: Kurz nach Fertigstellung der Grabanlage wurden die Gänge mit den Ton-Kriegern ausgeraubt. Denn man hatte gute funktionsfähige Waffen den Kriegern in die Hand gegeben. Danach wurde die Holzkonstruktion in Brand gesteckt. Wenige Waffen wurden bislang gefunden. Diese aber sind in einem hervorragenden Zustand und lassen Rückschlüsse auf die große Kunst der Waffenschmiede damals zu.

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Überraschend: Die Krieger waren alle bunt bemalt. Die Farbe zerfällt, sobald die Figuren mit Luft in Kontakt kommen. Deshalb ist aktuell die größte Herausforderung, Methoden zu finden, die die Farben erhalten.

Mehr als 30.000 Pfeilspitzen wurden gefunden

87 Meister mit Signatur. Die Statuen der Terrakotta-Armee waren mit dem Namen des Meisters versehen, der sie hergestellt hat. Man hat bislang 87 solche Marken, die mit Stempeln an versteckten Stellen angebracht worden waren, gefunden. Die Wissenschaftler, die diese Markierungen entdeckt haben, nehmen an, dass jeder der Meister 10 Gehilfen hatte. Wenn so eine Gruppe von Handwerkern ungefähr zwei Statuen pro Jahr fertig stellte, könnte die Tonarmee in weniger als 10 Jahren entstanden sein. Eine große Herausforderung, mit der auch heute Tonfiguren-Hersteller zu kämpfen haben, war es, die Figuren, die innen hohl sind, so herzustellen, dass sie nicht schon im unfertigen Zustand in sich zusammen brachen.

Ein Reisebericht von meinem ersten Besuch bei der Terrakotta-Armee 1987: Abenteuer Terrakotta-Armee

Aktuelle Erkenntnisse (Dezember 2016): “Nach Quellenangaben von verschiedenen chinesischen Klassikern gibt es Flüsse mit Quecksilber im Untergrund des Mausoleums. Nun zeigen verschiedene Untersuchungen, dass es am Grund des Mausoleums tatsächlich solche Flüsse gegeben haben könnte, wie aus einer Drainage-Karte der Qin Dynastie (221-206 vor Christus) hervorgeht. Experten glauben, dass die große Menge an Quecksilber in der Grabstätte aus dem 100 Kilometer entfernten Bezirk Xunyang in der Provinz Shaanxi heran transportiert worden sein könnte.” german,china.org.cn vom 02.12.16

Infos (Stand Dezember 2016)
Eintrittspreise: Hochsaison: 01.03. bis 30.11. CNY 150 pro Person

Nebensaison: 01.12. bis 28.02. CNY 120 pro Person

Öffnungszeiten: Hochsaison: 8:30 – 18:35 Uhr Nebensaison: 8:30 – 18:05 Uhr

Die letzten Eintrittskarten werden 90 Minuten vor Ende der Öffnungszeit verkauft

Das Museum und die Ausgrabungsstätte haben anscheinend noch keine Englisch sprachige Webseite. Hier der Link zur Chinesischen Seite

Terrakotta-Armee Auch Figuren von Ringkämpfern wurden ausgegraben

Auch Figuren von Ringkämpfern wurden ausgegraben

Es gibt in Xi’an noch eine weitere Terrakotta-Armee zu bestaunen: Das Mausoleum Han Yang Ling Der Link führt zu einer Arte-Dokumentation über die sog. “Nackte Terrakotta-Armee”

Eine hochinteressante Dokumentation zur Terrakotta-Armee findet Ihr hier

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