Der Tempel der Grünen (blauen, schwarzen) Ziege

Chengdu abseits der Touristenpfade: Der Tempel der Grünen Ziege

Wie viele daoistische Tempel in China wird auch der Tempel der Grünen Ziege in Chengdu eher wenig von Touristen besucht. Manchmal taucht er nun auf den Rundreiseprogrammen auf, da er sehr bequem an der Ersten Ringstraße liegt. Man muss sich nicht durch den dichten Verkehr bis zum berühmten buddhistischen Wenshu-Tempel im Zentrum quälen.Tempel der Grünen Ziege - Eingang

Der große Tempel mit dem merkwürdigen Namen ist auf jeden Fall sehenswert. Der Name wird mit einer alten Legende erklärt:

Lao Zi, der berühmte Weise des Daoismus, hatte sich mit einem Zollbeamten verabredet. Doch als dieser zu dem Ort kam, sah er dort nur einen Hirtenjungen, der seine zwei Ziegen hütete. Der Mann war, wie Lao Zi auch, davon überzeugt, dass der äußere Schein trügt, und glaubte, in dem Jungen Lao Zi selbst zu erkennen. Ein Kernpunkt der Lehren von Lao Zi ist es, dass man sich die Unschuld und Offenheit eines Kindes bewahren soll. Diesem Fakt und der bedeutungsvollen Begegnung an diesem Ort ist der Tempel gewidmet, in dem besonders die Ziegen eine zentrale Rolle spielen.

Der Tempel stammt ursprünglich aus der Tang-Dynastie. Doch die Gebäude, die man heute bewundern kann, sind aus der Qing-Dynastie (1644-1912). Es sind ruhige dunkle Hallen, in denen die Heiligen des Daoismus zu sehen sind. Vor der Haupthalle stehen zwei große Bronzeziegen.

Der Name „Tempel der Grünen Ziege“ kommt von dem Chinesischen 青羊宫 = Qingyang gong (grün – Ziege – Palast). Das Wort 青 Qing bedeutet “blaugrün”. Erweitert zu 青铜 = Qingtong bedeutet es aber auch Bronze. Deshalb glaube ich, dass es besser „Tempel der Bronzeziege“ heißen müsste. In manchen Reiseführern findet man auch den Namen „Tempel der Schwarzen Ziege“.

Die Hallen des Tempel der Grünen Ziege sind umgeben von Parks und kleinen Pavillons. Es ist ein wunderbarer Platz, um die Chengduer bei ihren Freizeitbeschäftigungen wie Schachspielen, Taiji und mehr zu beobachten. Mittags machen viele Einheimische hier ihre Pause, essen ein wenig und unterhalten sich. Dazwischen kann man auch hin und wieder daoistische Mönche sehen, die man an ihren altmodischen dunklen Gewändern und den langen Haaren, die meistens zu einem Knoten auf dem Kopf gebunden sind, erkennt.

Ein Ort ganz nach meinem Geschmack!

Info (Stand 02-15):
Öffnungszeiten: 08:00 – 18:00 Uhr
Eintrittspreis: 10,- Yuan RMB

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