DuMont Reise-Taschenbuch Irland

Wie mache ich meiner Schwester, die ein großer Irland-Fan ist, diesen Taschenbuch-Reiseführer von DuMont schmackhaft? Hat sie nicht schon alles gelesen, was es über Irland gibt? Könnte sie mit ihrem Wissen über Irland nicht selbst einen Reiseführer füllen? Na, ich versuche es mal:

Liebe Meimei, kürzlich ist mir dieser Irland-Reiseführer in die Hände gefallen. Die neue überarbeitete Ausgabe vom Februar 2015. Kennst du die früheren Ausgaben? Ich leider nicht. Ich kann nicht sagen, was sich verändert hat, was besser geworden ist oder schlechter. Aber der Reiseführer hat mir gefallen. Vor allem auch wegen der Autorin Susanne Tschirner. Vom Jahrgang her (geboren 1959) passt sie sehr gut zu uns. Dann hat sie Geschichte und Germanistik studiert. Sie reist gerne im keltischen Raum, hat auch schon über Schottland oder die Orkney-Inseln geschrieben. Dabei hat sie eine Vorliebe für die Megalith-Kultur entwickelt und sich vor allem mit der Steinzeit in diesen Gebieten beschäftigt. Ja, sie hat sogar einen Steinzeit-Roman geschrieben: “Laska und das Lied der Steine”.

Nun aber zurück zum Reiseführer Irland.Ganz ehrlich: Als Helfer für unterwegs taugt er nicht viel. Die Autorin entwickelt bei der Beschreibung einzelner Sehenswürdigkeiten ein ganz besonderes Talent: Wie beschreibe ich eine Kirche, ein Dorf, einen besonderen Ort mit zwei bis drei Sätzen? Das ist schon bewundernswert:

Beispiel
Die Glenfahan Beehive Siedlung besteht aus mehreren von einer Mauer umgebenen Gruppen, gleichsam eine Stadt aus Bienenkorbhütten. Die Felsklippen des westlichsten Punktes Europas, Slea Head, sind schroffer nicht vorstellbar. Fast senkrecht fallen sie zu den gewaltigen Brechern des Atlantiks ab.

Irland

Sechs Seiten für unsere geliebte Dingle-Halbinsel, dieses Kleinod im äußersten Westen, enttäuschen ein wenig. Ganz viel von dem bunten Ort Dingle und dem Delfin Fungi, ein bisschen Sleahead und sonst nicht viel. Kein Wort von dem Mount Brandon, der ein tolles Wanderziel ist.

Toll und beeindruckend ist der Reiseführer allerdings in seinem großen ersten Teil, der viele hilfreiche Informationen und etliches an Zahlen und Daten enthält. Wertvoll auch die vielen weiterführenden Links, die dem Leser die Möglichkeit geben, sich weiter zu informieren.

Großartig wird der Reiseführer, wenn Susanne Tschirner ihre persönlichen Lieblingsorte beschreibt, persönliche Geschichten erzählt und Lesetipps gibt. Essays zu Themen wie unter anderem “Guiness, der Wein des Landes”, “Totenpaläste der Steinzeit” und “Keltisches Erbe in Buchmalerei und Metallkunst” sind unterhaltsam geschrieben und geben Einblicke in die Eigenarten der grünen Insel. Ein ganzes Panorama mit Daten, Essays und Hintergründen führt den Leser in das Lebensgefühl der Iren. Das musst Du unbedingt lesen, liebe Schwester! Da kann es auch für dich noch Überraschungen geben.

Die Lieblingsorte der Autorin sind sicherlich subjektiv gewählt, aber auch richtige Geheimtipps. Sie schlägt einige Entdeckungstouren vor. Wie wäre es also mal mit der Tour auf den Spuren von James Joyce durch Dublin? Ist das nichts für Dich?!

Das Buch enthält auch viele schöne Fotos, sehr sehenswert! Doch da das alles auf hochwertigem dicken Papier gedruckt ist, hat der Führer ein Gewicht von mehr als 500g. Damit taugt er nicht für die Mitnahme im Rucksack. Aber Ihr fahrt ja immer mit dem Auto, liebe Schwester. Da spielt das Gewicht keine so große Rolle. Die Karte von Irland, die in dem Reiseführer liegt, ist für einen touristischen Urlaub sehr hilfreich.

  • Taschenbuch: 292 Seiten
  • Verlag: DUMONT REISEVERLAG; Auflage: 4 (4. Februar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3770174593
  • ISBN-13: 978-3770174591
  • Praktisch: Kostenlose Updates zum runterladen!

 

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Liebe Meimei, ich empfehle Dir diesen Reiseführer von ganzem Herzen! Deine große Schwester

p.s.: Ich habe mir erlaubt, ein paar meiner eigenen Irland-Fotos hinzuzufügen. 😉

 

2 Kommentare

  • mei-mei

    Ein schönes kleines Buch, sehr informativ und ansprechend gestaltet. Für Irland-Einsteiger ein guter Rundum-Blick! Besonders die allgemeinen Informationen geben interessante Einblicke.

    Den Abschnitt über die Dingle-Halbinsel habe ich mir natürlich als erstes angesehen. Dieser Landstrich kommt tatsächlich etwas zu kurz, hier gibt es noch viel mehr zu sehen und zu erwähnen! Auch sind mir ein paar Fehler bzw. Ungenauigkeiten aufgefallen. So stimmt die Bildunterschrift auf Seite 187 nicht, denn Dan Foley’s Pub liegt keineswegs in Dingle, sondern ca. 10 km weiter Richtung Tralee im kleinen Ort Anascaul. Dort befindet sich auch ein weiterer sehenswerter Pub: The South Pole Inn von Tom Crean, einem Begleiter von Sir Ernest Shackleton auf der berühmten Antarktis-Expedition. Einer meiner Lieblingsorte!

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