Blogparade – Welcher Reisetyp seid Ihr?

Thomas vom Blog reisen-fotografie.de fragt in die Runde „Welcher Reisetyp seid Ihr?“ Diese Blogparade löst bei mir unendliche Gedankenströme aus. Da hab ich noch nie drüber nachgedacht. Spontan würde ich antworten „Backpacker!“. Aber halt Stopp! Das stimmt doch so gar nicht! Leute, die mich schon lange kennen, wissen, dass ich auch schon alles Mögliche andere gemacht habe.

Dies Foto zeigt mich, wie ich mich gerne selbst sehe: Ulrike die Reisende, die Weltenbummlerin. Damals 1990 , bei einer halborganisierten Rundreise

Dies Foto zeigt mich, wie ich mich gerne selbst sehe: Ulrike die Reisende, die Weltenbummlerin. Damals 1990 , bei einer halborganisierten Rundreise

Als gelernte Reiseverkehrskauffrau mit langer Erfahrung in einem ganz normalen Vollreisebüro muss ich ja wissen, was ich da verkaufe. Also habe ich es ausprobiert: Badeurlaub, Rundreisen, Seminarreisen…

Die Info-Reisen für Reisebüroleute stellten eine besondere Herausforderung dar: Zusammen mit 30 anderen von Hotel zu Hotel ziehen, sich angucken, wie andere Leute sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Nein, das war nicht mein Ding. Ich habe die Info-Reisen, in denen es überwiegend um Land und Leute ging, vorgezogen. Doch natürlich waren das Gruppenreisen, pauschal und organisiert.

Ich habe auch, wenn ich Geld hatte, Studienreisen gebucht. Zum Beispiel eine Wanderreise von Studiosus durch Griechenland. Das war wirklich klasse! Eine von einem guten Reiseveranstalter organisierte Wanderreise ist unbedingt zu empfehlen. Man sieht Dinge, erfährt Sitten und Gebräuche, die man so nie gesehen hätte!

Auf den zahlreichen Backpacker-Blogs liest man überwiegend, dass Backpacking die einzig wahre Reiseart ist. Dort gibt es Anleitungen, wie man seine Reise plant, wie man seinen Rucksack packt und wo man die preiswertesten Unterkünfte und die Plätze abseits der Touristenpfade findet. Das alles meistens mit einer gewissen Herablassung dem Pauschalreisenden gegenüber.

Eine solche Arroganz kann ich mir im Reisebüro nicht leisten. Ich habe Verständnis dafür, dass ein Mensch, der hart arbeitet, im Urlaub mal gar nichts tun möchte. Oder für die Jungs, die mal richtig „die Sau rauslassen“ wollen. Ist nicht meins und ich möchte auch nicht in deren unmittelbarer Umgebung selbst Urlaub machen. Aber: „Jedem Tierchen sein Pläsierchen!“ Ich habe im Reisebüro alles verkauft. Ich habe mich nur zwei Mal geweigert, jemandem eine Reise zu verkaufen: Da war der Typ, der ganz offen einen Urlaub in Thailand buchen wollte, um die „kleinen Mädchen auszuprobieren“ wie er sagte. Und ein anderes Mal habe ich jemanden rausgeschmissen, der mir mit seinem rechtsorientiertem Geschwätz auf die Nerven ging.

Ja, ich habe in einer Zeit, in der mir mehr nach Erholung als nach Rundreise war, sogar einen All-Inclusive-Urlaub gebucht. Dabei habe ich allerdings darauf geachtet, dass es in der Umgebung reichlich Museen und antike Ruinen gab. Mein optimales Ziel: Side in der Türkei. War ein toller Urlaub. Auch dort habe ich nette Leute kennen gelernt, die jedes Jahr einen solchen Urlaub machen, und mit denen ich heute noch befreundet bin.

Und wo passe ich nun genau hin?

In den Reisterrassen von Longsheng - Wanderung mit der Gruppe

In den Reisterrassen von Longsheng – Wanderung mit der Gruppe

Gruppenreisende: Schublade auf: Ulrike rein!

Ich genieße den Komfort einer organisierten Rundreise durch China. Das ist aber auch abhängig von meinen finanziellen Möglichkeiten. Komfortabel – mit der Gruppe

Aber gleich wieder Schublade auf: Ulrike raus!

Backpackerin: Schublade auf: Ulrike rein!
Ja, ich liebe es, unabhängig zu reisen. Mein Rucksack auf dem Rücken fühlt sich fast wie Heimat an. Doch es steckt kein “unbedingt”, kein “muss” dahinter. Ich kann auch gerne anders. Alleine – mit dem Rucksack

Deshalb: Schublade auf: Ulrike wieder raus!

Flashpacker: Schublade auf: Ulrike rein!
Bei Thomas sind die Unterschiede des Flashpackers zum Backpacker: Weniger Zeit, mehr Geld. Egal, wie lange ich Zeit habe, ich reise immer wieder als Backpacker mit wenig Geld. Das war von Anfang an so. Zum Flashpacker fehlt mir das Geld.

Also: Schublade auf: Ulrike raus!

Ach, ich passe so gar nicht in eine Schublade! Wenn sich die Gelegenheit ergibt, wenn ich mal viel Geld habe, dann entwickle ich mich vielleicht zum Flashpacker. Oder ich gönne mir einen schönen Wellness-Urlaub in einem Ayurveda-Resort in Indien. Alles ist möglich.

Übrigens habe ich ein ähnliches Thema schon mal beantwortet: Die Gretchenfrage: Pauschal oder individuell?

Und eine Kategorie habe ich ganz und gar übersehen: Den Kreuzfahrt-Touristen! Auch das ist eine schöne Sache. Meine Eltern haben Kreuzfahrten geliebt und sind mit kleinen Expeditionsschiffen wie der Worlddiscoverer in die Antarktis und nach Grönland gereist. Sogar eine Weltreise mit  dem Schiff haben sie sich gegönnt. Ich bin da noch nicht soweit gekommen, habe aber auch schon eine Nordkap-Kreuzfahrt als Reisebegleiterin mitgemacht. Manche Länder lassen sich von einem Kreuzfahrtschiff am besten erkunden und erkennen: Die Norwegische Küste oder auch Ägypten. Erst vom Flusschiff aus kann man erfassen, wie der Nil die Landschaft prägt. Mal sehen, vielleicht schreibe ich darüber einen Artikel. Denn auf dem Yangtze war ich auch schon!

19 Kommentare

  • Pingback: Blogparade Reisetypen - Auswertung - Reisen-Fotografie.de

  • Pingback: Backpacker: Hände weg vom Alkohol unterwegs!

  • Ich lese mich heute vormittag mit viel Genuss durch diese Blogparade. Ich mag deinen Beitrag, allein wie du ihn geschrieben hast ist einfach schön zu lesen.
    Dennoch mag ich in einem widersprechen: Ich finde Schubladen durchaus überaus praktisch, um die Rahmenbedingungen einer Reise abzustecken. Die Individualisierung danach bewirkt dann, dass man meist aus der Schublade wieder herausfällt. Was ja auch in Ordnung ist. Aber so ganz generell finde ich Schubladen – richtig und flexibel angewendet – durchaus praktisch 🙂

    • bambooblog

      Ach, weißt Du: Schubladen in der Kommode sind ganz nützlich. Aber Menschen in “Schubladen ” zu stecken hat für mich den Beigeschmack von Vorurteilen. Danke für Deinen Kommentar und den Denksanstoß!
      LG
      Ulrike

  • Ich passe da auch eigentlich in keine der Schubladen. 😉 Am liebsten ist es mir, wenn ich ungebunden mit einem kleinen Mietwagen durch ferne Lande kreuzen kann, ohne festen Plan. Quartier, Speis und Trank suche ich mir da, wo es mir gefällt, und ich für eine oder mehrere Nächte bleiben möchte, ganz spontan. Hat bislang immer gut geklappt, vor allen Dingen in den USA, wo man in oder bei jeder Ortschaft eine Auswahl unter vielen Motels und Hotels hat. 😉

    • bambooblog

      Ja, sowas kann ich mir für mich eigentlich auch gut vorstellen. Ich habe nur keinen Führerschein. Unterwegs mit Öffis kommt man schnell in Kontakt mit Einheimischen. Das mag ich sehr. Und in die USA will ich nicht reisen.
      Danke für Deinen Kommentar!

  • Moin Ulrike,
    wieder mal ein Artikel, bei dem man unweigerlich ins Grübeln gerät. Ja, auch ich hasse Schubladen……. momentan mag ich am Liebsten Reisen mit meinem Wohnmobil oder mit dem Rucksack – allerdings muss ich mich doch wohl zu den Flashpackern zählen, da ich einfach z.B. ein Zimmer für mich allein brauche 😉 .
    Würde mich riesig freuen, Dich mal irgendwann kennenzulernen.
    Liebe Grüße
    Ute

    • bambooblog

      Hallo Ute,
      das ist eine schöne Idee, dass wir uns mal kennen lernen! Ich will irgendwann in diesem Jahr nochnach Bremen, habe das Übersee-Museum schon ewig nicht mehr gesehen! Vielleicht lässt sich das mti einem Treffen verbinden. 😉
      LG
      Ulrike
      ps. einzelzimmer ziehe ich auch vor. Aber eigentlich, weil ich mit zunehmendem Alter gar grausig schnarche. 😉

  • Selina

    „Alles ist möglich“. Wie Recht du nur hast. Warum soll man sich in eine Schublade zwängen lassen, die keinen Platz für individuelle Ausflüchte lässt? Reisen ist doch irgendwie auch eine Art des Lebens und Findens des Selbst oder? Wenn ich Lust auf Party machen habe, warum dieser Sehnsucht nicht nachgehen? Oder wenn ich Entspannung vom Alltag brauche, warum nicht mal einfach auf einem Pauschalurlaub sich so richtig verwöhnen lassen? Das Leben ist viel zu vielschichtig, um immer alles auf dieselbe Art und Weise zu machen!

  • Also: alle Schubladen zu! Ich fahr einfach los und schau dann mal, was mich überrascht. Nur das Ziel ist klar und das (Wohn)mobil muss präpariert sein und dann … am Samstag gehts los (Richtung Ostsee)

  • Ich bin und bleibe eindeutig Pauschaltouristin. Im Urlaub mag ich allen Komfort und total entspannen. Das geht mit Rucksack einfach nicht. Wobei den meist Elfchen schleppt … ich meine trägt 😀

  • Pingback: Bloagparade Reisetypen - Wir sind Flashpacker - und Ihr?

  • Guten Morgen Ulrike,

    Danke für diesen wunderbaren Beitrag zu unserer Blogparade.

    Es ist interessant zu lesen, das so viele Teilnehmer der Parade sich ungerne in eine Schublade packen lassen oder gar nicht in eine einzige passen würden – so wir Du auch schreibst. Ich finde das wirklich spannend, denn gerade auf manchen Backpacker-Seiten – wie Du auch schön geschrieben hast – wird oft was ganz anderes vermittelt.

    So eine Studienreise – das stelle ich mir auch interessant vor. Leider bin ich überhaupt kein Typ für Gruppenreisen.

    LG Thomas

    • bambooblog

      Danke, Thomas! Ich glaube, dass manch ein Backpacker sich auch mal nach einer komfortablen Auszeit sehnt, das aber nie zugeben würde. Das staunende und bewundernde Oh und Ah, das man hört, wenn man von seinen Backpackererlebnissen erzählt, ist einfach unglaublich zufriedenstellend. Darauf mag wohl manch ein Backpacker nicht verzichten. LG Ulrike

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