LieblingsChinesisch: Gezapftes Bier

Mein LieblingsChinesisch heute ist das überaus wichtige Wort für “gezapftes Bier”.

Bier vom Fass gibt es noch gar nicht so lange in China. Früher gab  es nur Flaschen. Erst seit Anfang der 1990er Jahre fing man an, in Restaurants ein gezapftes anzubieten. Kneipen gab es damals noch so gut wie gar nicht. Ich habe 1993 die ersten Schritte auf dem Weg zu einem Bier vom Fass miterlebt. Natürlich gab es das in den großen Luxus-Hotels schon lange. Doch wer konnte sich das damals schon leisten?! Ein frisches Bier war in den Lokalen rundum das Beijing Language Institute (heute: Kultur- und Sprachenuniversität), wo ich damals Chinesisch lernte, meistens Glückssache. Häufig zu warm, überwiegend ohne Schaum…, naja, trotzdem war es einfach wundervoll!

Nun zu meinem LieblingsChinesisch:Bier

Also: gezapftes Bier wird liebevoll zur Welt gebracht. Doch man zapft es, indem man den Fluss in Gang setzt. Und man braut es, indem man einen Gärprozess durchführt.

Biergarten in Guilin

Biergarten in Guilin

Übrigens ist dies Wort “yun = brauen” ein interessantes Beispiel für die sog. Radikale. Yun

 

Ja, als Wort selbst bringt uns dieses Zeichen nicht viel. Das wird nur sehr selten gebraucht. Als Radikal steht das Zeichen für “Amphore” und bezeichnet Wörter, die mit Flüssigkeiten zu tun haben. Das finde ich sehr spannend, denn so wird das Zeichen wieder zum Bild: Könnt Ihr die Amphore erkennen?

Im Museum von Sanxingdui, Chengdu

Im Museum von Sanxingdui, Chengdu

Noch ein Schriftzeichen hat mich bei meinen Recherchen fasziniert: “Sheng = Leben”. Das führte mich zu folgendem WortLeben

Die Wörter für Ei und Huhn sind natürlich wichtig für unterwegs, damit man was zu essen findet.

Mehr LieblingsChinesisch zum Wort für “Bier” findet Ihr hier

Das in Deutschland beliebteste chinesische Bier ist das Tsingtao – Beer. Übrigens findet in Qingdao, Provinz Shandong, jedes Jahr im August ein großes Bier-Festival statt. In Peking trinke ich am liebsten das Yanjing-Pijiu.

7 Kommentare

  • Sheng pijiu – stimmt, ganz selten aber doch immer mehr. Und ein schönes Wort.

    Ich habe übrigens in China mit Biertrinken angefangen – 1990, als ich dort studiert habe, war das für uns Studenten irgendwie die einzig sinnvolle Flüssigkeit zum Abendessen. In den 0,7 Liter Flaschen. 🙂

    • Ulrike Hecker

      Ja, zum chinesischen Essen trinke ich immer noch am liebsten Bier. Guten Wein gab es damals noch nicht in China.

  • Anonymous

    Ich denk, das Motiv kenne ich doch. Die Paulaner-Fässer habe ich genau in Guilin auch fotografiert. Und das mit dem “liebevoll zur Welt bringen” passt ebenfalls, denn bei uns heißt es doch, dass ein gut gezapftes Bier sieben Minuten braucht 😉

    • Ulrike Hecker

      Hihi, richtig! Wer verbirgt sich hinter “jemand”??
      Ich hatte kein Foto von einem in China frisch gezapten Bier, deshalb ads Paulaner-Fotos. Aber sobald ich in 4 Wochen aus China zurück bin, wird es ein entsprechendes Foto geben.
      LG
      Ulrike

  • Guten Morgen Ulrike, das ist wieder toll! Ich liebe es, wie du die Schönheit und die Logik hinter der Chinesischen Sprache an solchen Beispielen erklärst. Hab einen schönen Tag, Jutta

    • Ulrike Hecker

      Liebe Jutta, Du machst mich ganz verlegen. Danke für die lieben Worte!So kann der Tag beginnen! Ich wünsche Dir auch einen schönen sonnigen Tag! Ulrike

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