09. – 17.08.1992 Qufu und Taishan – Magie heiliger Orte

Die Reise geht weiter, immer schneller von Ort zu Ort. Fast zu schnell, denn es ist schon der Rückweg. Qufu, die Stadt des Konfuzius, und Taishan, der Heilige Berg der Daoisten, sind Highlights abseits der Pfade westlicher Touristen. Ich begegne tagelang keinen Backpackern. Doch chinesische Touristen gibt es in Mengen. Das hat sich bis heute kaum verändert. China-Rundreisen, die diese Orte im Programm haben, werden eher selten gebucht. Schade! Ich erlebe einige der schönsten Tage meiner großen Asienreise. Wenn ich heute meine Abenteuer von damals lese, dann frage ich mich auch, wie es heute dort aussieht. Ist der Wald des Konfuzius imme rnoch so einsam und ruhig? Waschen die Frauen in Tai’an immer noch ihre Wäsche im Fluss? Ach, wohl nicht! Schon 1992 war China im Aufbruch, neue Hochhäuser und Autobahnen entstanden überall. Ich mochte das damals nicht. Träumte von einem idyllischen China wie zu Kaisers Zeiten. Doch das, was ich damals gesehen habe, war der erste klitzekleine Anfang! Heute erkenne ich manchen Ort kaum wieder. Ich habe mich dran gewöhnt. Den Chinesen geht es sehr viel besser als damals. Das Problem, große Menschenmassen zu bewegen, hat man in China mit unzähligen Highspeedzügen in Angriff genommen. Das spart Zeit. Man hat mehr Zeit für Besichtigungen. Doch Kaifeng, Qufu und Tai’an werde ich wohl nie wieder sehen. So bleibt mir die Erinnerung an einen wunderschönen ruhigen Wald und alte halbverlassene Tempel.

Qufu: Tor in der Altstadt

Qufu 1992: Tor in der Altstadt

Aus meinem Reisetagebuch 1992


09.08. – 13.08.1992 Qufu, Heimat des Konfuzius

Ich bin froh, als ich am späten Vormittag in den Bus nach Jining steige und Kaifeng hinter mir im Dunst verschwindet. Die Fahrt geht auf guten Straßen durch eine weite fruchtbare Ebene. Wie immer verbringe ich die Fahrt damit, aus dem Fenster auf die vorbeiziehende Landschaft zu gucken. Wieder bin ich Beijing und damit dem Ende meiner langen Reise ein Stück näher.

Das Umsteigen in Jining klappt ganz gut. Der Bus nach Qufu wartet schon. Als ich in Qufu endlich ankomme, ist es später Nachmittag. Wie immer liegt der Busbahnhof ein wenig außerhalb des Ortes. Ich schultere entschlossen meinen Rucksack und gehe ins Zentrum.

Am liebsten würde ich direkt im Confucius Mansion übernachten. Es soll tatsächlich in einem Vorgebäude des alten Palastes ein einfaches Hotel geben. Doch als ich dort ankomme, versperren Gerüste die Sicht. Eine nette Frau erklärt mir in schönem Englisch, dass das Hotel wegen Renovierung geschlossen ist. Sie schickt mich ein paar Meter weiter zu einem modernen Hotel. Das stellt sich als zu teuer für mich heraus. Im nächsten Hotel gibt es keine freien Betten mehr.

Allmählich wird es dunkel. Was mache ich jetzt??? Mein Reiseführer gibt keine weiteren Hotels an. Ein Rikscha-Fahrer hat mich schon eine Weile beobachtet. Jetzt fragt er mich, ob ich ein Hotel suche. Das hört sich so an: „Hotel? Binguan?“ Er wisse eins, deutet er mir mit Kopfnicken und einem strahlenden Lachen an. Was bleibt mir schon anderes übrig? Ich packe meinen Rucksack auf den Sitz und steige ein.

Die Fahrt geht nach Süden. Wir verlassen Qufu. An einer Straße sind viele kleine offene Restaurants. Feuer flackern unter den Hotpots. Die Schatten unter den Alleebäumen werden immer dunkler. Mir wird ein wenig unheimlich. Dann lassen wir auch die Restaurants hinter uns und fahren durch weite Felder. Vor uns nur ein paar Lichter. Ich frage den Fahrer beunruhigt, wo er mich hinbringt. Doch er lacht und zeigt nach vorne zu den Lichtern: „Binguan!“ Endlich hält er vor einem großen modernen Gebäude an. Ich zahle zuversichtlich und gehe die beleuchtete Treppe hinauf.

Das Foyer funkelt vor lauter Messing und Marmor. Hinter der Rezeption stehen ein paar junge Mädchen in blauen Uniformen und sehen mich verwundert an. Ich gehe langsam auf sie zu. Ob das hier nicht auch zu teuer ist?? Egal, jetzt habe ich keine Lust mehr, noch was anderes zu suchen. Freundlich sagt mir eine junge Frau, dass ein Bett im Dreibettzimmer 25,- Yuan kosten soll. Das ist preiswert! Ich stimme freudig zu. Doch da kommt ein älterer Mann aus dem Büro hinter der Rezeption und sagt in barschem Ton auf Englisch, dass ich hier nicht wohnen könne. Es sei alles belegt oder werde renoviert. Das sagt er offensichtlich, weil er nicht sagen mag, dass sein Hotel keine Ausländer aufnehmen darf oder will.

Ich diskutiere mit ihm, soweit das möglich ist. Ich mag nicht mehr weiter oder zurück durch die dunklen Alleen. Ich bin müde und frustriert. Also sehe ich mich um. Wenn man mir kein Bett geben will, dann gibt es hier doch ein paar ganz bequem aussehende Sofas. Ich lümmele mich in eine Ecke und warte ab. Irgendwann werden sie schon merken, dass ich heute Abend nicht mehr gehen werde! Hinter der Rezeption sehe ich sie diskutieren. Ein paar Mal kommt jemand und bittet mich zu gehen. Ich verstehe kein Chinesisch mehr und ein „Mei You!“ lasse ich nicht gelten. Nach ungefähr einer Stunde gibt man auf. Ich bekomme ein schönes sauberes Bett in einem großen Dreibettzimmer.

Jetzt habe ich noch ein Problem: es ist schon nach 8:00 Uhr abends und die Essenszeit der Chinesen eigentlich fast vorbei. Ich gehe zur Rezeption und frage, wo ich etwas zu essen bekommen kann. Man hat sich mit meiner Anwesenheit abgefunden und weist mir freundlich den Weg zum Hotelrestaurant. Das hat die Größe und Atmosphäre einer DDR-Bahnhofskantine. An einigen Tischen sitzen noch Leute und feiern fröhlich. Auf einer Tafel ist mit Kreide die Speisekarte aufgeschrieben. Ich schaue mich zögernd um, kein Mensch spricht Englisch. Speisekarten lesen ist sehr schwierig in China, weil dort häufig Phantasienamen drauf stehen, deren Schriftzeichen selten sind und die auch nichts über den Inhalt aussagen. Schließlich zeige ich auf eine Position, frage noch eine Kellnerin: „Hao chi de?“ – „Schmeckt das gut?“ Sie nickt begeistert. Also bestelle ich das. Als ich mein Essen erhalte, bin ich entsetzt. Das sieht aus wie Seegurke! Das „Fleisch“ auf dem Teller wirkt merkwürdig schrumplig und riecht auch seltsam. Ich kann mich nicht überwinden, auch nur einen Bissen davon anzurühren. Die Kellnerin guckt erstaunt, als ich noch ein anderes Gericht bestelle und die Seegurke beiseite schiebe. Seegurke gilt als große Delikatesse in China. Das zweite Gericht ist Kohl, dazu Reis. Das schmeckt und sättigt.

Am nächsten Morgen packe ich meinen Rucksack. Dieses Hotel ist doch zu weit außerhalb der Stadt. Außerdem möchte ich die Leute hier nicht in weitere Konflikte bringen. Ich hoffe darauf, dass ich, wenn ich früh genug komme, ein Bett im Qufu-Hotel bekomme, wo man auch Ausländer aufnimmt. Der Weg ist gar nicht so weit, wie gedacht. Ich habe keine Schwierigkeiten, mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken die halbe Stunde zurückzulegen. Die Sonne scheint. Qufu erscheint mir heute bunt und fröhlich.

Im Qufu-Hotel teilt man mir gleich ein Bett in einem Dreibettzimmer zu. Als ich das Zimmer betrete, stelle ich fest, dass die beiden anderen Betten von zwei jungen Chinesinnen belegt sind. Die beiden nehmen mich kaum zur Kenntnis, sind sie doch gerade mit Schminken beschäftigt. Ich bin schon gespannt, wie das Zusammenleben sein wird.

Qufu 1992: Säule im Konfuzius-Tempel

Qufu 1992: Säule im Konfuzius-Tempel

Natürlich führt mich mein erster Weg zu dem großen Konfuzius-Tempel im Zentrum Qufus. Es soll eine der größten Tempelanlagen in China sein. Zusammen mit dem ehemaligen Palast der Familie Kong bildet er einen riesigen Komplex. Der Tempel beeindruckt mit seinen großen Hallen und wunderschönen Malereien und Reliefs. Ich finde allerdings den alten Palast am interessantesten, in dem die Familie noch bis 1949 gewohnt hat. Dann sind sie nach Taiwan ausgewandert. An den Wänden der Hallen hängen Fotos der Familie. In den Schränken sind Gegenstände des täglichen Gebrauchs ausgestellt. Der Palast ist mit gelben glasierten Ziegeln gedeckt. Das ist ein Privileg, das eigentlich nur dem Kaiser zustand. Doch der Familie wurde dies erlaubt als Dank für die große Bedeutung, die der Konfuzianismus erlangt hatte.

Rund um das Gelände gibt es natürlich die üblichen Souvenirstände. Ich kaufe mir eine Limonade und schaue mir alles genau an. Ein Teil der Innenstadt wird auch hier nach alten Vorbildern renoviert und aufgebaut. Dazu gehört ein großes beeindruckendes Tor mit vielen bunten Gemälden und geschnitzten Drachen.

Zurück im Hotel habe ich Mühe mit dem Schlafen, da die beiden Chinesinnen noch lange kichernd schwatzen. Am nächsten Morgen sind sie um 6 Uhr wach und wieder am gackern. Ich gebe mich der Hoffnung hin, dass sie gleich ausziehen. Aber die Hoffnung ist vergebens. An Weiterschlafen ist nicht zu denken.

Also stehe ich auf und beginne meine Besichtigungen ziemlich früh. Eine breite Straße führt in den Norden der Stadt. Hier liegen noch einige andere Tempel, die zum Teil recht verfallen aussehen. Neben dem großen Confucius-Tempel wirken sie eher unscheinbar und sind infolgedessen auch wenig besucht.

Auf der Straße gehe ich durch einige weitere Tore, die mit ihrer Größe und feinen Ausgestaltung daraufhin deuten, dass ich mich einer weiteren großen Sehenswürdigkeit nähere. Manchmal überholt mich eine Rikscha. Ich gehe fröhlich weiter. Der Himmel ist wolkenverhangen. Aber es regnet nicht. Es ist ein angenehmes Wetter zum wandern.

Schließlich gelange ich an eine große Mauer, hinter der ich die Wipfel von dunklen Kiefern sehe. Durch ein Tor, wo ich eine kleine Eintrittgebühr zahle, gelange ich auf den „Geisterweg“, dem mit Steinfiguren gestalteten Grabweg, zum Grab des Konfuzius. Nachdem ich mir das kurz angeguckt habe – hier drängen sich wieder die Massen der Besucher – folge ich einem Trampelpfad in den dunklen Wald hinein. Nach wenigen Schritten habe ich den Lärm der Menschen weit hinter mir gelassen. Der ganze Wald ist die Begräbnisstätte der Familie Kong. Seit 72 Generationen werden Familienangehörige hier begraben. Ich sehe zu meinem Erstaunen auch Gräber neuesten Datums. Aha! Es gibt also immer noch Mitglieder der Familie Kong in Qufu. Der Wald liegt einsam und verlassen da. Unter den Bäumen stehen im hohen Gras Grabsteine und manchmal auch weitere Wächterfiguren, die zum Grab eines hohen Würdenträgers führen.

Qufu Wald

Ich gehe langsam von Grabhügel zu Grabhügel. Nur ein- zweimal begegne ich jemandem. In den Baumgipfeln singen Vögel und manchmal raschelt eine Maus im Gras. Ich bin wie verzaubert. Tief atme ich die frische Luft ein. Die Grabsteine, die ernsten Statuen, die alten Bäume – was könnten sie wohl alles erzählen, wenn sie sprechen könnten? Zwischen den dunklen Kiefern wachsen Blumen und Gräser. Ich erkläre diesen Waldfriedhof spontan zu einem der schönsten Plätze in China. Ich möchte so gerne ein Foto von mir in dieser verzauberten Umgebung haben. Doch es ist kein Mensch zu sehen, dem ich meine Kamera in die Hände drücken könnte. Ich finde eine Reihe von steinernen Tieren, die den Weg zu einem mit Gras überwachsenen Grab säumen. Vor dem Grab ein steinerner Torbogen. Das ist genau das Richtige! Ich stelle meine Kamera auf den Rücken eines Ochsen, gucke hindurch: ja, das müsste klappen! Ich drücke auf den Selbstauslöser und laufe schnell zum steinernen Pferd vor dem Torbogen. Es blitzt! Hoffentlich ist das Bild was geworden!Qufu

Als ich abends im Hotel zurück bin, sind die chinesischen Mädchen doch abgereist und ich habe das Zimmer für mich alleine. Da habe ich Gelegenheit, mich ein wenig auszuruhen und den nächsten Tag nach der Besichtigung eines etwas außerhalb gelegenen Tempels mit Tagebuch schreiben und Chinesisch lernen zu verbringen.

13.08. – 17.08.1992 Tai’an – Taishan

Die Fahrt mit dem Bus nach Tai’an geht zum größten Teil über eine gute vierspurige Autobahn. Wehmütig denke ich an die langsamen Fahrten auf holprigen Wegen zurück. Mir gefällt dieses moderne China gar nicht. Andererseits ist die Fahrt viel angenehmer und schneller als auf den kleinen Straßen West-Chinas.

Die Landschaft der Provinz Shandong ist flach und viele Felder prägen sie. Beim Anblick des Taishan, der unvermittelt aus der Ebene herausragt, kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Berg sich geradezu als Heiliger Berg anbietet. Am Fuße des Berges liegt die große Stadt Tai’an. Sie ist überwiegend modern und deshalb in meinen Augen nicht besonders schön. Ich gehe zum Taishan-Hotel, das direkt am Fuße des Berges liegt. Dort bekomme ich ein Bett in einem Zimmer mit Klimaanlage, das ich für die paar Tage für mich alleine habe.

Gleich nachdem ich mein Zimmer bezogen habe, gehe ich zum nahegelegenen Dai-Tempel. Dies ist ein großer Komplex aus vielen Hallen und Höfen. Das Wetter ist trübe und der Himmel verhangen, da habe ich keine Lust zum Fotografieren. Es sind kaum Menschen im Tempel, der seine Bedeutung aus dem nahen Heiligen Berg der Daoisten zieht.

Ich kann mich nicht aufraffen, die vielen Stufen hinauf auf den Taishan zu erklimmen. Also treibe ich mich in den nächsten zwei Tagen meistens in der Nähe des Hotels rum. Es gibt einige nette Restaurants und Souvenirläden. Auch den Dai-Tempel schaue ich mir noch mal in Ruhe an. Es regnet häufig. Das drückt mir auf die Stimmung.

Mein Zimmer wird täglich von einem netten Mädchen gereinigt. Sie kommt ohne anzuklopfen mit ihrem Wagen rein. Ohne meine Anwesenheit zur Kenntnis zu nehmen, stellt sie als erstes den Fernseher an. Dann wird die Klimaanlage voll aufgedreht, obwohl das Fenster offen ist und es auch gar nicht warm ist. Ich schaue sprachlos zu. Sobald sie fertig mit dem Staubsaugen und Betten machen ist und wieder verschwunden ist, drehe ich die Klimaanlage ab und den Fernseher aus. Nach meinen Ausflügen finde ich das Zimmer bei meiner Rückkehr immer klirrend kalt klimatisiert vor.

Als endlich die Sonne wieder scheint, mache ich mich schließlich auf, den Berg zu erklimmen. Tausende Steinstufen führen durch den Wald den steilen Hang hinauf. Hier begegne ich Hunderten von chinesischen Touristen. Sicher sind auch ein paar Pilger dabei. Doch die meisten sind chinesische Familien, deren Kinder einen fürchterlichen Lärm machen. Rechts und links des Weges gibt es kleine Tempel. An manchen Stellen kann man ein Picknick machen. Die Stufen werden immer steiler. Ich gerate schnell aus der Puste.

Taishan Wald

Taishan 1992

Ein kleiner Junge hält einen großen wunderschönen Schmetterling in der Hand. Er schaukelt ihn hin und her. Ich bin empört über diese Tierquälerei. Ich strecke dem Jungen meine Hand entgegen. Vertrauensselig gibt er mir den Schmetterling, den ich mit einem kleinen Schubs in die Freiheit entlasse. Der Junge guckt mich verblüfft an. Ich versuche, ihm klar zu machen, dass man solche wunderschönen Tiere respektieren sollte und nicht quälen darf. Ich weiß nicht, ob er mich verstanden hat, aber richtig böse scheint er nicht auf mich zu sein. Sein Vater erklärt ihm lächelnd etwas auf Chinesisch, nickt mir noch einmal freundlich zu und zieht das Kind weiter treppab.

Bald schleppe ich mich nur noch von Stufe zu Stufe hinauf. Mein Atem geht rasch und laut. Ich bewundere die chinesischen Wanderer, die anscheinend ohne große Anstrengung die endlose Treppe bewältigen. In der Ferne sind die weiteren Treppen zu erkennen, die bis zum Gipfel hoch oben und weit weg führen.

Schließlich erreiche ich auf halber Höhe einen Busparkplatz. Ich hätte also auch mit dem Bus einen großen Teil der Strecke fahren können! Ich mache in einem kleinen Restaurant Rast und überlege, ob ich noch weiter hinauf steigen soll. Eigentlich habe ich gar keine Lust dazu. Also steige ich kurzentschlossen in einen der Busse, die hinab nach Tai’an fahren. Ich steige aber aus, bevor wir die Ebene am Fuß des Berges erreicht haben. Am Ufer eines kleinen Flusses führt der Weg in Richtung Tai’an entlang. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Viele Wäscherinnen, die im Fluss ihre Laken waschen, haben die bunten Tücher auf die warmen Felsen am Ufer zum Trocknen ausgebreitet.

Ich wandere fröhlich am Fuße des Berges in Richtung Hotel. Ich habe keinen Plan von dem Gelände, aber ich fürchte mich nicht davor, mich zu verlaufen. Ein großes Tor markiert einen buddhistischen Tempel, in den ich neugierig eintrete. Der Tempel ist ein friedlicher Platz mit schönen Hallen und einem mit alten Bäumen bestandenen Garten. Eine Frau steht einem der dicken Baumstämme zugewandt. Sie hat die Hände ausgebreitet, als wolle sie den Baum umarmen. In dieser Stellung verharrt sie. Ich schaue ihr verwundert zu. Ich denke, dass das eine spezielle Qigong-Übung ist. Mich beeindruckt die Ruhe und die Kraft, die von ihr ausstrahlen. Ein Mönch in gelber Robe lächelt mir freundlich zu. Ich bleibe eine Weile hier und genieße den Frieden und die Ruhe um mich herum. Die Sonne scheint angenehm warm. Die Luft ist mild und voll mit dem Gesang der Vögel.

Zur ersten Etappe: 06.04.1991 Es geht los!

Zur vorangegangenen Etappe: 06.08. – 09.08.92 Kaifeng – alte Kaiserstadt

Zur nächsten Etappe: 17.08. – 05.09.1992 Peking – Abschied

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