Weihnachten – Fest der Nächstenliebe

Vor ein paar Monaten kamen die Flüchtlinge zu uns. Eine großartige Welle der Nächstenliebe und Spendenfreudigkeit entstand. Damals fragte ich mich bange, inspiriert durch meine ehrenamtliche Tätigkeit in der Bahnhofsmission Hamburg, ob man nicht über die dramatischen Schicksale der Flüchtlinge die Not der Armen und Hilfsbedürftigen vor der eigenen Haustür vergessen würde. Alles für die Flüchtlinge – nichts für “unsere” Leute, wie so manche Stammtischparole es vereinfacht darstellt.

Doch nach diesem Weihnachtsfest kann ich sagen: Das ist ganz und gar nicht der Fall!

Auch die Bahnhofsmission profitiert von der Spendenfreudigkeit der Menschen. Zu Weihnachten gab es eine großartige Welle von Zuwendung und Nächstenliebe. Kinder haben uns ihre Weihnachtsteller gespendet oder gar auf Geschenke verzichtet, damit sie Geld in unsere Spendendose stecken konnten. Ich kenne die Statistiken nicht, aber ich vom Gefühl her kann ich sagen, es wird viel gespendet und viel geholfen. Mehr als letztes Jahr? Vom Gefühl her: ja! Aber ich weiß es nicht.

Schon Tage vor Weihnachten konnte ich die Bettler der Stadt mit vollen Tüten und Taschen durch die Straßen gehen sehen. Einige, die einen festen Platz auf der Straße haben und an denen ich fast jeden Tag vorbeigehe, hatten richtige Wälle aus Weihnachtstüten um sich herum.

An Heiligabend dann musste ich zum ersten Mal in der Bahnhofsmission erleben, dass es abends ab ungefähr 21:00 Uhr richtig ruhig wurde. Unsere Gäste hatten schon bei allen möglichen Feiern sich satt gegessen. Unsere Würstchen mit Kartoffelsalat waren einfach zu viel. Wobei ich selbst die Würstchen sehr lecker fand. Wir haben unglaubliche Mengen an Süßigkeiten, Christstollen, belegten Brötchen gespendet bekommen und verteilt. Ja, auch Nützliches war unter den Spenden, wie Mützen, Handschuhe und Socken.

Einfach großartig – unsere Hamburger!

Natürlich wurden die Flüchtlinge nicht vergessen. Und es gab auch an den Feiertagen viele freiwillige Helfer im Bahnhof, die sich liebevoll und kompetent um die neu Angekommenen kümmerten.

Ich freue mich sehr, so viel Gutes an meinem Montag berichten zu können. Mein spezieller Montags-Glücksmoment!

Damit wünsche ich allen Menschen ein friedliches Jahr 2016! Bleibt so wie Ihr seid! Ihr seid großartig!

Zur allgemeinen Situation der Bettler: Mein Artikel vom letzten Jahr

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