Keine Angst vor chinesischen Märkten

Gastbeitrag von Volker Stanislaw

 

如果

你想感受一个城市的生活态度

你想感受一个城市风土人情

你想感受一个城市的饮食文化

那么你一定要去逛菜场。

哪怕不买菜也会让你流连忘返。

 

Rúguǒ

nǐ xiǎng gǎnshòu yīgè chéngshì de shēnghuó tàidù

nǐ xiǎng gǎnshòu yīgè chéngshì fēngtǔ rénqíng

nǐ xiǎng gǎnshòu yīgè chéngshì de yǐnshí wénhuà

nàme nǐ yīdìng yào qù guàng càichǎng.

Nǎpà bú mǎi cài yě huì ràng nǐ liúliánwàngfǎn.

 

Wo findet das wahre, authentische China statt?

Wo erlebe ich Dinge, die ich noch Jahre später meinen Enkeln erzählen kann?

Wo kann ich Fotos schießen, die die Leute in Deutschland so noch nie gesehen haben?

Auf einem chinesischem Markt natürlich.

Samstag Vormittag mitten in Deutschland – Zeit für mich, Brötchen zu holen mit einem kleinem Abstecher über den Wochenmarkt. Ich mag die Atmosphäre auf dem Markt. Das frische Gemüse, die gestapelten Eier und ab und an der Stand, an dem nur Kartoffeln angeboten werden.

Samstag Vormittag in China – keine Brötchen, aber ein noch regeres Treiben auf dem Markt. Diese Beobachtungen möchte ich gerne mit Euch teilen.China Markt

Ich empfehle Euch dringend den Besuch eines typischen chinesischen Wochenmarktes. Dort findet das wahre Leben statt. Natürlich könnt Ihr über den Luxus staunen, den es in chinesischen Shopping Malls zu genüge gibt. Aber mal ganz ehrlich: die meisten dieser Läden gibt es auch bei uns. Um also bleibende Erinnerungen vom Chinaurlaub oder Aufenthalt zu bekommen: nix wie los auf einen Wochenmarkt.

Ich empfehle Euch so früh wie möglich das märktliche Treiben zu bewundern. Am besten eignet sich eine Zeit ab 7.00 Uhr morgens verbunden mit einem kleinen Frühstück auf dem China Markt (ja, der Kaffee im Hotel sei erlaubt).

Markt in China

Frittierte Schweinehaut

Nehmt den Fotoapparat mit und genießt das Erlebnis! Stellt Euch am besten in eine ruhige Ecke und beobachten. Habt bloß keine Berührungsängste mit den Einheimischen. Die meisten Verkäufer freuen sich darüber, wenn sie fotografiert werden. Es ist eine Ehre für sie, dass Ausländer Ihre Produkte wertschätzen.

Was mich stets wundert, ist das Präsentieren der Fleischwaren. In unseren Märkten muss das Fleisch gekühlt sein, in China wird es auf Holzbrettern präsentiert und es wird nicht gekühlt. Aber trotzdem ist das Fleisch frisch. Die Fliegen werden übrigens meist mit selbst gebauten Ventilatoren vertrieben.

Märkte in China sind in der Regel übrigens gut geordnet. Es gibt die Fischecke, die Fleischstraße, die Tofuhändler zusammen und in anderen Ecken werden frische Maultaschen und Nudeln fabriziert.Markt in China

In maritimen Gegenden werden vermehrt Fischwaren angeboten. Insbesondere die Fischköpfe haben es mir angetan. Der Verzehr von Fischköpfen soll übrigens nur positive Auswirkungen auf die Intelligenz haben. Frischer Fisch bedeutet in China, dass man sich meist den noch lebenden Fisch aus einem Aquarium oder Eimer aussucht und dieser dann vor den Augen des Käufers getötet wird. Möchte man nur den Fischkörper haben, bleibt der Fischkopf für weitere Käufer übrig.

Tausendjährige Eier

Tausendjährige Eier

Ein Besuch bei einem Gewürzhändler ist ebenfalls empfehlenswert. Richtig scharfen Sichuanpfeffer gibt es nur auf dem China Markt. Macht doch mal den Selbstversuch und testet die unterschiedlichen Schärfesorten durch, aber vergesst das Handtuch nicht. Es wird scharf werden.

Viel Spaß beim Entdecken und Genießen.

Der Autor
VolkerVolker Stanislaw ist der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft e.V. aus Düsseldorf (GDCF).
Seine große Leidenschaft ist das chinesische Kabarett Xiangsheng 相声 und er träumt davon, eines Tages vor Chinesen Kabarett zu performen.
Volkers Kochbuch „Kochlöffel im Wok“ fand große Begeisterung in den deutsch-chinesischen Küchen.

(c) Alle Fotos sind copyright von Volker Stanislaw

Mehr Fotos findet Ihr u.a. hier: Chinas Märkte – die schönen Fotos

Ein Zept zu den Tausendjährigen Eiern findet Ihr hier

11 Kommentare

  • Pingback: Genussstücke im April

  • 谢谢 für diesen schönen Artikel! Hast Du einmal die 1000 Jährigen Eier probiert? Ich würde mich da ja ehrlich gesagt nicht so ran trauen bin aber neugierig. Mich faszinieren auch in allen Städten der Welt besonders die Märkte. Auf meinem Blog habe ich einen Artikel zum Heilkräutermarkt in Seoul https://suleiband.com/2016/02/23/in-seoul-auf-der-suche-nach-ginseng-der-menschenwurzel/
    falls Du Lust hast 🙂

    • Ulrike

      Hallo,

      ich habe sie schon öfter gegessen. Ehrlich gesagt, ich mag sie sogar! Deinen Artikel guck ich mir gerne bei Gelegenheit an.
      LG
      Ulrike

    • Volker

      Die 1000 jährigen Eier sind sehr lecker. Es war allerdings das erste Mal, dass ich die Dinger auf einem Markt angeboten gesehen habe, so, wie sie hergestellt werden. Auch die Präsentation der Eier ist genial. Einfach mal abpellen und präsentieren. Frischer geht es eigentlich nicht mehr.

      • Ulrike

        Ja, richtig! Wobei: “frisch” klingt eigentlich bei 1000jährigen Eiern etwas merkwürdig. Auf jeden Fall schmecken sie so direkt vom Markt ganz besonders gut.

      • Danke für Deine Antwort! Wie genau schmecken die Eier denn? Eher süß oder salzig?

      • Ulrike

        Oha! Schwierig. Ganz bestimmt nicht süß! Ansonsten ein wenig nach Soja-Sosse, das vormalige Weißei sieht etwas durchsichtig aus. Kann etwas chemisch duften. Vielleicht in Richtung Solei. Volker, was meinst Du?

      • Volker

        Hm, 1000 jährig ist ja nur der Name. Die sind garantiert nicht so alt, sondern eher wie Ostereier zu sehen. Irgendwann werden auch diese Eier alt. Das Besondere an den Eiern ist die Herstellung.

        Geschmack? Weder süß noch salzig, das stimmt. Der Eigeschmack ist gering. Ein klein wenig nach Sojasauce, aber eher eigentümlich und nicht zu beschreiben.

        Du kannst am besten in einen Asia Supermarkt gehen. Hier in Düsseldorf kann man die Eier auch einzeln kaufen. Ich schlage aber vor, die mit Seidentofu, Frühlingszwiebeln und etwas Sojasauce zu genießen. So schmecken Sie mir am liebsten.

      • Ulrike

        Ich glaube, es wird Zeit, dass ich das Rezpet zu den Eiernverrate. Die liegen nämlich doch eine Weile in der Erde, bevor sie so schön schwarz sind… 1000 Jahre nicht aber doch so 30 bis 100 Tage, je nach Gegend…

  • Oh, da lacht mein Entdeckerinnen- und Fotografinnenherz! 🙂

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