Seidenstraße: Almaty – Stadt der Äpfel

Meine Reise entlang der Seidenstraße beginnt 2007 mit Almaty, einst die Hauptstadt von Kasachstan und immer noch die größte Stadt in Kasachstan. Eigentlich habe ich keine großartige Vorstellung, was man in Almaty alles sehen kann. Eine Großstadt, die geprägt ist von der russischen Vergangenheit. Doch ich werde positiv überrascht. Die Reise ist eine umfangreiche organisierte Gruppenreise von China Tours. Da ich damals selbst diese Reise konzipiert hatte, war es eine großartige Gelegenheit für mich, diese Reise zu begleiten. Meine Aufgabe war nicht die einer Reiseleiterin. Ich konnte mich auf das Beobachten der Abläufe konzentrieren und ansonsten die Reise als Teilnehmerin genießen. Nur ein, zwei Mal wurde es notwendig, dass ich als Vertreterin von dem Reiseveranstalter auftreten musste. Davon später!

Seidenstraße 2007 – Reisetagebuch

Schon der Anflug auf Almaty bietet spektakuläres: Ausblicke auf den zum großen Teil ausgetrockneten Aral-See und die umliegenden Wüstengebiete. Die Landschaft wirkt öde und leer. Aber natürlich kann ich aus der großen Höhe keine kleinen Dörfer entdecken. Dann landen wir pünktlich in Almaty.

Almaty

Almaty

Nach einem Frühstück im Hotel startet die Stadtrundfahrt. Ich bin beeindruckt von den vielen Bäumen und Parks. Auch hätte ich mir die Stadt nicht ganz so russisch vorgestellt. Die meisten alten Bauten aus dem 19. Jh. sind leider bei einem großen Erdbeben Anfang des 20. Jh. zerstört worden. Nicht unbedingt das Richtige für mich, die ich alte Architektur liebe. Alte Häuser gibt es also weniger, es überwiegt die russische Architektur der 60er und 70er Jahre.

Almaty heißt “Stadt der Äpfel”. Leider ist noch keine Erntezeit. Aber wir sehen überall blühende Obstbäume.

In den Parks und Straßen sind viele junge Menschen zu sehen. Auch wenn Almaty nicht mehr die Hauptstadt Kasachstans ist, so ist sie doch immer noch die Stadt mit den meisten Universitäten.

Almaty: Im ehemaligen Gorki-Pakr, heute Zentraler Park für Kultur und Freizeit

Almaty: Im ehemaligen Gorki-Park, heute Zentraler Park für Kultur und Freizeit

Sehenswürdigkeiten und mehr

Das Zentrale Staatsmuseum bietet einen guten Überblick über archäologische Funde und die Vielfalt der Völker Kasachstans. Als ich die Nachbildung des Mannes aus dem Issyk Kurgan sehe, bin ich ziemlich enttäuscht, dass die Originalfunde aus diesem Skythengrab nicht mehr in Almaty zu sehen sind. Sie befinden sich heute in Astana, der Hauptstadt von Kasachstan. Trotzdem: Die Ausstellungen begeistern mich. Auch eine kleine Porzellanschale aus China ist ausgestellt. Ich finde es eigentlich ein wenig schade, dass der Reiseleiter diese nicht erwähnt.

Almaty: Das Staatliche Zentralmuseum von Kasachstan

Das Staatliche Zentralmuseum von Kasachstan


Almaty 

Schon in der Bronzezeit (1000- 900 v. Chr.) war das Gebiet, auf dem sich heute Almaty befindet, besiedelt. Danach besiedelten vor allem nomadische Völker die Gegend. Diese waren recht wohlhabend und hatten Verbindungen in alle Welt. Beeindruckendstes Zeugnis davon ist der “Goldene Mann” vom Issyk Kurgan mit seinen reichen Grabbeigaben (heute im Museum von Astana).

Im 8. Jahrhundert begann der Aufstieg Almatys als Zentrum für Handwerk und Handel. Die Blütezeit war im 10. bis 14. Jh., als der Fernhandel über die Seidenstraße blühte. Almaty war damals ein Zetrum der Nördlichen Seidenstraße.


2 Tage in Almaty

In den zwei Tagen in Almaty bekommen wir einiges zu sehen. Neben dem bereits erwähnten Nationalmuseum  darf natürlich die ehrwürdige russische Christi Himmelfahrt Kathedrale, die häufig noch mit ihrem ursprünglichen Namen Sofien-Kathedrale benannt wird. Sie ist eine russisch-orthodoxe Kirche, die 1907 erbaut wurde und nach einigen Wirren heute wieder als Kirche genutzt wird.  Mir hat die dichte, feierliche Atmosphäre im Innenraum sehr beeindruckt. Auch der Park drumrum ist ein schöner Ort für einen Spaziergang.Sofien Kathedrale

Medeo: Skigebiet und Eislaufbahn

Etwa 20 Kilometer außerhalb von Almaty befindet sich ein beliebtes Wintersport-Gebiet. Bekannt ist dort die Eislaufbahn Medeo. Ich persönlich bin ja kein besonderer Fan von Wintersport. Außerdem war es Mai, als ich dort war, also kein Eis, kein Schnee. Nur auf den Gipfeln des Tian Shan – Transili-Alatau leuchtet von weitem der Schnee.

Die Schneeberge bei Medeo

Die Schneeberge bei Medeo

Ich habe den Ausflug sehr genossen, weil ich dort lange Spaziergänge alleine machen konnte. Die Natur war einfach toll! Der Frühling brachte lauter blühende Blumen, der Himmel war strahlend blau. Rund um die Eisbahn gibt es dichte Wälder. Ja, ich hatte noch etwas Schwierigkeiten, mich an die Gruppe zu gewöhnen, und nutzte jede Gelegenheit, um ein wenig alleine sein.

Waldspaziergang beim Medeo

Spaziergang

Das Hotel Otrar***, in dem wir wohnen, ist ok. Vor allem der Speisesaal beeindruckt mit seiner runden Kuppel und kasachischen Ornamenten. Das Frühstück ist gut und reichhaltig.

Der Speisesaal im Hotel Otrar ist einer Jurte nachempfunden

Der Speisesaal im Hotel Otrar ist einer Jurte nachempfunden

Mein Fazit: Almaty ist eine schöne und interessante Stadt. Damals war der Stopp in Almaty notwendig, weil die Flugverbindungen nach Westchina nicht optimal waren. Ja, die Flüge haben immer wieder zu kurzfristigen Änderungen der Route geführt. Bei der aktuellen Form der Reise werden Almaty und Kasachstan ausgelassen. Schade!

Hier geht es weiter nach China

Impressionen

Almaty: skateboarding

Auf dem Weg zum Medeo

Auf dem Weg zum Medeo

Die Decke in einer Jurte

Die Decke in einer Jurte

Unterwegs in den Bergen

Unterwegs in den Bergen

Almaty Straßenszene

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