Das Übersee-Museum Bremen – eine Reise um die Welt

Für Reisende ist das Übersee-Museum Bremen ein Muss. Ein Museum von Reisenden für Reisende und alle, die etwas von der Welt sehen möchten.

Im 19. Jahrhundert reisten vor allem reiche Geschäftsleute und Forscher in die Welt. Sie sammelten und sammelten alles, was sie interessant fanden: Gefäße, Waffen, Skulpturen und vieles, vieles mehr. Bremen hatte als Hanse- und Handelsstadt viele Verbindungen in die ganze Welt. So gab es auch viele Reisende und Sammler. Und es kamen mehr als 1 Millionen Objekte zusammen, die das Überseemuseum heute besitzt.

Zunächst waren die Sammlungen über mehrere Museen und Institute verstreut. Es gelang den Bremern dann genug Geld zusammen zu bekommen, um ein repräsentatives Museumsgebäude zu errichten. 1896 wurde das “Städtische Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde” eröffnet. Gründungsdirektor Schauinsland hatte sich zum Ziel gesetzt, die “ganze Welt unter einem Dach” zu zeigen.

Das ist gut zu erkennen, sobald ich das Übersee-Museum Bremen betrete. Gleich hinter dem Eingangsbereich stehe ich in einer großen Halle, in der alles gleichzeitig auf mich einzustürmen scheint.

Übersee-Museum Bremen Halle

Die Eingangshalle

Überseemuseum

Konfuzianer

Tropische Gewächse, exotische Gebäude, verschiedenste Kulturen und Aspekte dicht an dicht. Ich wende mich nach links. Dort werden die verschiedenen Religionen der Welt präsentiert. Mit den unterschiedlichsten Ausprägungen, die die Religionen auf der ganzen Welt erfahren haben. Da steht eine Buddha-Figur aus Japan neben einem kleinen Altar aus Thailand. Und wenn ich mich umdrehe, sehe ich eine ähnlich bunte Zusammenstellung zum Islam.

Leicht verwirrt gehe ich von Ausstellungsplattform zu Ausstellungsplattform. An anderer Stelle sind die Dinge nach Themen ausgestellt. Wie hier die Geräte und Fotos zum Thema Ackerbau.Überseemuseum 4

Im ersten Stock finde ich dann auch Ausstellungen zum Thema Umweltschutz, Klimawandel, Kommunikation.

Mir wird das fast zu viel.

Beispiel Ozeanien

So steht es auf der Webseite des Museums:
Pazifik soweit das Auge reicht, unzählige Inseln und die Landmasse Australien – das ist Ozeanien, auch Südsee genannt. Mit einer Ausstellung, die als fiktive Karte gestaltet ist, lädt das Übersee-Museum zur Erkundungstour auf diesen Kontinent ein. 18 Themen-Inseln gewähren Einblicke in die wechselvollen Beziehungen zwischen Mensch und Natur sowie den Alltag in Ozeanien – früher und heute.

Wer durch die Wasser- und Inselwelt der Ausstellung navigiert, entdeckt Artenvielfalt im Korallenriff oder die Tiefseeforschung. „An Land“ wartet Wissenswertes zu einer ganz anderen Bedeutung von „Familie“, zum Leben mit den Ahnen oder zu einer Hochzeit auf der Insel Manus. Eindrucksvolle Exponate machen deutlich, welche Beziehungen die Menschen Ozeaniens miteinander oder mit Bewohnern anderer Kontinente pflegen. Sie erzählen auch aus der Kolonialzeit sowie von Handelswegen zwischen Bremen und Ozeanien.

18 Themen-Inseln! Jedes Thema wäre ein eigenes Museum wert.

Nach 2 Stunden verlasse ich erschöpft das Museum. Ich habe mir einen Museumsführer gekauft, den ich bei einer Tasse Kaffee studiere. Und in dem Büchlein stoße ich auf etwas, was mir völlig entgangen war: Das Übermaxx Schaumagazin. Nach ein wenig Überlegen kehre ich zum Museum zurück, schaue mir die Ausstellung in der großen Halle noch mal an, suche nach Stücken, auf die ich durch den Museumsführer erst aufmerksam wurde. Es ist voll, Kinder toben durch die Gänge und die eine oder andere Vitrine wird von Leuten verstellt, die ein Selfie machen.

Das Schaumagazin

Dann suche ich nach dem Zugang zum Schaumagazin und bin plötzlich in einem Schatzhaus. Endlose Vitrinen, Regale voller Kunst, Alltagsgegenständen. Alles recht unspektakulär präsentiert, ohne große Beschriftungen. Fasziniert gehe ich durch die Gänge. Ich bin ganz alleine. Ruhe, Frieden, ein Hauch von Feierlichkeit, von meiner Vorstellung von einem Museum als Tempel der Kunst.

Ich genieße die Ausstellungen, erfreue mich an der Schönheit der Dinge und bin überwältigt von der Vielzahl der Objekte. So gibt es endlose Regale mit den kleinen Schühchen, die einst die Chinesinnen mit ihren gebundenen Füßen getragen haben.

Schuhe

Schuhe

Impressionen

Überseemuseum Japan Überseemuseum Boote Überseemuseum 7 Überseemuseum 6 Überseemuseum 5

Ich finde es faszinierend zum Beispiel, dass ich diese Dachreiter mal ganz von Nahem betrachten kann. Normalerweise sind sie weit weg, hoch oben auf dem Dach von alten Palästen und Tempeln. Da diese Figuren hier gelb glasiert sind, frage ich mich, wer die wohl aus dem Kaiserpalast mitgenommen hat. Den die gelben Ziegel waren einzig dem Kaiser vorbehalten.

Die Sammlung von Insekten und Vögeln und mehr

In der Schausammlung finden sich auch unzählige Schubladen und Vitrinen mit Käfern, Schmetterlingen, ausgestopften Vögeln und anderen Tieren. Das ist ja nicht so meins. Aber ich war entzückt, einen Ganges-Delfin zu entdecken.Überseemuseum 8

Infos (Stand Juli 2016)

Öffnungszeiten
Di – Fr 9 – 18 Uhr
Sa + So 10 – 18 Uhr
Mo geschlossen

Eintrittspreise

Erwachsene € 6,50

www.uebersee-museum.de

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