EisZeiten – Die Menschen des Nordlichts

EisZeiten:

Eine Doppelausstellung vom Völkerkundemuseum und vom Archäologischen Museum in Hamburg

Während das Archäologische Museum in Harburg unter dem Titel “Die Kunst der Mammutjäger” die Vergangenheit und vor allem die  Kunst  der Völker der Eiszeit beleuchtet, so hat sich das Völkerkundemuseum die Aufgabe gestellt zu zeigen, wie das Leben im eisigen Norden in den letzten Hundert Jahren aussieht.Eiszeiten: Am Eingang zur Ausstellung

Menschen des Nordlichts

Wichtel

Schamanistischer Wichtel

Zunächst hatte ich jetzt die Gelegenheit, mit kundiger Führung die Ausstellung im Völkerkundemuseum zu besuchen. Mein genereller Eindruck: Diese Ausstellung ist nichts für Vegetarier! Denn die Menschen im hohen Norden, in den kargen arktischen Steppen hatten keine große Auswahl: Ihr täglich “Brot” war Fleisch, Fleisch von Robben, Walen und selten auch Eisbären oder Vögeln.

So ein Seehund gab/gibt den Menschen alles, was sie brauchen: Kleidung, Schutz, Nahrung. Dies wird in der Ausstellung deutlich gezeigt. Die Jagd ist ein wichtiger Aspekt. Doch die Jäger haben nicht wild auf alles geschossen, was sich bewegte. Man hat sich getarnt, angeschlichen, das Tier, das für die Familie oder gar das ganze Dorf zur Nahrung und Kleidung dienen sollte, sorgfältig ausgesucht

Ja, man hat sich tatsächlich für die Jagd feierlich geschmückt: Häufig waren Lanzen oder Pfeile mit schönen Mustern verziert, die Jagdkleidung mit feinen Stickereien verziert, die Mütze mit Federn besteckt. Damit wollte man dem Tier seine Ehrerbietung zeigen. Man brauchte die Tiere, ohne sie war man verloren. Deshalb war man dankbar, wenn es gelang, ein Tier zu erlegen.Eiszeiten - Kleidung

Was man doch alles aus einer Robbe herstellen kann! Neben dem offensichtlichen wie Fell für Kleidung und Fleisch für die Nahrung, gibt es erstaunliche Dinge, die man aus den einzelnen Teilen machen kann! Da sind kleine Kunstwerke aus Knochen oder Stoßzähnen fast schon das geringste. Trotzdem: sie sind zauberhaft!Eiszeiten - geschnitzte Robben

Mich hat am meisten beeindruckt, dass man aus Seehunddarm wundervolle, zart aussehende Parkas hergestellt hat. Obwohl sie so zart und durchsichtig aussehen, sind sie doch sehr stabil und schützen gegen Wind und Wetter. Die Frauen entwickelten eine ausgeklügelte Technik, um die Därme wasserdicht miteinander zu vernähen.Kanu - geschnitzt

Bekleidung spielt natürlich in einer so kalten Umgebung eine wichtige Rolle. Robbenfelle oder auch Rentierfelle sind schön warm und schützen. Doch es gibt Gegenden, da haben die Leute Hotpants aus Fell getragen. Wenn man es so beschreibt, wirkt diese Kleidung sehr modern: Zu dem dicken Oberteil kamen Hotpants und Overknee Stiefel! Aus der Lücke, die zwischen Hose und Stiefel lag, machten sie einen weiteren modischen Anblick, wie uns erzählt wurde: Das schmale Stück Haut am Oberschenkel wurde von der Sonne beschienen und es entstand ein brauner Streifen. Man fand das wunderschön!Kinderkleidung mit Hotpants

Weitere Highlights der Ausstellung Eiszeiten sind die Vitrinen mit Kinderkleidung und Spielzeug, die Darstellung schamanistischer Bräuche und Ausstattung. Natürlich kommt auch die Auswirkung der Klimaänderung zur Sprache, oder die Zwangsmaßnahmen, die im letzten Jahrhundert auf die Nomaden ausgeübt wurden, um sie sesshaft zu machen und an das “gute” Leben der Amerikaner und Europäer anzupassen.

Schulbücher aus Russisch

Das hätte meine Mutter erfreut, denn sie hat Schulbücher gesammelt

Einige Fotos in der Ausstellung EisZeiten machen auch deutlich: Es gibt in der Arktis nicht nur Winter und Eis. Im  kurzen Sommer (in manchen Gebieten nur 6 Wochen lang!) blühen auf den Steppen ganze Blumenmeere!

Fazit: Absolut sehenswert!

Die Kunst der Mammutjäger im Archäologischen Museum. Ich bin sehr beeindruckt von den Figuren aus Mammutstoßzahn, die man in Sibirien gefunden hat. Sie wurden noch nie außerhalb von Russland gezeigt. Frauenfiguren, die 20.000 Jahre alt und mehr sind. Die in Bedeutung der berühmten Venus von Willendorf in nichts nachstehen. mehr

EisZeiten - Meine LIeblingsvenus aus dem Archäologischen Museum

Meine Lieblingsfigur aus der Ausstellung im Archäologischen Museum

Mammut Kreativ Werkstatt
Ich hatte bei meinem Besuch auch die Gelegenheit, Bernhard F.W. Röck zuzuschauen, wie er aus Elfenbein und Knochen ganz in der Tradition und den Mitteln der Mammutjäger kleine Figuren schnitzte. Ein wahrer Meister! mehr

Bernhard F.W. Röck

Bernhard F.W. Röck

Infos:
Öffnungszeiten: Di bis So 10-18 Uhr, Do bis 21 Uhr
Eintrittspreis: € 12,- Kombi-Ticket EisZeiten und Museum

Mehr zur Ausstellung

“Wir haben Respekt vor allen Kulturen. Wir verschaffen allen Kulturen Respekt.” Völkerkundemuseum Hamburg

Ich danke für diesen besonders spannenden Socialmedia-Abend! Ich habe viel gelernt über Völker, die meistens nicht im Fokus von Reisenden stehen.

Schamanenmaske

Schamanenmaske

Eiszeiten - Schneebrillen

Schneebrillen

Püppchen

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