Pandamania – Panda-Station von Bifengxia

“Auf nach Bifengxia! Pandas gucken!” heißt es am 3. Tag unseres Trips zu Sehenswürdigkeiten rundum Chengdu. Nachwievor hängen die Wolken tief. Es regnet zwar nicht, doch es fühlt sich wirklich nach 100 Prozent Luftfeuchtigkeit an. Die Fahrt geht von Dujiangyan schnell über eine gute Autobahn in die Berge hinein.

Bifengxia - üppige Natur und schöne Gehäge

Bifengxia 2016

Unterwegs nach Bifengxia

Das sollen also schon Ausläufer des mächtigen Himalaya sein? Auf dieser Strecke sieht es mehr nach Mittelgebirge aus. Kleine Dörfer, Felder und mit Wald bedeckte Berge. Alles von einem feuchten Dunst sanft verschleiert, Meine Kollegin bedauert, dass wir keinen kurzen Abstecher nach Pingle machen. Pingle ist ein alter Ort, der erst vor ein paar Jahren für Touristen hergerichtet wurde und damit auf den Touristenkarten von Sichuan aufgetaucht ist. Von Pingle hab ich auch schon gehört. Ein Besuch soll sich lohnen! Doch wir haben ein eng durchgetaktetes Programm, das keine Abstecher zulässt. Schade!

Als wir endlich in Bifengxia ankommen, ist erstmal Zeit für das Mittagessen im großen Touristenzentrum am Eingang. Überall ist man eifrig am bauen: neue Hotels und Parkplätze entstehen. Da wird investiert, weil nach dem Erdbeben von 2008 auch viel Geld in solche Projekte geflossen ist.

Touristenzentrum mit schönem Blick auf die Berge

Touristenzentrum mit schönem Blick auf die Berge

Das Restaurant ist eine riesige Halle, groß um die erhofften Touristenmassen abfüttern zu können. Aber heute ist Mittwoch und schlechtes Wetter. Da finden nur wenige Touristen hierher. Trotzdem stehen einige Busse auf dem Parkplatz und es herrscht sanfter Trubel rund um die Souvenirläden.

Alles wird sauber und ordentlich gehalten

Alles wird sauber und ordentlich gehalten

Es dauert eine Weile, bis wir endlich weiterfahren. Mit Elektro-Bussen hinein in die Berge. Unsere Reiseleiterin informiert uns über die Zeit, die wir haben und wann wir uns wiedertreffen, falls jemand alleine gehen möchte. Für eine Wanderung durch die schöne Schlucht ist angeblich keine Zeit. Naja, Hauptsache Pandabären!

Übersichtsplan über Wege und das ganze Naturschutzgebiet

Der Übersichtsplan zeigt, dass man sehr viele Möglichkeiten hat, die Natur zu erkunden

Bifengxia (chinesisch: 碧峰峽; Pinyin: Bìfēngxiá; wörtlich übersetzt: Tal der grünen Bergspitze) ist ein ca. 60qkm großer Naturpark, in dessen Zentrum die Panda-Aufzuchtstation liegt. Auch ein landschaftlich schöner Zoo mit Tieren aus aller Welt kann besucht werden. Die Station wurde 2003 geöffnet. Viele der beim Erdbeben 2008 in Wolong “obdachlos” gewordenen Pandas wurden hier neu untergebracht.  Hauptziel hier ist es, Pandas zu züchten und darauf zu trainieren, in der Wildnis zurecht zu kommen. Deshalb wird man in den öffentlichen Gehegen immer nur einen kleinen Teil der Pandas sehen. Der Park bietet gut angelegte Wege, um die schöne Natur mit vielen alten Bäumen und Bambushainen zu erkunden.

In der Bifengxia Panda-Aufzuchtstation

Ein kleiner Teil der großen Panda-Aufzuchtstation ist für Besucher frei gegeben. Insgesamt sollen rund 80 Pandas in Bifengxia leben. Für ein intensives Panda-Erlebnis ist mit schönen natürlichen Gehegen gesorgt. In einer Panda-Baby-Station kann man auch einen Blick auf die süßen, wenige Wochen alten Panda-Babys werfen.

Großer Panda bei seiner zweitliebsten Beschäftigung - dem Fressen.

Großer Panda bei seiner zweitliebsten Beschäftigung – dem Fressen. Die liebste ist das Schlafen

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Ein Blick in die Baby-Station

Wer nicht zu Fuß gehen mag, findet elektrische Shuttlebusse, die in regelmäßigen Abständen vom Eingang zum Zentrum der Panda-Station fahren. Unterwegs gibt es etliche Haltestellen, so dass man auch spontan ein- oder aussteigen kann.

Schlechte Laune auf dem Rückweg

Um den relativ kurzen Weg durch die malerische Schlucht zu gehen, muss man extra Eintritt zahlen. Es soll sich lohnen! Ich habe mich an das gehalten, was die Reiseleiterin sagte, und bin pünktlich um 15:30 Uhr wieder am Touristenzentrum. Doch unterwegs hatte die Frau anscheinend ihre Meinung geändert und einigen aus der Gruppe gesagt, dass noch Zeit für die Wanderung durch die Schlucht sei. Diese kommen dann erst nach 16:00 Uhr an. Und wir müssen auf unseren Bus noch zusätzlich warten. Bis wir wieder im Bus sitzen, bin ich ziemlich sauer. Viel zu viel Zeit ist mit der Warterei verschwendet worden. Eigentlich sollte noch eine kurze Besichtigung in Leshan, unserer nächsten Station, folgen. Dazu ist es zu spät.

Als dann beim nicht besonders guten Abendessen im 5-Sterne-Hotel am Nachbartisch zwei Chinesen anfangen zu rauchen (rechter Mundwinkel frei für Essenzufuhr, im linken Mundwinkel die Fluppe), kann ich nicht mehr so tun, als ob ich gute Laune habe. Ich gehe früh aufs Zimmer und daddel noch ein wenig im Internet. Wie gut, dass es hier überall kostenloses WLan gibt!

Blumen am Wegesrand

Blumen am Wegesrand

Panda-Station in Chengdu

Nun wollte ich Euch noch verraten, warum mir die Panda-Station in Chengdu besser gefällt. Zum einen: man hat nicht so eine lange Anfahrt. Das Gelände ist wunderschön und gepflegt. Die Pandas haben viel Platz. Und vor allem: Man kann schon gleich am Morgen dort sein! Das ist insofern wichtig, weil die Großen Pandas Bambus fressen. Bambus gibt nicht viel Energie. Deshalb müssen die Bären viel schlafen, um Energie zu sparen. Mehr zu meinem Besuch der Station in Chengdu findet Ihr hier.

Pandas beim Spielen in der Panda-Aufzuchtstation

Halbwüchsige Pandas in Chengdu


Infos (September 2016)

Bifengxia
Eintritt: RMB 118,-
Öffnungszeiten: 8:30 – 16:00 Uhr

Zu meinem Reisebericht mit einer Übersicht aller 2016 besuchten Orte geht es hier

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