London Tag 3 – Reisetagebuch

26.02.17  London Zoo, Abreise

Den 3. und letzten Tag in London lasse ich ruhig angehen. Erst mal ausschlafen, dann ein leckeres entspanntes Frühstück mit Spiegelei und Baked Beans. Dann geht es los zum London Zoo.

London Zoo

Es war ein Traum meiner Jugend, einmal den Londoner Zoo zu besuchen. Die vielen Tier- und Zoogeschichten von Gerald Durrell, dem bekannten Zoologen und Autor, boten mir spannende Unterhaltung und weckten mein Interesse an Tieren. Aber es hat lange gedauert, bis sich nun endlich die Möglichkeit ergab, den Londoner Zoo zu besuchen.

Voller Spannung mache ich mich auf den kurzen Weg. 2 Stationen mit der U-Bahn bis Camden Town, ein Spaziergang und dann stehe ich vor dem wenig beeindruckenden Eingang. Gleich dahinter bietet sich mir als erste Attraktion das Aquarium. ein altes Gebäude mit einer altmodischen Anreihung von Aquarien. Interessant die bunten Fische der Korallenriffe. Besonders angetan haben es mir die blauen Seesterne in einem Becken.

Aquarium Diskusfische

Diskusfische

Als ich wieder rauskomme, hat sich die Sonne zu einem kurzen Leuchten entschieden. Die Luft ist feucht und ganz leicht angewärmt. Frühling? Im “Outback” hoppelt ein Rotes Riesenkänguruh gerade in ein Versteck. Also kein Foto! Die Anlage und überhaupt der ganze Zoo sehen noch sehr nach Winter aus. Trockenes Gras, wenig Grün.

Im nächsten großen Gehege werden gerade die Tiger zum Essen gerufen. Zur Begeisterung vieler, vieler Kinder. Mir fällt auf, dass wirklich sehr viele Familien unterwegs sind. Kinder überall. Eisbuden überall.

Langsam gehe ich weiter. Die nächste Enttäuschung: Alle Vögel sind sicher weggesperrt wegen der Vogelgrippe, die auf dem europäischen Festland grassiert. Leere Volieren. Schade!Indische Löwe - schlafend

Bei den Indischen Löwen gerate ich in eine bunte indische Welt. Die Löwen liegen faul in der Sonne und sind kaum auszumachen. Die große Pinguin-Anlage wird von einigen wenigen Pinguinen bevölkert. Sind die nicht Vogelgrippe gefährdet?

Leicht frustriert von all den leeren Gehägen und dem lauten Geschrei der Millionen Kinder gehe ich weiter. Der Zoo wirkt zunehmend wie ein Freizeitpark für Kinder. alles schön bunt und mit kindgerechten Sprüchen ausgestattet: “Stell Dir eine Welt ohne Pinguine vor!”

Das Schmetterlingshaus ist eine Plastikhalle, die aussieht wie eine bunte Raupe. Innen drin geht man durch ein Spalier von tropischen Pflanzen, umflattert von tollen großen Schmetterlingen. Damit die Kinder die Schmetterlinge nicht fange, steht alle paar Meter eine junge Aufsichtsdame und passt auf.Schmetterling

Langsam tun mir die Füße weh. Frust macht sich in mir breit. auch heute, drei Tage danach, mache ich mir Gedanken, was genau mich so enttäuscht. sind es die allgemeine Vernachlässigung? Die vielen Kinder? Die vielen Buden, die irgendwas verkaufen wollen? Ich werde später in einem extra Artikel ausführlicher über den Zoo schreiben

Es fängt an, leicht zu nieseln. Und ich mache mich auf den Rückweg zur U-Bahn-Station Camden Town. Dort strömen mir Tausende Menschen entgegen. Achja, da gibt es ja auch den Camden Market. Irgendwie habe ich keine Lust mehr auf Menschenmassen. Ich will nur noch zurück zum Hotel, mich ein wenig ausruhen, bevor ich nach Hamburg fliege.

Doch dann: “Diese Station ist ab Sonntag Mittag nur zum Aussteigen geöffnet, da es sonst zu gefährlicher Überfüllung kommen kann.” Äh, echt jetzt? Was mach ich nun? Ein netter Herr weist mir den Weg zur nächsten U-Bahn-Station. Zehn Minuten Fußmarsch durch den Nieselregen. Müde, schlecht gelaunt mache ich mich auf den Weg,

Rückreise

Zurück im Hotel, wo ich eigentlich schon längst ausgechecked habe, kann ich im gemütlichen Kaminzimmer noch ein wenig computern und ein Sandwich essen. Leicht erholt werfe ich mich noch einmal in das U-Bahn-Getümmel. Die Picadilly Line braucht eine knappe Stunde bis Heathrow.

Dort wimmelt es auch von Menschen. Ich sehne mich nach Ruhe und Einsamkeit. aber dafür ist jetzt, hier und heute nicht der richtige Zeitpunkt. Ich bin wieder mal begeistert von der guten Organisation des Flughafens. Einchecken, Passkontrolle, Sicherheitscheck – alles geht sehr schnell und zügig.

Dann stehe ich im Abflugbereich und habe immer noch mehr als eine Stunde, bis mein Flieger geht. Mit einer Handvoll Münzen in der Hand gehe ich durch einen Souvenirladen. “Wieviel Geld ist das?”, frage ich den Verkäufer und zeige ihm meine Münzen. Ich kann da immer noch nicht die Pfunde von den Pennies unterscheiden. “Knapp 5 Pfund”, sagt er freundlich. Und zeigt mir gleich, was ich dafür bekomme. Ich entscheide mich für einen Kühlschrankmagneten mit der London Bridge.

Dann gehe ich langsam in Richtung Gate weiter. Läden ohne Ende. Ich finde eine weitere Handvoll Münzen in einer Jackentasche. Also gönne ich mir ein frisches kühles Bier an einer Bar. Neben mir schlürft eine Asiatin genüsslich einige Austern. Das Bier kostet dann auch fast fünf Pfund. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Und ich habe immer noch fünf Pfund, einen glänzenden grünen Schein, die letzte Reserve. Die gebe ich für ein leckeres Sandwich aus. Dann ist aber wirklich Schluss mit meinem britischen Geld. Das Boarding beginnt schon.

Wie fast immer falle ich sofort in einen tiefen Schlaf und merke kaum, wie der Flieger abhebt. In Hamburg geht es auch sehr schnell. Praktisch kein Zeitverlust durch das aufgegebene Gepäck. Schon bin ich wieder Zuhause.

Zu Tag 1: London 1

Zu Tag 2: London 2

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