Buchara – ein orientalischer Traum

Buchara Tag 2 – Reisebericht

Ah! Welch ein Gefühl, schon am frühen Morgen, vor dem Frühstück, in das kühle Wasser des Swimmingpools zu springen! Und nicht gleich wieder den Koffer zu packen. Wir haben noch einen ganzen Tag in dieser wundervollen Stadt vor uns!

Der Sommerpalast des Emirs

Nach dem Frühstück geht es dann auch gleich los! Wir fahren an den Stadtrand von Buchara, wo sich der letzte Emir einen schicken Sommerpalast (1899) erbauen ließ. Es ist ein spätes orientalisches Gebäude, in das der Emir seine Phantasien von einem prächtigen Palast einfließen ließ. Weiß leuchten die Wände. Prachtvolle Kronleuchter, bunte Deckenpanele, ein weiter schöner Garten mit alten Bäumen. Auch ein Swimmingpool durfte nicht fehlen. Toni, unser Reiseleiter, ist voller Geschichten über schöne Haremsdamen und junge Mädchen, die zum  Entzücken des Emirs in den Pool springen mussten. In dem Museum, das heute dort untergebracht ist, können wir einen kurzen Blick auf alte Teppiche, Musikinstrumente und chinesisches Porzellan werfen. Die Räume sind hoch und lichtdurchflutet.Buchara Sommerpalast des Emirs

Mein Bauch knurrt warnend. Für mich ist die Toilette plötzlich die wichtigste Sehenswürdigkeit weit und breit. Eine Imodium, dann geht es wieder.

Mausoleum des Naqshband

Wir fahren weiter zum Mausoleum des Bahauddin Naqshband, einem muslimischen Heiligen aus dem 14. Jahrhundert, der eine der zahlreichen Sufi-Bewegungen begründet hat, die viel Wert auf Meditation und Asketentum legt. Er wird auch heute noch sehr verehrt. So sehen wir in dem Hof viele Pilger, von denen manche sogar von Afghanistan hierher gekommen sind. Alte Bäume spenden Schatten. Mich beeindruckt besonders die feierliche Atmosphäre. Die Luft ist durchzogen von Vogelgezwitscher und dem leisen Murmeln der Gläubigen.Pilger

Ark – Festung

Wieder wird es heiß, Die meisten Menschen retten sich von  Schatten zu Schatten. Nach der Mittagspause besuchen wir die Alte Festung von Buchara, den Ark, die Zitadelle. Darauf bin ich besonders gespannt, gibt es hier doch auch einen Kerker und Stallungen usw., also nicht nur orientalische Pracht, sondern auch Geschichten aus dem Leben der Vergangenheit.Buchara Ark - Festung

Aus dem Registan, dem großen Platz vor der Festung, ragen die lehmiggelben mächtigen Mauern eindrucksvoll in die Höhe. Hier fanden einst große Märkte statt, die Ränder waren gesäumt von Gasthäusern und Karawansereien. Heute herrscht Ruhe, der Platz liegt leer in der glühenden Sonne. Wir steigen erwartungsvoll den Weg zum Portal hoch. Gleich dahinter ist es schattig in einem Tunnel, der uns gleich zu den alten Verliesen führt. In feuchten Löchern warteten die Gefangenen einst auf ihr Urteil, das meistens die Todesstrafe bedeutete. Wir schaudern bei dem Gedanken an das Leid.

In dem befestigten Gelände des Ark befand sich früher eine ganze Stadt mit Läden, einfachen Häusern, Werkstätten, aber auch einem schlichten Palast des Emirs. 1920 ist bei einem großen Feuer alles, was aus Holz war, verbrannt.

Abend

Mit zunehmendem Grummeln im Bauch schleppe ich mich immer langsamer weiter. Der Gedanke an weitere Besichtigungen, mögen sie auch noch so toll sein, treibt mir kalten Schweiß auf die Stirn. Ach, schade! Schließlich sage ich Toni Bescheid, der mich zu einem Taxi bringt. Schnell bin ich zurück im Hotel, wo ich mich unter der Klimaanlage ausruhe und mich an meinem sauberen Badezimmer erfreue. Bald geht es mir besser und ich bummele noch ein wenig in der Altstadt, immer in Reichweite des Hotels.

Zum Abendessen bin ich wieder munter. Es geht zum Abendessen in einer ehemaligen Medresse. Im großen Hof stehen Tische und Stühle. Das Essen ist toll mit lokalen Spezialitäten. Während des Essens findet eine Aufführung statt mit lokaler Musik und Tänzen. Das Ganze ist als Verkaufsveranstaltung gedacht, um die Touristen, die das Publikum bilden, zum Kauf von Seide und Teppichen zu animieren. Nicht bei allen meinen  Leuten stößt das auf Begeisterung. Ich träume mich in frühere Zeiten, genieße die Schönheit und den milden Abend. Mir geht es wieder richtig gut!Folklore-Aufführung in Buchara

Ach, Buchara, Du Schöne!

Schubert von Soldern, Zdenko
Schubert von Soldern war Kunsthistoriker und Architekt. Er schrieb 1899 über Buchara (Zitat aus dem Dumont-Reiseführer Zentralasien)
“… Buchara … bietet … das hochinteressante Bild eines unverfälschten Orients… Nirgends kann das Auge Ruhe finden, stets gewahrt der Fremde neue interessante Bilder, alles ringsum ihn erscheint ihm so absonderlich, ungewöhnlich und neu, dass er sich in einer anderen Welt, in der Welt eines orientalischen Märchens zu befinden glaubt.”

Impressionen vom Tag

Zu meinem 1. Tag in Buchara: Glücklich in Buchara

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