London Zoo – Ältester Zoo Europas

Als ich im Februar in London war, ging ein lange gehegter Traum von mir in Erfüllung: Ich besuchte den London Zoo!

Irgendwie war der London Zoo für mich immer mit dem großartigen Zoologen Gerald Durrell (1925 – 1995) verbunden. Seine spannenden und unterhaltsamen Tiergeschichten habe ich in meiner Jugend mit Begeisterung verschlungen. Durrell war ein Tierfänger der alten Schule und versorgte vor allem die englischen Zoos mit interessanten Tieren, bis er 1959 auf Jersey seinen eigenen Zoo gründete. Durrells ganz großes Anliegen war es, die Menschen für Tiere zu begeistern und zur Arterhaltung beizutragen. Heute ist vor allem der Jersey Zoo ein gutes Beispiel dafür, wie Zoos zur Erhaltung seltener Tiere beitragen können.

Zum London Zoo

Die Voraussetzungen für meinen Zoo-Besuch waren nicht optimal. Ende Februar ist eine Zeit, in der noch nicht viele Blumen und Büsche blühen. Da ich nur an dem Sonntag Vormittag Zeit für den Zoo hatte, musste ich mich unter die zahllosen Familien mischen. Schreiende Kinder überall! Nein, das waren keine guten Voraussetzungen für einen ruhigen eindrucksvollen Zoobesuch! Hinzu kam, dass die Angst vor der Vogelgrippe noch das Leben im Zoo prägte. Die Vogelvolieren waren leer. Im Pinguin-Becken zogen nur zwei Pinguine ihre Kreise.Schild im Zoo

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich dazu aufraffen konnte, von meinem Besuch im London Zoo zu berichten. Es wäre ein Verriss geworden! Doch mit dem nötigen Abstand und dem in der Zwischenzeit erfolgten Besuch im Leipziger Zoo kann ich etwas ruhiger schreiben. Die vielen Kleinkinder, die ich in London erlebt habe und die mich zeitweilig extrem gestört haben, gab es in Leipzig auch. Letztlich sollte man, wenn man ein älterer Single so wie ich ist, nicht an einem Sonntag in den Zoo.

Der Zoo hat so einiges an interessanten Tierwelten zu bieten. Und ich muss gestehen, ich habe nicht den ganzen Zoo gesehen, zu kurz die Zeit, zu kaputt von all den Besichtigungen in London…

Aquarium

Gleich beim Eingang gibt es das Aquarium. Es ist das älteste Zoo-Aquarium weltweit und wurde schon 1853 gebaut. Es ist sicherlich schon einige Male renoviert und neu konzipiert worden in der Zwischenzeit, aber da herrscht bestimmt noch Verbesserungsbedarf. Durch einen dunklen Gang geht man von einem Becken zum nächsten. Mich haben  vor allem die blauen Seesternchen beeindruckt. In einem Becken werden vom Zoll beschlagnahmte Korallen gezeigt.

London Zoo: kleine blaue Seesterne

Blaue Seesterne

Diskusfische

Blick in das Aquarium mit den geschmuggelten Korallen

Blick in das Aquarium mit den geschmuggelten Korallen

 Australien

London Zoo: Australien

Australien ohne Känguruhs

Für eine kurze Zeit kam die Sonne hinter den grauen Wolken hervor und ich gelangte nach Australien. Ein Rotes Riesenkänguruh hoppelte in eine geschützte Unterkunft, wo es wohl etwas wärmer war. Gerade rechtzeitig, um einem Foto zu entkommen, kuschelte es sich an seine Verwandten im schattigen Stall. Ansonsten fand ich die Anlage schön und recht groß. Nur: außer den Nandus in der Ferne war niemand da.

Tiger und andere Tiere

Nicht weit davon ist das Gehege der Tiger, die sich gerade, als ich kam, zur Schaufütterung zusammenfanden. Da war kein Durchkommen durch die Kindermassen. Die Kamele wurden von dem mittlerweile stärker werdenden Wind ordentlich durchgepustet. Schildkröten und Warane lagerten unfotogen im Schatten.Kamel im Wind

Das Pinguin Becken leer - nur ein Reiher guckt

Einsamer Reiher am Pinguin-Becken

Indische Löwen

Eine sehr beeindruckende Anlage ist das Reich der indischen Löwen. Auf 2.500 qm hat man für sie ein eigenes Reich errichtet. Die Indischen Löwen gibt es nur noch im indischen Staat Gujerat im Gir-Nationalpark. Anfang des 20. Jahrhunderts waren sie fast ausgestorben. Heute gibt es noch rund 200 bis 300 Löwen in freier Wildbahn. In London hat man versucht, die Landschaft der Gir nachzubilden. Rundherum gibt es so einiges an Indischer Atmosphäre zu spüren, einen Basar, wo man entsprechende Souvenirs kaufen kann oder auch ein Indisches Häppchen erhält. An einer Station erfährt man viel über das Leben und die Arterhaltung der Gir-Löwen.

Indischer Löwe

Indischer Löwe

Grandios ist, dass man tatsächlich ganz nahe an diesem Löwengehege im Zoo übernachten kann!. Ja, es gibt die Gir Lion Lodge, die ein wenig so aussieht wie ein Dorf in der Wüste. Zusammen mit der Übernachtung in dieser spektakulären Umgebung hat man Zugang zum nächtlichen Zoo, kann man eine spezielle Tour erleben, lecker essen und mehr. Nicht ganz billig, aber sicherlich ein großartiges Erlebnis!

Das Schmetterlingshaus

Eine etwas merkwürdige Anlage aus buntem Plastik ist das Schmetterlingshaus. Da schwirren dann die tollsten Schmetterlinge um dich herum! Tropische Pflanzen, hohe Luftfeuchtigkeit und viele Menschen – trotzdem ein tolles Erlebnis! Nur: Das Fotografieren ist gar nicht so einfach, wenn das Objektiv dauern beschlägt! Im Schmetterlinhaus Schmetterling

Zu guter letzt:

Ich muss gestehen, ich habe bei weitem nicht alles gesehen. Durch eine Unterführung unter einer Straße erreicht man den Teil des London Zoos, wo es Giraffen, Lemuren und ein Nachthaus gibt. Sicherlich interessant. Doch es fing an zu nieseln, und ich wollte ja eigentlich noch dem Camden Market sehen. 

Camden Market ist nicht allzu weit vom Zoo, wie auch schon die passende U-Bahn-Station “Camden Market” ankündigt. Doch, als ich die Station erreichte, kamen mir unglaublich viele Menschen entgegen. Ich musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass die Station an Sonntagen nur zum Aussteigen geöffnet ist. Zum Einsteigen muss man rund 500 Meter bis zur nächsten Station gehen. Und das mit meinen schmerzenden Füssen!

Infos - Stand Mai 2017
Eintrittspreis für Erwachsene 29,75 britische Pfund

Bei Online-Bestellung kostet es weniger Es gibt auch eine Senioren-Ermäßigung ab 60 Jahre

Öffnungszeiten: Im Sommer 10:00 – 17: 00 Uhr (Juni, Juli, August bis 18:00 Uhr)

Webseite: https://www.zsl.org/zsl-london-zoo

Die Betreibergesellschaft Zoological Society of London verfügt auch noch über den Whipsnade Zoo in Bedfordshire, wo die größeren Tiere, wie Elefanten und Nashörner untergebracht sind.

Frei lebende Ente im London Zoo

Manch ein Vogel lässt sich seine Freiheit nicht nehmen

Weitere Links zu Berichten über Zoos auf dem Bambooblog

Hannover

Hamburg

Duisburg

Frankfurt

Leipzig

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