LieblingsChinesisch: Der Baum

Der Baum, Bestandteil vieler Schriftzeichen

Es hat mich mal wieder erwischt: Voller Begeisterung bin ich in meinen Chinesisch-Wörterbüchern unterwegs gewesen, bin von einem Schriftzeichen zum nächsten gekommen und habe mich erfreut, wie einfach und doch komplex die Chinesische Schrift ist. Ein wunderbares Beispiel ist das Wort für “Baum”Baum

Diese Schriftzeichen sind noch gut als Piktogramm zu erkennen. Zuerst ist das der Keim, der Sprössling in der Erde. Damit wird dann allerdings der Boden bezeichnet nicht der Keimling.

Dann wächst der Spross und wird zum Baum. Auch gut zu erkennen, nicht wahr? Und dass man mit dem gleichen Schriftzeichen auch das Holz bezeichnet, ist logisch.

Ein kleiner Punkt macht aus dem Holz die Kunst. Wofür steht der Punkt? Wahrscheinlich für ein Werkzeug, mit dem das Holz bearbeitet wird, um zum Kunstwerk zu werden.

BaumMit kleinen Strichen werden einzelne Bereiche des Baumes gekennzeichnet. Unten die Wurzel, oben die Spitze. Wobei ich bei Prof. Kubin letztens auch die Übersetzung “Ast” für das Schriftzeichen 末 gesehen habe. Hier muss man ganz besonders auf die Länge des unterscheidenden Strichs achten. Bei Wei (noch nicht) ist der sehr viel kürzer als bei Mo (Spitze). Vielleicht steht dieses Zeichen auch für “noch nicht ganz oben”.

“Mo” steht auch für “Ende”. So sieht der übliche Gruß zum Wochenende aus:Baum 2 WochenendeNoch eine interessante Reihe für die Verwendung des Schriftzeichen für Baum, denn es ist gleichzeitig auch eines der wichtigsten Radikale:

Baum 3 Wald

Ein Baum – zwei Bäume = der Wald

Drei Bäume = dichter Wald  (Letzteres wird auch für den Dschungel benutzt)

Gut ausgebaute Wege am Qingchengshan

Im Wald des Qingchengshan bei Chengdu

Aktualisiert im Mai 2017

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.