Zoo Leipzig – ein Besuch

Der Zoo Leipzig: Elefant, Tiger & Co. live!

Seit Jahren schaue ich mir regelmäßig die Sendung “Elefant, Tiger & Co.” an. Da fühle ich mich schon richtig vertraut mit dem Zoo Leipzig. Und die Sehnsucht wächst, mir den Zoo einmal selbst anzuschauen. Im Mai war es endlich so weit! Ich nutze meinen Besuch in Halle, um nach Leipzig zu fahren. Das sind ungefähr 30 Minuten mit der S-Bahn, also ganz nah.Zoo Leipzig Eingang

Es ist ein Mittwoch Anfang Mai. Die Sonne scheint. Ich habe mir den ganzen Tag für den Zoo reserviert. Schon kurz nach 9:00 Uhr, wenn der Zoo Leipzig öffnet, trete ich durch das hübsche alte Eingangstor. Ein eigentümliches lautes Brüllen begrüßt mich. “Muss das sein? Den Besucher gleich mit solchen Geräuschen aus dem Lautsprecher begrüßen?!”, ist mein erster Gedanke. Irgendwie klingt das kehlige Brüllen zu laut zu tief, um echt zu sein. Aber nach wenigen Schritten kann ich mich davon überzeugen, dass dort eine Horde Brüllaffen sitzt und den Morgen (und die Besucher) mit ihren Gesängen begrüßt. Faszinierend!

Brüllaffen

Brüllaffen

Gleich dahinter öffnet sich ein weiter Platz mit einem schönen Springbrunnen, dessen Wasser in der Sonne glitzert. Links liegt das Aquarium. Bei meinen letzten Zoobesuchen habe ich mein Herz für die Unterwasserwelt entdeckt. Im Dormero Hotel in Halle hat mich das bunte Korallenriff in der Lobby beeindruckt. Also ist es ganz selbstverständlich für mich, als erstes das Aquarium zu besuchen.

Das Aquarium im Zoo Leipzig ist überraschend hell. Es beherbergt neben zahlreichen Fischen aus aller Welt auch Reptilien und Amphibien. Viel Grün, zwischen dem man die Echsen und Frösche suchen muss. Auch den berühmten Leipziger Kraken, dessen aktueller Name (sicherlich ein alkoholisches Getränk) mir entfallen ist, habe ich gesehen. Doch ein klares Foto von ihm ist mir nicht gelungen.AquariumLeipziger Zoo: Aligator

Dann ging es gleich weiter zu dem nahen Gondwana-Land. Das ist ein wirkliches Schmuckstück! Eine große Halle mit einem wahren Dschungel aus großen tropischen Pflanzen. Überall zwitschert und quiekt es! Die Luft ist feucht und warm. Ich frühstücke erstmal in dem kleinen Restaurant im Eingangsbereich. Dort werden passenderweise Melonen-Scheiben angeboten. eine herrliche Einstimmung, um sich gleich ganz weit weg zu fühlen!Melonen-Scheiben im Gondwanaland

Gondwana-Land: Aguti

Aguti

In der Tropenhalle gibt es einiges zu entdecken. Die Tiere sind zwar in einzelnen Gehegen unter dem üppigen Grün untergebracht, aber es sieht trotzdem sehr natürlich aus. Die Bootsfahrt ist gerade wegen Wartungsarbeiten nicht möglich. Ich genieße die tropische Atmosphäre, gehe langsam durch den verschlungenen Dschungelpfad, nutze hin und wieder die Bänke, die überall stehen. Es sind (noch) nicht viele Besucher da. Dadurch habe ich das Glück, zweimal über die Insel der Totenkopfäffchen gehen zu dürfen.Totenkopfäffchen im Zoo Leipzig

Komodo Warane

Komodo Warane

Gondwana Land: Meerkatzen

Diana-Meerkatzen

Üppige Natur im Gondwana Land

Nach einem kurzen Stopp in dem großen Restaurant des Gondwana-Landes geht es weiter zu den Elefanten. Schon auf dem Weg merke ich, dass gerade nicht alle Tiere in ihren Gehegen zu sehen sind. Die Vögel sind zu einem großen Teil noch hinter den Kulissen wegen der Vogelgrippe. Auch von den Elefanten sind nur zwei zu sehen. Elefanten-Baden fällt heute aus. Ich weiß nicht mehr, warum. Doch die Anlage macht einen herrlichen ruhigen und exotischen Eindruck. Die Elefanten sind aus Asien und alles erinnert ein wenig an Indien.

Auf dem Weg zum Ganesha Mandir, dem Elefanten-Tempel

Auf dem Weg zum Ganesha Mandir, dem Elefanten-Tempel

Leipzig Zoo Elefant

Lippenbär

Lippenbär: Lippenbären habe ich tatsächlich schon in freier Wildbahn in Nepal gesehen

Überall sind die Gehege sehr groß und freizügig. Außerdem sind sie mit vielen Rückzugsmöglichkeiten versehen. Manchmal muss man wirklich genau hingucken, um die Tiere zu entdecken. Die Tigerbabies sind noch nicht in der Außenanlage zu finden. Von dem Amur-Leopaeden sehe ich nur eine gelbe gefleckte Erscheinung in den Büschen. Trotzdem: es ist herrlich, in Ruhe immer weiter zu gehen. Schließlich komme ich zum Pongo-Land, der großen Menschenaffen-Anlage. Auch hier sind die Gorillas gerade nicht anwesend. Aber die Bonobos und vor allem die Orang-Utans sorgen für lebendige Eindrücke:

Bonobo-Familie

Bonobo-Familie

Orang Utan-Gehege

Orang Utan-Gehege

Orang Utans

Jugendliche Orang Utans toben durch das Gelände

Bimbo, das große Orang Utan Männchen

Bimbo, der Herr im Hause

Langsam gehe ich weiter, kann  gar nicht alles sehen. Es wird schon Nachmittag. Aber ein Highlight muss ich noch sehen: Die weitläufige Kiwara-Savanne mit ihrer bunten Mischung aus afrikanischen Tieren.

Unterwegs habe ich noch ein etwas unangenehmes Erlebnis: Bei den Erdmännchen sehe ich, wie eine Frau die niedlichen Tiere mit Brötchen füttert. Anscheinend ist sie sich nicht bewusst, dass sie den Tieren damit schadet. Den diese bekommen reichlich Futter, das aus Gemüse, Obst und Fleisch besteht. Mit den Brötchen werden sie fett. Die meisten Tiere vertragen das darin enthaltene Salz nicht. Ich weise sie kurz darauf hin und sie hört auf mit dem Füttern.

Erdmännchen

Erdmännchen

Giraffen

Giraffen galoppieren ungebremst über die weite Savannen-Landschaft

Zebra

zebrakind

Zebrakind

Gepard-Gehege

Gehege der Geparden

Gepard

Gepard

Die Säbelantilope

Säbelantilope

Säbelantilope

Säbelantilope
Die Säbelantilope (auch Oryantilope) war einst weit verbreitet in den trockenen Savannen Nordafrikas. In Herden von bis zu 1.000 Tieren streiften sie über die offenen Grasflächen.

Doch ihre Schönheit mit den langen, beeindruckenden Hörner wurde ihnen zum Verhängnis. Sie wurden intensiv bejagt, zum Schluss feige vom Auto aus und mit Maschinenpistolen. Anfang des 21. Jahrhundert wurden sie offiziell als “in der Wildnis nicht mehr vorkommend” deklariert. Nur wenige Exemplare hatten in verschiedenen Zoos überlebt.

Intensive Zuchtprogramme haben dazu geführt, dass wieder einige Tausend Exemplare existieren. Leider die meisten davon auf texanischen Jagdfarmen. Mittlerweile sind einige Säbelantilopen ausgewildert worden und vermehren sich prächtig in geschützten Flächen in Nordafrika.

Ein Erfolg der Zoo-Haltung. Gerade Zoos sind heute sehr wichtig für Arterhaltung und Aufklärung.

Fazit: Mir gefallen an dem Zoo Leipzig das üppige Grün und die weiten Gehege mit vielen Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Besonders gut finde ich das Konzept, dass man als Besucher nicht durch Gitter oder Zäune sieht sondern häufig auf einem erhöhten Weg geht und die Tiere von oben beobachten kann.

Jetzt entsteht gerade die Himalaya-Landschaft, in der vor allem Tiere aus dem asiatischen Hochgebirge gezeigt werden sollen. Ein Grund, bald wieder den Zoo Leipzig zu besuchen.

Infos (Stand Mai 2017)
Eintrittspreise: Erwachsene € 21,-

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, beim Eintritt zu sparen

Öffnungszeiten: Mai bis September: 9:00 – 19:00 Uhr

Mehr auf der Seite des Zoo Leipzig

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8 Kommentare

  • Ein Zoobesuch ist doch immer wieder toll. Wir waren gerade letzte Woche erst bei unserem Ruhrpott-Trip im Zoo Gelsenkirchen… einfach toll. Leipzig liegt für uns leider nicht um die Ecke, aber die Kinder haben sich als nächstes die Wilhelma gewünscht und dahin geht es nun in 2 Wochen.
    Viele Grüße
    Sabine

    • Das hört sich toll an! Doch Leipzig solltet Ihr Euch auch mal vornehmen. Es gibt dort ja noch mehr zu sehen als den Zoo. Oder schaut Euch Halle an! Oder, oder….
      Liebe Grüße und viel Spaß!
      Ulrike

  • Das sind ja tolle Tierfotos. Chapeau!

    • Oh, danke! Du solltest Dir mal den Blog reisen-fotografie.de anschauen. Da gibt es noch mehr tolle Fotos aus allen möglichen Zoos zu sehen!
      LG
      Ulrike

  • Pingback: Fotoparade 1: Die schönsten Fotos 2017 auf dem Bambooblog

  • Hi Ulrike,

    na, sag ich doch, Leipzig ist ein toller Zoo. Mir hat die Mischung aus alten Elementen, wie das slte Vogelhaus (auf dem Weg zu den Elefanten) oder die vielen Statuen, und den modernen Anlagen für die Tiere sehr gut gefallen.

    Und Deine Bilder sind klasse geworden, die machen Lust auf Zoo – was aber bei mir ein Dauertzustand ist.

    LG Thomas

    • Moin, Thomas!
      Danke für Deine anerkennende Worte! Das alte Vogelhaus habe ich, ehrlich gesagt, gar nicht wahrgenommen. Aber es gab ja auch gerade Bauarbeiten, so dass man auch Umwege gehen musste.
      Mir hat es besonders gefallen, dass man in viele Gehege von oben hineinguckte.
      Beste Grüße
      Ulrike

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