Grenzen und Mauern sind keine Lösung!

Blogparade : Grenzerfahrungen

Als Reisender in dieser Welt trifft man unterwegs immer wieder auf Grenzen, ja auch auf Mauern! Wie traurig diese Mauern sind!

Weiter unten rufe ich zur Blogparade “Grenzerfahrungen” auf. Denn Eure Sicht der Dinge, Eure Erfahrungen interessieren mich sehr!

Grenze zur DDR 1986 - Grenzen sind keine Lösung!

DDR-Grenze am Rande des Wendlandes 1986

Ich bin in den 1960er aufgewachsen, während des Kalten Krieges.Ich habe den Bau der Mauer zwischen Deutschland und Deutschland erlebt. Diese Zeit hat mich lange geprägt Ich eignete mir als Kind und Jugendliche einige Vorurteile und Ängste an: Angst vor Russen, Angst vor der Atombombe. Letzteres gipfelte darin, dass ich im Chemie-Unterricht nie über ein !ausreichend” hinaus kam, da mich alleine schon das Wort !Atom” erschreckte.

Fassungslos erlebte ich während einer Berlin-Klassenfahrt die umfangreichen Kontrollen und Vorschriften bei unserem Ausflug nach Ost-Berlin. Wir wollten doch nur ins Pergamonmuseum!

Immer wieder stand ich in den folgenden Jahren vor dieser Grenze, vor der Mauer, vor Stacheldraht und Wachtürmen. Und wunderte mich bei den wenigen Reisen nach “drüben”, dass hinter den strengen Grenzkontrollen doch einfach ein Deutschland lag. Etwas anders zwar, aber doch Deutschland mit Menschen, die die gleiche Sprache wie ich sprachen.

Ich träumte damals davon, dass sich die Grenzen irgendwann friedlich in Luft auflösen würden. Was bringen Grenzen? Können wir nicht alle friedlich miteinander leben? Freundschaften schließen unabhängig, woher man kommt oder was man glaubt?

Das Entstehen der Europäischen Union habe ich sehr begrüßt. Das Schengen-Abkommen, das das Reisen ohne Grenzkontrollen in Europa ermöglicht, fand ich großartig. Der 9.11.1989, an dem die Mauer fiel, ist immer noch der größte Tag der Geschichte, den ich selbst erlebt habe.

Nie werde ich vergessen, wie ich an dem Abend zusammen mit einer jungen Frau aus Dresden mit Tränen in den Augen vor dem Fernseher saß und gebannt die Live-Sendungen aus Berlin verfolgte. Konnte es denn wirklich möglich sein, dass diese schreckliche Mauer fiel? Dann die Wiedervereinigung! Unglaublich wie schnell das alles ging! Hatte ich von zwei Deutschlands geträumt, die friedlich nebeneinander existieren, so gab es jetzt ganz schnell wieder ein einziges Deutschland!

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, bei meinem Besuch im Wendland 2017 kurz die Stelle zu besuchen und zu sehen, an der ich schon 1986 schon mit fassungsloser Ungläubigkeit stand: Die Grenze, die eine uralte Handelsstraße zwischen Lüchow (BRD) und Salzwedel (DDR) unterbrach. Was Tausende Jahre funktioniert hatte, ging nicht mehr.

Heute ist die Straße, die Verbindung wieder hergestellt. Doch sie ist nach Jahrzehnten Zonenrandgebiet zur fast völligen Bedeutungslosigkeit verdammt. Der alte Wachturm steht noch da. Mahnmal, das an schlimme Zeiten erinnert.

Der Wachturm an der ehemaligen DDR-Grenze als Mahnmal

Der Wachturm an der ehemaligen DDR-Grenze als Mahnmal 2017

Mittlerweile bin ich viel in der Welt herum gekommen. Die Russen, finde ich heute, sind tolle Menschen. Was für eine melodische Sprache! Welch herrliche schwermütige Lieder! Dank Internet und globaler Vernetzung habe ich Freunde auf der ganzen Welt und kann mit denen in Verbindung bleiben.

Es gibt überall gute und schlechte Menschen. Ja, das klingt etwas platt, ist aber so! Ich möchte jedem Menschen erstmal eine Chance geben und niemanden verurteilen wegen seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seiner Nationalität. Ich habe in dieser Hinsicht in meinem Leben schon viele Fehler gemacht. Aber ich habe daraus gelernt.

Umso schlimmer finde ich, dass es immer mehr Mauern und Grenzen gibt. Ich trete für mehr Kommunikation und friedlichen Austausch zwischen Menschen und Ländern ein. Deshalb sehe ich Globalisierung und den G20-Gipfel positiv. Natürlich sehe ich auch die negativen Seiten. Aber so lange die Menschen miteinander reden, ist Hoffnung.

Grenzen und Mauern zu errichten ist nicht die Lösung!

Blogparade “Grenzerfahrungen”

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Grenzen und Mauern gemacht? Wie überwindet Ihr Grenzen, die ja auch in den Köpfen existieren?

Ich rufe zur Blogparade auf! Bitte schreibt mir Eure Erlebnisse und Erfahrungen bis zum 31.08.2017

  • Schreibt von Euren Erfahrungen mit tatsächlichen und gedachten Grenzen
  • Ich verbreite Eure Artikel auf meinen SocialMedia-Kanälen
  • Zum Schluss schreibe ich eine Übersicht Eurer Artikel mit Verlinkung

Das Thema ist anscheinend eine wahre Herausforderung. Deshalb hier ein paar Ideen für Eure Artikel:

Es kann auch um die Grenzen im Kopf gehen, um die Überwindung von Vorurteilen z.B.. Oder man könnte darüber schreiben, wie schön es ist, dass es in Europa so wenig Grenzen gibt, wie toll die Freizügigkeit ist, die wir hier genießen. Man könnte über natürliche Grenzen wie hohe Gebirge, Ozeane oder Flüsse schreiben. Wer war schon mal am Limes? Oder am Hadrianswall? An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea? Wie habt Ihr die Mauern in Israel empfunden? Was ist Euch bei der Einreise in irgendein Land passiert?
Es muss auch alles gar nicht so furchtbar ernst sein. Habt Ihr schon mal erlebt, wie Freundschaften überm Gartenzaun hinweg entstanden sind? Oder einen lustigen Nachbarschaftsstreit?

Herzlichen Dank für Eure Teilnahme! Ich bin schon sehr gespannt!

Wie ich die Grenze zwischen Indien und Pakistan erlebte 1992, lest Ihr hier

Beiträge zur Blogparade

Renate schreibt auf ihrem Blog rausinsleben.de von ihren Begegnungen mit Menschen aus aller Welt, die sie bei sich zuhause kennen lernte. Sehr lesenswert!
Grenzerfahrungen, warum Andersein eine Bereicherung ist

Helga von trolley-tourist hat sich auch so ihre Gedanken um den Sinn des Gedenkens gemacht. “Grenzen, Zäune, Stacheldraht, Bunker – in der Welt geht es nicht ohne. Deshalb finde ich es wichtig, dass jede Gelegenheit genutzt wird, um sich damit zu beschäftigten. Gerade junge Europäer kennen diese Dinge nicht mehr und brauchten bislang keine schlechten Erfahrungen mit Zerstörungen, die Kraft von Waffen und Flucht und Vertreibung machen. Gerade deshalb ist die Erinnerung bedeutend.”
Grenzen, Zäune, Stacheldraht – Bunken

14 Kommentare

  • Liebe Ulrike,

    Danke für Deinen lesenswerten Blog und den Gedankenanstößen. Zum Thema Mauern fällt mir ein, das wir gar nicht in ferne Länder reisen müssen, um Grenzen zu erfahren. Leider beginnen viele Grenzen schon in unseren Köpfen. Wie oft ziehen wir Grenzen bei unseren Mitmenschen? Hier finde ich, kann jeder in den Spiegel schauen und herausfinden, wo er (auch unbewusst) Grenzen zieht. Häufig beginnt das schon beim Nachbarn…

    Viele Grüße
    Ruth

  • Liebe Ulrike,
    Dein Artikel gefällt mir ausnehmend gut.
    Oh Mann, ich glaube, fast jeder der damals dem Windelalter schon entwachsen war, wird sich heute noch daran erinnern, wie es beim Mauerfall war! Ich weiß noch, dass mir die Besuche in der DDR viel exotischer vorkamen als die in Dänemark! Ich hab derzeit ziemlich viel zu tun, aber ich hoffe, dass ich es in den nächsten 10 Tagen noch schaffe, einen passenden Beitrag zu schreiben! Ich wünsche Dir zu diesem spannenden, bewegendem und wichtigem Thema auf jeden Fall noch viele weitere Beiträge!
    LG Linni
    PS: Schade, dass ich es beim HH-Besuch im Sommer schon wieder nicht geschafft habe, Dich zu treffen. Ich hoffe, wir kriegen das bald mal hin, ob nun in HH oder in Peking! 🙂

  • Pingback: Trolley-Tourist / Grenzen, Zäune, Stacheldraht, Bunker

  • Hallo! Toller Artikel! Grenzen fallen wirklich erst auf, wenn sie einen persönlich betreffen. Wir haben vor einigen Wochen einmal darüber geschrieben, denn als Auslandsdeutsche haben wir schon einige Pannen mit Visa, Pass und Dokumenten erlebt. Heute schmunzeln wir ein wenig darüber, und man lernt ja auch nicht aus. Vielleicht kann ich mich mit diesem Artikel ja dieser Blogparade anschließen?

  • Liebe Ulrike,
    es ist Wochenende und mein Beitrag ist fertiggeworden. Der Link ist unter Website. Beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass ich noch so vieles hätte erzählen können z.B. von eigenen skurrilen Erlebnissen an der Grenze. Dann wäre der Text aber zu sprunghaft und zu lang geworden. 🙂
    Liebe Grüße
    Renate

  • Pingback: Grenzerfahrungen, warum Andersein eine Bereicherung ist -

  • Liebe Ulrike,
    ein spannender Artikel. Ich beschäftige mich mit inneren Grenzen, die ihre Ursache auch in Grenzen im Außen haben können.
    Und der Mauerfall war eine ganz besondere Erfahrung, ich bin mir sicher viele erinnern sich noch daran, was sie an dem Abend gemacht haben.
    Herzliche Grüße
    Sabine

  • Da werde ich definitiv mitmachen, liebe Ulrike. Kann allerdings ein Weilchen dauern, bis ich meinen Post fertig haben werde…
    Im zarten Alter von Zwanzig fuhr ich mit meinem damaligen Freund von Bayreuth aus an die sogenannte Zonengrenze. Es hat mich erschüttert, ich hatte den Eindruck, dass dort die Welt zu Ende sei…
    Innerhalb Europas habe ich seit dem Schengen-Abkommen die quasi grenzenlose Reisefreiheit schon sehr genossen. Als ich mit dem Zug von meinen beiden letzten Reisen nach Padua und Verona zurück Richtung München fuhr, hat es mich sehr gestört, dass da am Haltepunkt Brenner die Pässe überprüft wurden, und dass man vor allem von Schwarzafrikanern und anderen offensichtlichen Nichteuropäern sogar das Gepäck genau in Augenschein genommen hat.
    Liebe Grüße!

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