Die Terrakottaarmee in Dresden

Die Terrakottaarmee – Ausstellung in Dresden

Ich empfehle den Besuch sehr!

Seit Mai also ist die Ausstellung “Die Terrakottaarmee & das Vermächtnis des Ewigen Kaisers“ in Dresden zu sehen. MIt zahlreichen originalgetreu nachgebildeten Kriegern und anderen wertvollen Repliken von Funden aus Xi’an entsteht ein anschauliches Bild des Grabes und der Beigaben.

Verlängert bis 15.10.17!!!

Natürlich kann man nicht die Originalkrieger zeigen! Den Transport usw. würde kaum eine Versicherung decken. Trotzdem: Mich hat die Ausstellung begeistert! Schließlich hat man selten die Möglichkeit, den Kriegern direkt ins Auge zu blicken. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich war nun schon vier Mal in Xi’an, nie ohne die Original Terrakotta-Armee zu besuchen (1987, 1991, 2009, 2011)

Selfie-Point in der Halle der Terrakottaarmee

In der großen Halle drängen sich die Besucher für das beste Selfie mit Armee

In der gut durchdachten Ausstellung der Terrakottaarmee in Dresden kann man in Ruhe von Figur zu Figur gehen. An einer Stelle hat man sogar einen Stand aufgebaut, von dem man fast wie in der großen Halle in Xi’an auf die Terrakottaarmee hinab sehen kann.Terrakottaarmee in Dresden

Man hat auch die Möglichkeiten genutzt, Zusammenhänge und Besonderheiten zu erklären. Ein Übersichtsplan lässt die enorme Größe des Geländes erahnen. Die vielen noch unausgegrabenen grünen Flächen lassen die Fantasie spielen: Was mag dort noch in der Erde verborgen sein? Meine Lieblingstheorie: Eine Terrakottaarmee von hübschen Mädchen…

Auch die Farbgebung der Figuren wird erklärt. Denn die Terrakotta-Krieger waren bemalt. Vielleicht nicht ganz so intensiv leuchtend wie bei den Rekonstruktionen, aber doch, sie waren bunt bemalt. Leider zerfällt die Farbe, kaum dass bei der Ausgrabung Luft dran kommt.

Ich habe tatsächlich den General im Original fotografiert in 2009!

Die Rekonstruktionen, die Pläne und Aufstellungen sind sehr aufwändig.

Die Bronzekutschen habe ich in Xi’an gar nicht so genau sehen können. Hier stehen sie liebevoll mit allen Details ausgestattet und können in Ruhe bestaunt und fotografiert werden. Die Kutschen sind etwas ganz besonderes.Besonders diese Komfortkutsche weist einige Besonderheiten auf. Gegen Wind und Sonne schützen die Wände. Doch es gibt Fenster, so dass man auch mal rausschauen kann. Im Original sind auch kleine Löcher bei den Fenstern zu erkennen. Diese dienten der Belüftung. Klimaanlage vor mehr als 2.000 Jahren!

Insgesamt 250 Exponate, darunter 150 künstlerisch meisterhafte und originalgetreue Repliken der Terrakottafiguren, präsentieren sich in beeindruckender Armeeformation. Darunter Infanteristen, Kavalleristen, Bogenschützen, Offiziere, Generäle sowie Pferde und Wagen in Lebensgröße.

Grafiken und Filmsequenzen informieren über die Zeit des ersten Kaisers von China und seine gigantische Grabanlage um die Terrakottaarmee. Verschiedene Modelle und  Texte veranschaulichen die  Besonderheiten von Lage, Aufstellung und Fundsituation.  (Ausstellungsbeschreibung auf der Webseite)

Auch den beeindruckenden Bronzekranich hat man rekonstruiert und eine Replik ausgestellt. Mit liebevollen und genauen Details zum Gefieder und in der Aufstellung hat man den Eindruck, als stünde der Kranich vor dem Besucher. So waren die Bronzevögel in einer der Gruben am Mausoleum auch gemeint: Wie an oder in einem Bach stehend und schwimmend bilden sie die Natur ab.

Mich beeindruckte auch die Ausstellung von Waffen. So eine komplette Armbrust hat man nicht ausgegraben. Sehnen und Holzbogen sind lange vergangen. Aber gerade deshalb ist es interessant, diese Rekonstruktion mit den Erklärungen zu sehen.

Zum Schluss erreicht man einen Raum, in dem Figuren mit chinesischen Trachten aus verschiedenen Jahrhunderten zu sehen sind. Sie geben einen Eindruck von der Farbenpracht der antiken Seidengewänder, eine Farbigkeit, die schon die alten Römer begeistert hat.

Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, in der Ausstellung einen Vortrag über die Terrakottaarmee halten zu können. Im Zentrum meines Vortrags am 25.08.17 standen die Reisemöglichkeiten in China und die Original-Terrakotta-Armee.

Klarstellung
Die Vorgängerausstellung war lange umstritten. Viele erinnern sich noch an die Ausstellung zwischen 2002 und 2014, die zeitweise in den Ruf stand zu verschleiern, dass es sich bei den gezeigten Kriegern um Repliken handelt. Das hatte damals zu heftigen Kontroversen geführt. Auch ich werde immer wieder darauf angesprochen. Ich habe Anfang des 21. Jahrhunderts zu denjenigen gehört, die die Ausstellung nicht besuchen wollten. Doch das hat sich sehr geändert! Ich bin völlig überzeugt von dem aktuellen Konzept der Ausstellung!

Die alte und die neue Ausstellung dürfen nicht verwechselt werden!

2014 hat die Ausstellung den Besitzer gewechselt und somit auch das komplette Präsentationskonzept. Kuratorin J. Klumpp legt besonderen Wert darauf, dass es sich bei den Figuren um Repliken handelt und die gesamte Ausstellung nun einen informativen, sachlichen Charakter hat. Von dem Werbekonzept, welches die Ausstellung von 2002 bis 2014 vertreten hat, distanziert man sich heute ausdrücklich.

Wer mehr über die Terrakottaarmee in Dresden erfahren möchte: www.terrakottaarmee.de

Mehr zur Terrakotta-Armee auf dem Bambooblog: Zahlen, Daten, Fakten

Terrakotta-Armee in Xi’an

Besonders stolz bin ich auf meinen Vortrag zu der Ausstellung am 25.08.17Terrakottaarmee Screenshot

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