LieblingsChinesisch: Mapo Doufu

“Mapo Doufu”: Die Schriftzeichen erzählen die Geschichte des beliebten chinesischen Gerichts:

麻 „ma“ setzt sich aus dem Radikal „Weit, breit, ausgedehnt“ und dem Zeichen für 林 „Wald“ zusammen. Eigentlich heißt das Schriftzeichen „Hanf“. Auch wird so ein alter Familienname geschrieben. Doch wenn man „mazi“ sagt, dann meint man die Narben, die die Pocken auf der Haut hinterlassen.

婆 „po“ bzw. 婆婆Popo ist die liebevolle Bezeichnung für eine alte Frau. Eigentlich reicht schon „po“. Die Wiederholung der Silbe klingt freundlicher. Das Schriftzeichen setzt sich aus 女 „Frau“ (unten) und „jene, andere (Seite)“ zusammen. Jaja, merkwürdig. Man soll auch die Schriftzeichen nicht immer so im Detail auseinander nehmen. Ich hab keine Erklärung.Mapo Doufu

Also: 麻婆 Mapo heißt genau übersetzt „pockennarbige Oma“. Damit wird dieses spezielle Tofu-Gericht zum „Tofu nach Art der pockennarbigen Oma“. Es soll tatsächlich einst ein kleines Restaurant in Chengdu gegeben haben, wo eine alte Frau den Tofu als erste mit Hackfleisch zubereitet hat. Siehe unten.

Für Vegetarier:
Mala Tofu: Die erste Silbe ist klar: 麻 „Ma“ = pockennarbig. Die 2. Silbe ist 辣 „la“, was“scharf“ bedeutet. Es ist aber nicht einfach nur „scharf“ damit gemeint, sondern das Schriftzeichen steht auch für „feurig“, „gepfeffert“. Das Radikal links ist recht selten und bedeutet auch „scharf“. Den anderen Teil habe ich nicht gefunden.Mala Doufu

Also: Mala setzt sich aus der ersten Silbe des Mapo-Doufu zusammen, lässt die Oma weg und betont dafür noch mal die Schärfe des Gerichts.

So, und nun seid Ihr gerüstet für die Bestellung in einem chinesischen Restaurant. Aber passt auf: Die Chinesen nehmen mehr als nur einen Löffel von getrocknetem Chili, um dem Mapo-Doufu die gewünschte Schärfe zu geben.

Die Legende zu Mapo Doufu

Mitte des 19. Jahrhunderts soll es in Chengdu ein kleines Restaurant gegeben haben, das Restaurant der Famlie Chen in der Nähe der Wanfu Brücke. Frau Chens Gesicht war durch einige Pockennarben gezeichnet. Deshalb wurde sie in der Nachbarschaft und von ihren Gästen gerne “pockennarbige Alte” genannt. Ihre besondere Art, den Tofu zu würzen, machte ihr Restaurant bald weit über den Stadtbezirk bekannt. 1909 taucht ihr Restaurant als Chens Mapotofu Restaurant in den Chengdu Records auf. Es zählte damals zu den 23 berühmtesten Restaurants in Chengdu.

Zum Rezept:

Überarbeitet Oktober 2017

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