Tierpark Hagenbeck bei Regen

Es scheint mein Schicksal zu sein, Zoos in letzter Zeit bei Regenwetter zu besuchen. Aber als Hamburgerin lässt man sich von so einem Schietwetter wie am 22.10. nicht aufhalten. Der Besuch war lange geplant, denn meine hannoversche Schwester sollte auch mal einen anderen Zoo als immer den in Hannover sehen.

Hagenbeck Tiergarten Birma Teich mit Pelikänen

Birma Teich

Da wir aber nicht völlig im Regen bleiben wollten, haben wir uns von vorneherein überlegt, was wir sehen wollten. Die lange Schlange am Eingang des Tropenaquarium ließ uns sofort diesen Programmpunkt ans Ende unseres Besuchs setzen. Zunächst ging es also zu den Elefanten. Zufällig waren wir gerade zur Elefanten-Information dort.

Elefanten im Tierpark Hagenbeck

Es gibt 9 asiatische Elefanten, die ein großes Gehege mit Badebecken und Sandkuhle für sich haben. Man kann am Eingang gesundes Futter kaufen und die riesigen Tiere mit Karotten und anderem füttern. Die Elefanten kennen das und strecken gerne vorne am Graben ihre Rüssel aus. Als wir uns näherten, planschte ein halbwüchsiger Elefant im Badebecken. Dann stürmten plötzlich die zwei kleinen Elefanten aufs Freigelände und stürzten sich unter den wachsamen Blicken ihrer Mütter begeistert ins Wasser.

Bei der folgenden Show waren dann alle brav im Außengehege. Eine Tierpflegerin erzählte einiges Wissenswertes über die Elefanten. Auch in Hamburg werden die Elefanten nach dem “Hands on”-Prinzip gehalten. Das bedeutet, dass die Elefantenpfleger mit auf das Gelände gehen und alle ihren Elefantenhaken dabei haben. Sensibilisiert durch den kürzlichen (und unbegründeten) Skandal bei der Elefantenhaltung im Zoo Hannover (mehr), schauten wir nun ganz genau hin. Keiner der Elefanten machte einen ängstlichen oder unterdrückten Eindruck. Der Umgang von Pfleger und Tier war sehr harmonisch und spielerisch.Tierpark Hagenbeck - Elefanten

Nach der halben Stunde bei den Elefanten wurde es für uns Zeit, mal ins Warme zu gehen. Da war das nahe Orang Utan-Haus gerade richtig! Hier kam aber das kühle Regenwetter und die feuchte Hitze unter der schönen Glaskuppel nicht so gut an. Ich musste dauernd die Linse meines Fotoapparates vom Nebel befreien. Deshalb gelang mir kein akzeptables Foto. Trotzdem war der Aufenthalt bei den lebhaften Orangs und den netten Fischottern ein voller Erfolg! Vor allem auch, weil uns wieder richtig warm war.

Nach einer ruhigen Pause beim Birma-Teich, wo wir unter einem Vordach im Trockenen saßen und ganz ungestört den Pelikanen zuschauten, machten wir uns auf zu den Tigern.

Die Tiger-Kinder in Hagenbecks Tierpark

Bei vier kleinen Tigern, die gerade erst am 15.06.17 geboren sind, gab es nur Begeisterung. Während die Mama Tiger in Ruhe unter einem (beheizten?) Felsdach lag, ließen sich ihre Kleinen von dem Regen nicht stören. Sie erkundeten munter ihr Gehege. Vier Monate alt und sooo niedlich!Hagenbeck Tierpark - TigerkindUnser nächstes Ziel war das Eismeer. Auf dem Weg dorthin kamen wir bei den Bisons vorbei. Und dem Baumstachler. Das ist ja eigentlich mein absoluter Liebling. Doch diesmal hatte er sich ganz hinten in seinem dunklen Gemach verkrochen. Ich hab ihn kaum gesehen. Und er stank ganz fürchterlich. Ich mag ihn trotzdem!

Bisons

Sieht das nicht aus, als wäre man im Yellowstone Nationalpark?

Der Japanische Garten im Tierpark Hagenbeck

Der japanische Garten

Von den amerikanischen Bisons ging es erstmal nach Japan.

Das Eismeer im Tierpark Hagenbeck

Das war nun ein ganz besonderes Highlight! Ein sehr interessant gestaltetes Gelände, wo man geschickt von einem Wasserbecken zum nächsten geleitet wird. Ganz ohne eine zurechtgezimmerte Geschichte wie bei der Yukon-Bay im Hannoverschen Zoo.

Im Eismeer fielen uns sofort die vier prächtigen Walrösser auf, die gemütlich in ihrem Becken ihre Runden schwammen. Sie sind noch recht jung. Ihre Haut erschien in einem sanften Rosa. Der Hammer ist das Becken, das man auch durch eine Glasscheibe vom 750m langen Besucherweg unter Wasser sehen kann! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Walrosse wissen, was sie da tun. Aber wieder und wieder schweben sie durch das Wasser direkt auf die Glasscheibe zu. Es wirkt, als wollen sie uns Menschen auf der anderen Seite necken. Zentimeter, bevor sie die Glasscheibe berühren, drehen sie um! Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, wenn sie so durch das Wasser gleiten. Dicke Fettschichten schwabbeln auf einen zu. Die Augen verschwinden fast in den Wülsten. doch die Füße mit ihren gigantischen Schwimmhäuten wirken elegant und leicht. Von dem Anblick konnten wir uns kaum trennen!

Rosa Walrösser

Rosa Walrösser

Walross

Walross auf Konfrontationskurs

Walross

Walross

Auch sehr beeindruckend ist die Pinguin-Anlage. Da gibt es sogar Königspinguine! In dem anschließenden Eismeer-Vogel-Becken freute sich meine Schwester über den Papageientaucher.

Um es den Vögeln angenehm zu machen, war der Besuchergang ziemlich kalt. Deshalb ging es für uns nun schnell zum Tropenaquarium. Unterwegs kam es dann noch zu der Begegnung mit diesen eigenartigen Vögeln aus Südamerika: Tschajas, die sich mit afrikanischen Marabus und europäischen Störchen ein Gehege teilen.

Das Tropenaquarium

Im Tropenaquarium war es sehr kuschelig warm, was dazu führte, dass mein Fotoapparat ständig beschlug und ich das Fotografieren schließlich aufgab.

Ein Highlight im Tropenaquarium sind die munteren schwarzweißen Kattas, denen man ganz ohne Gitter nahekommen kann.

Tropenaquarium - Kattas - Lemuren aus Madagaskar

Kattas im Tropenaquarium

Krokodil

Das Krokodil war hinter dem Wasserfall kaum zu sehen

Fazit:

Auch bei Regenwetter lohnt sich ein Besuch in Hagenbecks Tierpark! Für mich war es auch interessant, den Tierpark zusammen mit meiner Schwester zu besuchen. Dadurch habe ich manches ganz neu gesehen. Vor allem die vielen weiten Landschaften und das parkähnliche Gelände mit offenen Rasenflächen und alten Bäumen haben uns gut gefallen.

Preise und Öffnungszeiten
Einzelkarte

Erwachsene
Tierpark: 20,00 €
Tropenaquarium: 14,00 €
Kombiticket: 30,00 €

Öffnungszeiten: in der Regel 9:00 – 18:00 Uhr

Internetseite des Tierpark Hagenbeck: Hagenbeck

Mehr auf dem Bambooblog: mehr

 

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