Nudeln und Kungfu

China Reisebericht 2017 – Tag 4

20.11.17

Was für ein Tag! Die Sonne scheint und ich habe ein volles Programm, ganz ohne viel Lauferei.

Eigentlich möchte ich meinen Beinen, die einen leichten Muskelkater verspüren, ein Taxi gönnen. Doch an der Rezeption wird mir gesagt, dass mein Ziel “The Hutong” viel zu nahe ist. Da würde kein Taxi kommen. “Sie gehen nur kurz bis zur U-Bahn-Station. Dann fahren Sie mit der Linie 5 drei Stationen! Das geht schneller als mit dem Taxi.”

Nudeln kochen im The Hutong

Ich mache mich auf den Weg. So nah ist die U-Bahn-Station auch nicht. Ca. 500 Meter. Dann stehe ich an der richtigen Kreuzung und sehe keine U-Bahn-Station. Ich frage eine junge Frau: Ich stehe schon vor dem Eingang, der in einem der Gebäude versteckt ist. Nun muss ich meine schmerzenden Beine doch einige Treppen rauf und runter schleppen. Sicherheitskontrolle, Ticket kaufen. Achne, andersrum! Erst Ticket dann zur Security! Ich bin anscheinend noch nicht richtig wach.

Drei Stationen und ich bin am Ziel. Dabei merke ich mir schon mal, dass die nächste Station der Lama-Tempel ist. Vielleicht gehe ich morgen hin.

Als ich ans Tageslicht trete, steht sie schon da. Unübersehbar: Linni, die den grandiosen Vorschlag gemacht hatte, im The Hutong einen Nudelkochkurs zu machen. Linni, die ich eigentlich nur von ihrem Blog ombidombi.de und von Facebook kenne. Sehr lesenswerter Blog über ihr Leben in Peking und China! Wir erkennen uns auf den ersten Blick und fallen uns freudestrahlend um den Hals. Das Abenteuer “Nudel” kann beginnen!

Im Hof des The Hutong

Als ich ans Tageslicht trete, steht sie schon da. Unübersehbar: Linni, die den grandiosen Vorschlag gemacht hatte, im The Hutong einen Nudelkochkurs zu machen. Linni, die ich eigentlich nur von ihrem Blog ombidombi.de und von Facebook kenne. Sehr lesenswerter Blog über ihr Leben in Peking und China! Wir erkennen uns auf den ersten Blick und fallen uns freudestrahlend um den Hals. Das Abenteuer “Nudel” kann beginnen!

Rundum die U-Bahn-Station Beixinqiao liegen enge Gassen der Pekinger Altstadt. Autofrei, aber doch erfüllt mit dem Lärm der allgegenwärtigen Renovierungsarbeiten. Hinter der dritten Ecke dann der Eingang, über dem kaum erkennbar “The Hutong” steht.

Wir werden freudig begrüßt, dürfen uns noch umsehen. Was für ein schnuckeliges Hofhaus! Mit Dachterrasse und einem Blick über die alten Häuser der Umgebung! Auch hier nutzt man die Nebensaison für Renovierungen.

The Hutong - die Dachterrasse

Auf der Dachterrasse

Dann geht es los!

Hier gebe ich Euch nur eine kurze Zusammenfassung. Ein ausführlicher Artikel folgt noch.

Alles ist ordentlich vorbereitet. Blank polierte Schüsseln und Messer, strahlend schöne Tomaten und eine große Aubergine, Gewürze, Sojasoße – alles steht bereit. Wir lernen, wie man den einfachen Nudelteig herstellt: Nur Mehl und Wasser. Dann schnippeln wir mit einem riesigen Messer die Tomaten und die Aubergine. Übrigens sind wir drei Schüler. Ben, ein junger Engländer, der sogar Deutsch spricht, vervollständigt unser Team. Wir haben viel Spaß und erfahren einige Tricks aus der chinesischen Küche. Zumindest werde ich in Zukunft mir ein großes Messer zulegen. Und vielleicht auch mal Zuhause Nudeln selbst machen. Das ist einfach und geht ganz schnell.

Damit wir nicht nur Nudeln zu essen bekommen, lernen wir gleich noch zwei köstliche Gerichte dazu: Tomaten mit Eiern und Schweinefleisch mit Aubergine.

Mich fasziniert am meisten, dass alles, auch Ingwer und Knoblauch, mit dem riesigen Messer gewürfelt wird. Schnell und ohne Verletzungen!

Die Zeit vergeht viel zu schnell! Linni und ich unterhalten uns sehr gut, über ihr Leben in einer Wohnanlage für Ausländer, über ihre Kinder und ihren neuen chinesischen Führerschein. Wie gerne hätte ich mir noch mehr Zeit genommen, um weiter mit ihr zu klönen! Doch ich bin verabredet mit meinem Kollegen Yiding und muss los.

Kunstviertel 798

Als ich im Hotel ankomme, sitzt er schon im Foyer und wartet. Also kann es gleich weiter gehen! Wir haben ein Auto mit Chauffeur zur Verfügung. Welch ein Luxus, welch eine Wohltat für meine Beine!

Die Fahrt geht zügig quer durch die Stadt. Allerdings: eine Geschwindigkeitsbegrenzung braucht man auf den mehrspurigen Stadtautobahnen in Peking nicht. Irgendwie scheint man immer gerade in einem Beinahe-Stau zu stehen. Trotzdem bewegen sich die endlosen Autoschlangen relativ gleichmäßig vorwärts. Die Fahrt dauert rund eine Stunde für ca. 15 Kilometer.

Als wir ankommen, ist es schon nach 3 Uhr. Langsam taucht die Sonne alles in ein mildes Licht. Ich lasse mich von Yiding führen. Zwischen den vielen Galerien gibt es überall nette Cafes und Restaurants. Mir gefällt die Atmosphäre. Wir schauen in die oder andere Galerie, bewundern riesige Gemälde des chinesischen Künstlers Cao Yan. Dann gönnen wir uns einen leckeren Kaffee in einem warmen Restaurant. Herrlich! Auch zu 798 gibt es später noch einen eigenen Artikel.

Preise:

Kaffee für RMB 28

Nun muss ich doch auch mal was über die Preise hier in Peking schreiben. Es gibt sehr große Unterschiede, je nachdem wo man isst und trinkt.

Gestern in dem Malatang-Restaurant habe ich für eine große Schüssel voll leckerster Pilze und Gemüse rund 15 RMB bezahlt. Dazu ein kühles Yanjing-Bier für RMB 5. Heute im The Hutong hat ein kleines Fläschchen Bier sage und schreibe RMB 40 gekostet! Man gönnt sich ja sonst nichts! Und jetzt der Kaffee hier RMB 28.

Das verschlägt mir glatt die Sprache! Aber es zeigt auch, dass man in Peking einerseits viel Geld ausgeben kann. Das andererseits aber nicht muss.

Wenn man das allerdings umrechnet, entsprechen 20 RMB ungefähr € 2,50. Das relativiert das Ganze wieder.

Die große Schüssel Jiaozi (Teigtaschen) in der Nähe des Red Theatre kostet dann RMB 22. Lecker und völlig ausreichend. Dazu in einem wirklich authentischen Chinesischen Restaurant gegessen.

Legend of Kungfu

Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir das Red Theatre in der Nähe des Himmelstempels. Das Theater strahlt uns aus der Finsternis des Abends ganz in Rot schon von weitem. Es ist eigens für die Show “Legend of Kungfu” erbaut. Die läuft seit etlichen Jahren mit immer weiter entwickelten Inszenierungen.

Peking Rotes Theater

Rotes Theater

Was soll ich sagen? Ich bin immer noch so begeistert, dass mir die Worte für eine angemessene Schilderung der Eindrücke fehlen. Die Show ist einfach perfekt: Eine schöne Geschichte, dargestellt mit großartigen Artisten, toller Musik und wahnsinnig beeindruckenden Bühneneffekten. Unbedingt ansehen!Legend of Kungfu - Spezialeffekte

Legend of Kungfu

Als ich endlich wieder im Hotel bin, falle ich erschöpft ins Bett. Aber ich bin viel zu aufgedreht, um sofort einzuschlafen. Was für ein toller Tag!

Zum ersten Tag: Lauter nette Männer

Zum nächsten Tag: Von Peking nach Anyang

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