Sonntag in Xi’an

China Reisebericht 2017 – Tag 10

26.11.17

Oha, sonntags in Xi’an! Nach meinen Erfahrungen vom letzten Sonntag in Peking mache ich mich auf das Schlimmste gefasst. Terrakotta-Armee? Geht gar nicht, es sei denn, ich hätte Lust auf ein Bad in der Menge! Mir ist mehr nach dem Besuch eines Tempels. Nur welcher? Keiner von den bekannten, das steht fest! Meine Wahl fällt auf den buddhistischen Daxingshan Tempel, einen der ältesten Tempel Xi’ans. Der liegt außerdem in Walking-Distance zum Shaanxi Provinzmuseum. Dieses bedeutende Museum am Sonntag? Naja, ich werde es versuchen!

Highlights des Tages

  • Daxingshan Tempel
  • Shaanxi Provinzmuseum
Taube im Daxingshan Tempel

Im Daxingshan Tempel

Daxingshan  Tempel

Dieser Tempel soll die Geburtsstätte des chinesischen Vajrayana Buddhismus (China: Esoterischer Buddhismus) sein. Quelle: TravelChinaguide. Obwohl die Tradition des Tempels sehr alt ist, sind die meisten Hallen relativ neu. Der Temple wurde vielmals zerstört. Ein Teil der Hallen soll aber auch original sein. Welche das genau sind, kann ich nicht unterscheiden. Doch ich werde weiter recherchieren und, wenn ich dann einen eigenen Artikel zu dem Daxingshan Tempel schreibe, detailliert drüber berichten.

Halle der Himmelswächter im Daxingshan Tempel

Daxingshan Tempel

Vorerst begeistert mich der Tempel durch seine Ruhe. Besonders schön ist die erste Halle, die der Himmelswächter. Gut, dass ich die Himmelskönige gerade erst recherchiert habe! So begrüße ich die mächtigen Könige wie alte Bekannte. (mehr zu den Himmelskönigen)

Im Hof begegne ich dann einer etwas merkwürdig anmutenden Figur. Dieser knuffige Mönch macht einen leicht japanischen Eindruck. Da muss ich wohl noch mehr recherchieren, wen der darstellen soll. Oder hat jemand von Euch einen Tipp?Altar mit Mönch

Ich mag mich gar nicht trennen von diesem so schönen und friedlichen Platz mitten in dieser riesigen Stadt! Die leuchtende Sonne scheint mich warm zu umfassen. Meine Seele wird ruhig durch das fröhliche Zwitschern der Spatzen und den Duft der Räucherstäbchen. Feierlich verbeuge ich mich vor dem milde lächelnden Buddha. Ein braungewandeter Mönch schreitet zielstrebig an mir vorbei. Ich hebe meine aneinander gelegten Hände und verbeuge mich. Er nimmt mich mit einem leichten Kopfnicken wahr.

Dann hat mich die Straße zurück. Ich gehe langsam in Richtung Provinzmuseum. Oh, nein! Schon wieder Treppen! Diesmal hinauf auf eine Überführung. Treppensteigen in Kombination mit einem Anflug von Höhenangst.

Unechte Bäume mit roten Plastikblättern

Bei dieser Farbe ist klar: Die Blätter sind nicht echt

Shaanxi Provinzmuseum

Schon von weitem ist die Menschenmenge zu sehen, die geduldig am Ticketoffice Schlange steht. Der Eintritt ist zwar frei, aber ein Ticket muss man trotzdem haben. Denn die Besucherzahl ist begrenzt. Security-Leute passen auf, dass alle ruhig und schön in Reihe warten.

Langsam aber beständig schiebt sich die Schlange vorwärts. Es sind offensichtlich nicht so viele wie vor einer Woche beim Nationalmuseum. Dann bin ich durch.Shaanxi Provinzmuseum - Terrakottakrieger

Das Museum hat einige Abteilungen, die nach den betreffenden Dynastien geordnet sind: Qin, Han und Tang. Während der Tang war Xi’an Hauptstadt des Reichs der Mitte. Durch den Handel entlang der Seidenstraße war Xi’an damals eine reiche Stadt, in der die Kunst blühte.

Ich bewundere die wunderschönen dreifarbig glasierten Pferde und Kamele aus Ton. Das Museum ist auch der Ort, wo man einzelne Terrakotta-Krieger aus dem Mausoleum des ersten Kaisers

Shaanxi Provinzmuseum

Pferd mit Reiter und Hund – Tang

von China aus der Nähe betrachten kann. Die Menge ist doch recht übersichtlich.

Meine Abneigung Treppen zu steigen – vor alle runter zicken meine Knie mittlerweile – lassen mich Aufzüge und den Ausgang für Rollstuhlfahrer finden. Begeistert bediene ich mich an den vielen Trinkwasserspendern im Hof des Museums. Toll! Schade finde ich es nur, dass es im Museum keinen Englisch sprachigen Katalog gibt.

Trinkwasserspender

Trinkwasserspender

Nachmittagsroutine

In einem kleinen Restaurant in der Nähe esse ich eine heiße Nudelsuppe. Leider gibt es kein Bier, denn das Restaurant ist muslimisch: Kein Alkohol!

Ich finde schnell ein Taxi zurück zum Hostel. Im Shop nebenan kaufe ich mir ein Bier. Kurz bevor es dunkel wird, bin ich wieder auf meinem Zimmer.

In der ZDF-Mediathek schaue ich mir einen Krimi an, schreibe noch ein wenig an meinem Reisetagebuch, dusche und dann schlafe ich gut und fest nach diesem schönen und zufriedenstellenden Tag. Morgen geht es nach Xuzhou und ich frage mich etwas unruhig, ob das mit der Fahrkarte alles klappt.

Meine Reise nach China beginnt mit lauter netten Männern: Tag 1 und 2

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