Xuzhou’s Terrakotta-Armee

China Reisebericht 2017 – Tage 11 und 12

27. und 28.11.17

Es ist soweit! Ich fahre nach Xuzhou! Mit der selbst übers Internet gebuchten Fahrkarte!

Highlights:

  • Fahrkarte und Fahrt nach Xuzhou
  • Ein seltsames Hotel
  • Xuzhou Terrakotta-Armee

Xi’an – Xuzhou

Dazu bleibt mir keine der endlosen Treppen des Schnellzugbahnhofs Xi’an Nord erspart. Denn erstmal muss ich zum Ticketoffice im Untergeschoss.

Am Ticketschalter stehe ich geduldig wie viele andere Schlange. Vorbei die Zeiten, wo es spezielle Ticketschalter für Ausländer gab! Deshalb auch einige Fragen, die mich nervös machen:

Kann die Frau, die die Tickets verkauft, Englisch verstehen?
Oder ist mein Chinesisch gut genug, um mich verständlich zu machen? Reichen die Bestätigungsnummer und mein Reisepass?
Ist die Fahrkarte wirklich hinterlegt?

Jaja, ich weiß! Ich mach mir mal wieder viel zu viele Gedanken! Tatsächlich geht alles ganz fix. Im Nu halte ich meine Fahrkarte in der Hand.

Dann geht es wieder treppauf zum Wartebereich am Gate A15. Natürlich ist alles schneller als gedacht gelaufen. Ich habe noch mehr als eine Stunde Zeit. Ich schaue mich um. Der Bahnhof gleicht einem Flughafen mit Gates und separaten Wartebereichen. Kleine Restaurants am Rande, Shops, Info-Schalter.

Halle im Xi'An Nordbahnhof

Xi’an Nordbahnhof

Die Anzeigetafel zeigt kein Englisch. Abgesehen davon, dass ich das Chinesische lesen kann, reicht es völlig aus, die Zugnummer, die Zeiten und das Gleis identifizieren zu können.

Das Gate

Genau 15 Minuten vor Abfahrt werden die Zeichen für meinen Zug grün. Ich kann durch das Gate. Automaten kontrollieren die Fahrkarten. Aber es steht immer jemand mit wachsamen Augen bereit zu helfen und bei Problemen einzugreifen. Ich komme glatt durch und gehe zum Gleis. Natürlich mit einer ewig langen Treppe runter! Doch da ist er! Der Aufzug! Heute ist mein Glückstag! Erleichtert fahre ich hinunter. Mit langsam wachsender Routine finde ich meinen Wagen und meinen Platz. Ein freundlicher junger Mann wuchtet meinen Koffer in die Ablage über den Sitzen. Rund 4 Stunden dauert die Fahrt.

Dann: Nach einigen Treppen runter (was mir am schwersten fällt), finde ich gleich ein Taxi. Nach einigem Hin und Her versteht der Fahrer, wohin ich will. Bei Booking.com wird leider beim Ausdrucken der Bestätigung nicht die Adresse auf Chinesisch angegeben. Darauf sollte man achten!

Das merkwürdige Hotel

Wieder eine lange Fahrt durch endlose Hochhaussiedlungen. Dann biegen wir in eine kleine Nebengasse ein und der Fahrer hält. Er zeigt auf einen Eingang: Das ist die Adresse! Ich runzle zweifelnd die Stirn. Auf den Fotos von Booking.com ist deutlich über dem Eingang der Name des Hotels “SBD Inn” zu erkennen. Hier nicht! Der Fahrer geht schnell rein. Ich warte. Er kommt zurück: Ja, das ist das Hotel! Also steige ich aus und betrete zögerlich die kleine Lobby.

Als die junge Frau an der Rezeption etwas ratlos meine Bestätigung hin und her wendet, frage ich noch mal nach: “SBD Inn – Hotel??” Jaja! Sie nickt. Dann holt sie ein Album mit Fotos von den Zimmern. Ja, das sind die gleichen wie im Internet! Aber eine Reservierung haben sie nicht vorliegen. Was für ein Zimmer ich denn wolle? Sie zeigt mir ein Foto von einem der bunten Zimmer. Das soll glatt 100 RMB weniger kosten als bei Booking.com angeboten. Sie will mir das Zimmer zeigen. Ich folge ihr noch etwas skeptisch.

Ach, ja, das ist wie im Internet beschrieben. Ich nehme es. Das Hello Kitty Zimmer, das ich mir gewünscht hatte, ist anscheinend nicht mehr im Angebot. Egal! Ich muss zugeben: Ich war schon vorgewarnt. In der einzigen Bewertung zu dem Hotel war auch die Rede davon, dass die Reservierung nicht vorlag.

Es stellt sich heraus, dass das Hotel anscheinend den Besitzer gewechselt hat. Neuer Name, weniger Zimmer, manche angekündigte Annehmlichkeit gibt es nicht mehr: Balkon, Fitness-Raum usw. Auch sind die Zimmer ganz und gar nicht schallisoliert. Dafür sieht das Badezimmer aus wie erwartet. Toll: Das japanische Klo mit beheizter Klobrille! Sauber ist es, Internet geht problemlos.

Jetzt noch eine Runde um den Block, etwas essen und dann werfe ich mich k.o. aufs Bett.

Xuzhou Terrakotta-Armee

Bus Nr 11 soll mich zur Terrakotta-Armee bringen. Aber von der “anderen Straßenseite” wie sich herausstellt. Das bringt mich dazu, eine Unterführung zu suchen. Wieder Treppen! Ich lande in einem unterirdischen Einkaufszentrum. Runter – rauf – runter. Irre umher und finde dann endlich die richtige Bushaltestelle.

Kein Englisch, kein Pinyin. Doch ich kann ja Chinesisch. So weiß ich dann auch Bescheid, als die richtige Haltestelle kommt. Allerdings erstmal die für das Xuzhou-Museum.

Das Museum ist hochinteressant! Aber ich bin noch nicht am Ziel! So wie im Xi’an-Museum meiner Meinung nach der Schwerpunkt auf der Bronze liegt, so ist es hier kunstvoll bearbeitete Jade.

Die Terrakotta-Armee ist aber nicht weit. Wieder ein herrlicher archäologischer Park mit mehreren Museen, Ausstellungen, einem Tempel und vielen Bäumen und Vögeln.

In das Grab selbst steige ich nicht hinunter: Zu viele Treppen, die auch noch schlecht beleuchtet sind. Eine Weile sitze ich auf einer Bank im Sonnenschein und beobachte eine Schar Blauelstern! Meine Freunde, die ich damals im Beijing Language Institute so gemocht habe!

Blauelstern im Park

Blauelstern

Dann geht es in die Halle mit den Terrakotta-Krieger. Ach, gegen die große Armee des Ersten Kaisers erscheint diese winzig! Trotzdem faszinierend!

Ein paar Schritte weist ein Schild zu einer “Aquatic Terracotta-Army”. Was mag das sein? Nun, es handelt sich einfach um eine weitere Ausstellung, die in zwei Häusern mitten in dem See des Parks untergebracht ist. Hübsch! Ich finde es beeindruckend, mal einen Begriff davon zu bekommen, dass es nicht nur eine Terrakotta-Armee gibt!

Dann noch der Tempel – zu viele Treppen ohne Geländer! Ich verzichte. Eine Ahnenhalle, ein Bambushain. Und wunderbarer Sonnenschein! Ich begegne nur wenigen Besuchern. Aber überall sind Gärtner damit beschäftigt, den Park mit seinen Pflanzen und Bäumen in Ordnung zu halten.

Glücklich aber müde fahre ich nun zum Bahnhof. Ich kaufe dort meine Fahrkarte nach Nanjing für morgen. Das klappt gut. Ich bin ganz stolz auf mein Chinesisch!

Zurück im Hotel reicht es mir. Noch ein wenig computern, dann ist Schluss für heute!

Sitzkissen mit Mickey Mouse

So schön kann Bus fahren sein!

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